Viele Bilder des Neubaus online

„Gut Ding will Weile haben“: Countdown für den Umzug für die Wiehagenschüler 

+
Schüler und Lehrer ziehen in den Herbstferien in die neue Wiehagenschule.

Werne - Nach 109 Jahren verlässt die Wiehagenschule am Freitag ihr Gebäude an der Horster Straße. Im Neubau finden derweil die letzten Arbeiten vorm Umzug statt. Erster Unterrichtstag an der Stockumer Straße ist nach den Herbstferien am Mittwoch, 30. Oktober.

„Gut Ding will Weile haben“, werden Eltern, Lehrer und Schüler gedacht haben, als sich die zunächst fürs Frühjahr 2019 geplante Fertigstellung des Neubaus immer weiter hinauszögerte. Doch mit einem halben Jahr Verspätung ist absehbar alles bereit für den Wechsel. 

Pflichtaufgabe zur Aufnahme des Unterrichts an neuer Stätte sei das Anbringen eines zweiten, niedrigeren Handlaufs am zentralen Treppenaufgang, sagt Frank Adamietz, Leiter des Kommunalbetriebs Werne. Andere Arbeiten könnten zur Not auch nach den Herbstferien erfolgen, wenn es mit der Zeit doch zu knapp werde.

„Neue Schule, neues Glück“

Zwar vollzieht sich der Umzug der Schule in den Ferien, für die 360 Erst- bis Viertklässler soll das Ereignis aber dennoch spürbar werden, verdeutlicht Schulleiterin Klaudia Funk-Bögershausen. Gemeinschaftlich würden die Schüler und Lehrer daher am Freitag die Schulfahne einholen, zum neuen Standort gehen und sie dort wieder hissen – ohne Eltern und ganz ohne Presse.

„Alte Schule, altes Haus“ – dieses Lied von Rolf Zuckowski wird zum Abschied an der Horster Straße gesungen. „Neue Schule, neues Glück“ – so beginnt ein geänderter Text, der mit gleicher Melodie an der Stockumer Straße erklingt. Zusammen mit den Schülern ziehen 32 Lehrkräfte um, 15 OGS-Mitarbeiter, die Kollegen aus Schulsozialarbeit und Sekretariat sowie der Hausmeister. 

Im neuen Schulgebäude fand bereits ein Info-Abend für die Eltern kommender Erstklässler statt. Die aktuellen Wiehagenschüler lernen ihre Räume in dieser Woche kennen. Nach und nach werden die Klassen durchs Gebäude geführt. Dabei sei das Staunen groß, erzählt Funk-Bögershausen. 

Einblicke in die neue Wiehagenschule

Weil alles schon „so sauber“ aussehe, jede Klasse einen Beamer habe und der OGS-Bereich über eine eigene Terrasse verfüge. Besondere Aufmerksamkeit sei zudem den Toiletten geschenkt worden. Noch müssen die Mädchen und Jungen in den Keller gehen oder – auch bei Regen – über den Schulhof laufen, wenn sie mal müssen. 

In zwei Klassenräumen der neuen Wiehagenschule stehen bereits Tische und Stühle. Der Rest wird in den Herbstferien zur Stockumer Straße gebracht. Erster Unterrichtsstag im Neubau ist nach Sim-Jü am 30. Oktober.

Mensa sei für einige Schüler ein Fremdwort gewesen, schildert Funk-Bögershausen. Nun wüssten sie, was dahintersteckt: ein geräumiger Essensraum mit großer angrenzender Edelstahl-Küche, in der demnächst Essen frisch zubereitet werde. Die Schulleiterin selbst freut sich auch über große Multifunktionsräume, die es bis dato nicht gab. 

Lernen auf Höhe von Baumwipfeln

Überdies kann im Neubau eine eigene Bibliothek eingerichtet werden; derzeit sind alle Bücher auf die Klassenräume verteilt. Drei Würfel, drei Etagen: So lässt sich das neue Gebäude leicht beschreiben. Im Erdgeschoss befinden sich Verwaltung, Mensa und OGS-Bereich, darüber pro Etage jeweils acht Klassenräume mit Differenzierungs- und Multifunktionsräumen. 

Im ersten Oberschoss werden Erst- und Zweitklässler unterrichtet, wobei sie sich mit Blick auf die gemeinsame Schuleingangsphase die Flure jeweils teilen. Unter sich – und ein Stockwerk drüber – sind die Dritt- und die Viertklässler. Bei der ersten Begehung am Montag hatten sich einige Schüler darüber gefreut, künftig auf Höhe von Baumwipfeln lernen zu können. „Und in dem Moment lief dann noch ein Eichhörnchen über die Äste“, schildert Funk-Bögershausen. 

Die Wiehagenschüler werden schon in dieser Woche durchs Gebäude geführt, berichtet Schulleiterin Klaudia Funk-Bögershausen.

Der Gebäudewechsel wird mithilfe eines Umzugsunternehmens gestemmt und von den Lehrern begleitet. Einige Klassen ziehen bekanntlich auch von der ehemaligen Wienbredeschule aus um, dem aktuellen Zweit-Standort der Wiehagenschule. 

Neben dem Mobiliar und den Unterrichtsmaterialien werden auch die Turngeräte aus der Wiehagen-Sporthalle mitgenommen. Was am Neubau positiv auffällt: Obwohl noch weitgehend leer, hallt es in den Räumen so gut wie gar nicht. Besondere Deckenverkleidungen sorgen hier und in den Fluren für eine ausgewogene Raumakustik.

Auf spezielle lärmmindernde Wandelemente wurde laut KBW-Leiter Adamietz zunächst verzichtet. „Sie können bei Bedarf aber schnell eingebaut werden.“ Zu viel Dämpfung sei eben auch nicht gut. Zwar liegen noch nicht alle Schlussrechnungen vor. Adamietz geht aber davon aus, dass der Kostenrahmen von 10,4 Millionen Euro (inklusive 150.000 Euro Mehrbedarf) zum Bau der Schule eingehalten wird. Während im Innern des Gebäudes zum Beispiel noch Technik justiert wird, Fugen verfüllt und letzte Installationen vorgenommen werden, ist die Gestaltung der Außenanlagen samt zahlreicher Spielgeräte so gut wie abgeschlossen – und auch das alte Buswartehäuschen an der Stockumer Straße hat frische Farbe bekommen.

Lesen Sie auch:

Ampel an der Wiehagenschule ist verschwunden – kommt aber am Freitag zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare