AFG-Schüler begeistern beim lateinischen Theaterabend

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Auch die Kulissen wurden den Stücken immer wieder angepasst.

Werne - Von wegen, Latein ist eine „tote“ Sprache – mit diesem Vorurteil räumten die Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums bei der Premiere ihrer „Spectacula Latina“ am Dienstag ein für alle Mal auf. Fünf verschiedene Ensembles präsentierten fünf Stücke. Am Donnerstag gibt es eine zweite Aufführung.

Über 80 Schauspieler wirkten an der nunmehr zwölften Auflage des lateinischen Theaters mit, das in diesem Jahr noch mehr historische Überraschungen bereithielt als gewöhnlich. Gleich fünf Ensembles teilten sich im Viertel-Stunden-Takt die Bühne des PZ und den Applaus ihrer Zuschauer. Das war gar nicht so einfach, immerhin gab es damit auch fünf unterschiedliche Stücke mit ganz eigener Kulisse.

Die Sechstklässler nahmen das Publikum mit auf den Markt, die Klasse 7a reiste unter anderem auf hoher See und die achte Klasse machte einen Abstecher in die Unterwelt. In den Himmel ging es dann nach der Pause aber auch noch: mit den Schülern der Theater-AG. Die Schüler der Einführungsphase hatten sich dieses Mal das komplizierteste Stück ausgesucht und nahmen den berühmten Feldherrn Julius Caesar in „Caesar ex Machina“ mit in die Neuzeit.

Spectacula Latina - lateinischer Theaterabend am AFG

„Wenn ich mir so ansehe, wie lebendig die Kleinen ihren Text vortragen, mache ich mir keine Sorgen um den Nachwuchs in meiner Theater-AG“, schwärmte auch Lehrerin Birgit Berendes, die sich selbst scherzhaft als „Oberguru“ des lateinischen Spektakels bezeichnet. Sie hatte das Projekt vor elf Jahren ins Leben gerufen und ist auch heute noch mit Feuer, Flamme und 14 eigenen Theater-Schülern dabei. „Mich hat sie mit ihrer Begeisterung voll angesteckt“, kommentierte ihre Kollegin Petra Gößling, „also haben meine achte Klasse und ich kurzfristig entschlossen, heute auch noch ein Stück auf die Bühne zu bringen.“ 

Römisches Buffet in der Pause

Statt drei oder vier gab es am Dienstag also gleich fünf Inszenierungen. Gößlings Schüler erzählten die Geschichte rund um Pluto, den Herrn der Unterwelt, einen Griesgram erster Klasse und somit eine harte Nuss in Sachen Liebe – selbst für einen Profi wie Amor. Am Ende knackt sein Liebespfeil dann aber doch noch Plutos harte Schale und er verliebt sich in die schöne Proserpina. So alt die Sage um Pluto auch ist, ihre Moral ist noch immer hochmodern: „Amor vincit omnia.“

Echte Stars waren auch die Sechstklässler von Gabi Sonntag. Erst seit einem halben Jahr lernen sie Latein und schon führten sie ihre Zuschauer am Dienstagabend mühelos durch die Handlung. Für den jungen Römer Publius wird ein Fest veranstaltet, denn er darf nun endlich seine Männer-Toga anlegen. Gefeiert wird das mit einem Festmahl – sowohl für die Schauspieler auf der Bühne als auch für das Publikum. Dank fleißiger Eltern war das römische Buffet wieder einmal reich gedeckt. So konnten sich die Zuschauer in der Pause stärken und gut gelaunt in die zweite Hälfte des Programms starten.

Gelacht wurde am Premieren-Abend ausgiebig und oft. Verständigungsprobleme gab es nicht, obwohl der letzte Latein-Unterricht für einen Großteil des Publikums schon Jahrzehnte zurückgelegen haben dürfte. Sklaven-Darsteller Raphael (12) konnte sich das sofort erklären, „immerhin wird auch viel auf Deutsch erklärt. Und wer die lateinischen Dialoge nicht versteht, kann sich den Rest aus dem Kontext zusammenreimen.“

Pädagogisches Zentrum wird renoviert

So erfolgreich wie die Premiere soll es bei der zweiten Aufführung am heutigen Donnerstag laufen – auch, um sich gebührend vom PZ in seiner jetzigen Form zu verabschieden. Denn Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth sorgte am Dienstag für eine besondere Überraschung, als er ankündigte, das Pädagogische Zentrum neugestalten zu wollen. Ausgetauscht werden sollen die Fenster, der grüne Teppichboden und die komplette Bühne. „Für Frau Berendes und diese Veranstaltung haben wir das extra aufgeschoben, aber jetzt soll es ganz bald losgehen mit den Renovierungsarbeiten“, so Auferoth. 

Bevor die Arbeiten im PZ also endgültig starten, findet heute um 19 Uhr noch eine Vorstellung des diesjährigen Latein-Theaters statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei Euro, Schüler und Studenten zahlen 1,50 Euro.

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