Schnuppertag im Arbeitsleben für Achtklässler des AFG

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Diana Lik und Birthe Koy (v.li.) erlebten einen abwechslungsreichen Arbeitstag im Werner Krankenhaus.

Werne – 90 Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums blieben gestern dem Unterricht fern. Statt in der Klasse zu sitzen, lernten die Achtklässler in einem Tagespraktikum den Alltag in unterschiedlichen Berufsfeldern kennen.

Einer von ihnen war Lars Ole Schlichting. Der Schüler unterstützte das Serviceteam des Hotels am Kloster. Gestern gab es reichlich Arbeit für den 13-Jährigen. „Da heute eine Tagung stattfindet, bin ich sehr beschäftigt. Der Kontakt mit den Gästen ist toll“, sagte Lars Ole begeistert. Derya Kahraman, Mitarbeiterin des Hotels, zeigte dem Praktikanten die richtigen Handgriffe und gab ihm ein paar Tipps. Sie stellte fest: „Es war schön zu sehen, wie sich Lars Ole eingebracht hat.“

Die Kindertagesstätte Lütkeheide freute sich ebenso über die Hilfe von zwei Schülern. Maya Ackfeld kann sich gut vorstellen, einmal Erzieherin zu werden. „Hier ist alles etwas entspannter als in der Schule. Man muss sich nicht andauernd konzentrieren“, erzählte die 13-Jährige. Mitschüler Steven Seel lernte den Kindergarten-Alltag ebenfalls besser kennen. Er spielte mit den Kindern und war offen für neue Erfahrungen. „Ich kann mich gut mit Kindern beschäftigen. Deshalb wollte ich wissen, wie es ist, Erzieher zu sein.“ Die Kita-Mitarbeiterinnen waren erfreut, dass sich auch ein Junge für ein Praktikum entschied. Erzieherin Martina Kober verriet, warum: „Männliche Erzieher gibt es leider nur selten. Das ist schade, da manchen Kindern eine männliche Bezugsperson fehlt.“

Im St. Christophorus-Krankenhaus versorgten zwei Schülerinnen die Patienten. Die 14-Jährige Birthe Koy hatte sich nicht ohne Grund für ein Praktikum im Krankenhaus entschieden. Sie hat schon vor fünf Jahren eine Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert. Daher konnte sie auf der Station der Krankenschwester schon beim Blutabnehmen helfen. „Ich kann mir schon vorstellen, einen solchen Beruf später einmal auszuüben“, sagte die Schülerin, die gestern ihren Geburtstag feierte. „Die vielen Aufgaben sorgen dafür, dass man immer etwas machen kann. Besser als in der Schule nur rumzusitzen.“ Sie und ihre Mitschülerin Diana Lik waren sich einig: „Es macht schon mehr Spaß als der Schulunterricht.“ 

Einen ganz anderen Arbeitsplatz hatte James Bispinghoff gewählt. Er interessiert sich in der Schule besonders für Physik. Daher fiel seine Wahl auf einen Praktikumsplatz bei der Firma „Thermo Sensor“. Der 14-Jährige konnte im Laufe des Tages viele Eindrücke sammeln. Zunächst arbeitete James in der Endkontrolle. „Es war besonders wichtig, die Metallspäne zu entfernen, die oft in das Endprodukt gelangen“, schilderte James seine Tätigkeit. Damit er auch noch weitere Abteilungen des Betriebs kennenlernen konnte, wechselte er nach einiger Zeit den Arbeitsplatz. In der großen Betriebshalle ging er dann unterschiedlichen Aufgaben nach. Dabei erklärten ihm die Mitarbeiter die Funktionen der verschiedenen Manschinen. Was er nach dem Abitur machen will, steht für ihn noch nicht fest. Jedoch hat ihm dieser Einblick bei der späteren Berufswahl weitergeholfen. Im März steht der Boys- und Girls-Day an. Dann erhalten Schüler wieder einen Einblick in unterschiedliche Betriebe.

Das Landesprogramm „KAoA“

Mit dem landesweiten Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ gewährt das Anne-Frank-Gymnasium den Schülern einen Einblick in den Berufsalltag. So absolvieren die Schüler des Gymnasiums mehrere Tagespraktika. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse werden in einer Mappe zusammengefasst. Ebenfalls werden die Stärken der Schüler analysiert. Daraufhin folgt ein individuelles Beratungsgespräch, in dem auf die gesammelten Ergebnisse eingegangen wird. In der zehnten Jahrgangstufe folgt ein zweiwöchiges internationales Betriebspraktikum. Die Kampagne „KAoA“ soll allen Schülern einen schnellen Start ins Berufsleben ermöglichen.

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