Probleme bei Breitbandanbindung

Schnelles Internet an Schulen: Nur bei einer läuft's rund

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Damit schnelles Internet an Wernes Schulen verfügbar wird, müssen Glasfaserkabel bis vor die Tür verlegt werden. Im Fall der Wiehagenschule soll dies binnen 18 Monaten geschehen, bei den anderen Werner Bildungseinrichtungen gestaltet sich die Breitbandanbindung derzeit schwierig. Zwar gibt es eine pauschale Förderzusage, aber keine Unternehmen, die zu den damit verbundenen Bedingungen buddeln wollen.

Werne – Die Anbindung von Werner Schulen ans Breitbandnetz gestaltet sich weniger geschmeidig als erhofft. Das verdeutlichte Schulamtsleiterin Liane Jäger in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses. Aktuell laufe es nur bei der Wiehagenschule rund.

Während sich die Stadt für die anderen Schulen eine Förderung im Rahmen der Bundesförderrichtlinie erhofft, musste für die neue Grundschule an der Stockumer Straße wegen abweichender Fördervoraussetzungen separat ein Antrag gestellt werden. Dieser wurde noch im Vorjahr positiv beschieden – laut Jäger mit der erfreulichen Folge, dass in diesem Fall keine Eigenmittel aufgewendet werden müssen.

Nach Auskunft Jägers stehen für die Anbindung der Wiehagenschule 148.750 Euro zur Verfügung. Mit der Helinet aus Hamm gebe es bereits einen Netzbetreiber. Diese habe sich bei der Auftragsvergabe Mitte Februar verpflichtet, die Arbeiten binnen 18 Monaten umzusetzen. „Damit wird die Wiehagenschule spätestens im September 2021 mit schnellem Internet ausgestattet sein“, kündigte Jäger an.

Bis zu eine Million Euro für sechs Schulen

Bei Kardinal-von-Galen-Schule, Uhlandschule, Marga-Spiegel-Sekundarschule, Anne-Frank-Gymnasium sowie beim Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg des Kreises Unna und der Volkshochschule Werne, die beide eingebunden sind, sieht die Sache anders aus. Hier liegt zwar schon seit Oktober ein Bewilligungsbescheid vor, doch ein Unternehmen, das die Anbindung realisiert, gibt es aktuell nicht und ist auch noch nicht in Sicht.

Jäger schilderte im Ausschuss das Problem: Demnach zeigen die Anbieter kein Interesse am Projekt, weil sie ihre Leitung gleich nach Fertigstellung auch für andere Netzbetreiber öffnen müssten und so finanzielle Nachteile hätten. Die Öffnung für Dritte sei Vorgabe des Bundes. Ein weiteres Problem: Die Förderung fällt hier mit insgesamt 300.000 Euro noch recht bescheiden aus. Tatsächlich könnte die Breitbandanbindung der sechs Einrichtungen zwischen 500.000 und einer Million Euro kosten, verdeutlichte Jäger. Das sei ihr in Gesprächen mit den Unternehmen so vorgerechnet worden.

Eigenwirtschaftlicher Ausbau als Alternative

Nachdem eine erste europaweite Ausschreibung der Arbeiten keinen Erfolg hatte, will die Stadt zusammen mit einem externen Büro weiter nach einer Lösung suchen. Die könnte nach Darlegung Jägers auch darin bestehen, auf Fördergelder zu verzichten und einen Netzbetreiber mit dem eigenwirtschaftlichen Ausbau zu beauftragen. An diesen sei man dann aber zunächst gebunden, wobei Kosten zwischen 1.000 und 1.800 Euro für ein Gigabyte Datenvolumen pro Standort im Raume stünden.

Ein eigenwirtschaftlicher Ausbau sei auch deshalb eine Alternative, weil die Stadt bei der Bundeslösung ohnehin mit zehn Prozent Eigenbeteiligung dabei sei, wie es hieß. Das wären Stand heute 30.000 Euro. Die Summe ist bereits im Haushalt berücksichtigt. Nach Worten von Schuldezernent Alexander Ruhe ist zu befürchten, dass die Stadt Werne auch in den nächsten Monaten keinen Kooperationspartner findet, was der Intention des Bundesprogramms natürlich zuwiderlaufe.

730.000 Euro aus dem Digitalpakt in Aussicht

Unabhängig von der Anbindung der Schulen ans Breitbandnetz sind der Stadt 730.000 Euro aus dem Digitalpakt in Aussicht gestellt worden, die für Maßnahmen innerhalb der Bildungsstätten gedacht sind. Um das Geld abrufen zu können, muss für jede Schule ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept vorgelegt werden. Grundlage hierfür sind die Medienkonzepte der Schulen sowie ein Medienentwicklungsplan 2020 bis 2025 für die Schulen, den ein Beratungsbüro für die Stadt erstellt. Überdies spielt hier die Zeit eine Rolle: Die Förderung ist in dieser Höhe nur gesichert, wenn der Antrag bis Ende 2021 eingeht. Darüber hinaus heißt es: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

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