Schnadegänger weihen Grenzstein zwischen Werne und Rünthe ein

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Rund 100 Wanderer nahmen am Schnadegang teil, um die feierliche Enthüllung des Grenzsteins zwischen Werne und Rünthe am Zechenradweg in Höhe Schlagt mitzuerleben.

Werne/Rünthe - Strahlender Sonnenschein bei der Traditionspflege: Einen besseren Tag für den Schnadegang 2016 hätte der Heimatverein Werne sich kaum aussuchen können. Bei schönstem Herbstwetter wanderten am Sonntag rund 100 Schnadegänger entlang der Grenze zwischen Werne und Bergkamen-Rünthe.

Der Schnadegang war dabei nicht nur die Pflege einer Jahrhunderte alten Tradition, mit der im Mittelalter die Grenzen zwischen den Dörfern festgelegt wurden, es war gewissermaßen auch ein Geburtstagsspaziergang. „Bergkamen feiert 2016 sein 50-jähriges Bestehen, und da als nächstes sowieso der Schnadegang an der Grenze zu Bergkamen an der Reihe war, machen wir ihn dieses Jahr“, sagte Joseph Funhoff. Als stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins ist er in die Organisation der Werner Schnadegänge eingebunden.

„1999 haben wir die Tradition wieder aufleben lassen. Damals an der Grenze zu Südkirchen.“ Dieses Mal ging es vom Parkplatz der Firma Böcker über die Lippe über die Fischerhofbrücke Richtung Rünthe. Dort trafen die rund 70 Werner Schnadegänger auf die vom stellvertretenden Bürgermeister Kay Schulte angeführte Bergkamener Delegation.

Schnadegang mit Enthüllung des neuen Grenzsteins und Urkundenunterzeichnung

Schnadegang mit Enthüllung des neuen Grenzsteins und Urkundenunterzeichnung

Gemeinsam ging es zurück zur Fischerhofbrücke, wo einige Kiepenkerle Schnaps verteilten. „Eigentlich wollten wir einen Rundkurs gehen, aber einige der Älteren hätten die fünf Kilometer nicht geschafft – daher ging es hin und zurück auf demselben Weg entlang der Lippe“, erklärte Funhoff.

Fluss ist Grenze zwischen Werne und Rünthe

Der Fluss ist die Grenze zwischen den beiden Städten. „Sie verläuft genau in der Flussmitte“, sagte Bürgermeister Lothar Christ. Nun habe sich aber der Lippeverlauf verändert. „Darum haben wir uns in den 80er Jahren zusammengesetzt, um diese Grenzverschiebung zu bereinigen.“ Da keine Wohnhäuser in den betreffenden Gebieten gelegen hätten, sei das kein großes Problem gewesen – auch, wenn der Gebietsaustausch nicht ganz ausgeglichen verlaufen ist. „Werne hat damals zwölf Hektar Fläche abgegeben und acht Hektar zurückbekommen“, erzählte Christ.

Ehe es zur Urkundenunterzeichnung ging, enthüllte er mit seinem Amtskollegen Schulte, dem Heimatvereinsvorsitzenden und Altbürgermeister Willi Lülf sowie dem Rünther Ortsvorsteher Klaus Kuhlmann den neu gesetzten Grenzstein am Zechenradweg in Höhe Schlagt. Unterstützung gab es von Bergkamens Ehrenbürgermeister und Steinmetz Wolfgang Kerak, der den Stein mit den Stadtwappen gefertigt hat.

Der Stein zeigt künftig nicht nur die Grenze zwischen den Nachbarstädten, sondern ist auch ein Zeichen der Freundschaft. „Wir vertragen uns“, schmunzelte Willi Lülf. Er genoss den Tag genauso wie die vielen Wanderer: „Es ist eine wunderschöne Aufgabe, so etwas zu organisieren.“

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