Schlunz-Gebäude: Pläne für Feinkostladen in der Steinstraße

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Werne - Die überraschende Unterschutzstellung der ehemaligen Metzgerei Schlunz als Denkmal mag die ersten Pläne der neuen Eigentümer durchkreuzt haben. Sie steht aber einer baldigen Wiederbelebung des Ladenlokals im Erdgeschoss offenbar nicht im Weg.

Wie die Bauverwaltung im Zusammenhang mit der Erörterung des Denkmalverfahrens im Bau- und Planungsausschuss vergangene Woche mitteilte, soll in das verwaiste Geschäft im Haus Steinstraße 1 demnächst ein Feinkostladen einziehen. Damit wäre in bester Innenstadtlage ein unansehnlicher Leerstand behoben. 

Dem Bauordnungsamt liegt für die Geschäftsräume ein Antrag auf Nutzungsänderung vor. Da in dem Ladenlokal nicht nur italienische Spezialitäten verkauft, sondern auch Weine verkostet und ausgeschenkt werden sollen, ist im Zuge der Nutzungsänderung der Bau getrennter Toiletten erforderlich. Der Betreiber benötigt ferner eine Konzession für diese Zwecke. Bei den Eigentümern ließ sich noch nichts näheres dazu in Erfahrung bringen. Sie hatten bereits mitgeteilt, dass sie zu gegebener Zeit mitteilen wollen, welche Pläne sie für das Objekt unter den veränderten Bedingungen entwickeln. 

Nach Kenntnis der Behörden ist eine vorübergehende Vermietung geplant. Der Abrissantrag von Januar, Ausgangspunkt der denkmalrechtlichen Prüfung, sollte ohnehin frühestens in zwei Jahren vollzogen werden. Wie berichtet, befindet sich hinter der Klinkerfassade aus den 1950er Jahren das Gebälk eines spätmittelalterlichen Fachwerkbaus aus dem Jahr 1528. Nach einer ersten Bestätigung soll Hausforscher Laurenz Sandmann – in Werne als Vorsitzender der Altstadtfreunde Warendorf und Pate des Vereins „Freunde des Historischen Stadtkerns Werne“ – die ursprüngliche Denkmalsubstanz in dem unbewohnten Haus nun eingehender untersuchen. 

Dazu werden die Eigentümer das Fachwerk freilegen, die Obere Denkmalbehörde beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe beaufsichtigt die Untersuchungen. Tenor der Wortmeldungen aus den Ratsfraktionen im Bauausschuss: Eine glückliche Wendung, dass anstelle des Abrisses mit den Eigentümern gemeinsam ein Konzept entwickelt wird, das die historische Bausubstanz wieder zur Geltung bringt.

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