Auch Nordkirchener und Capeller Landwirte dabei

80 Schlepper aus Werne, Herbern und Ascheberg bei Bauerndemo

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Werne/Münster – „Ich glaube, wir werden endlich gehört“, sagte Hubertus Glitz am Dienstag im WA-Gespräch. Der Werner Landwirt steckte mit seinem Schlepper mitten im Treckerkorso in Münster. Eine von vielen Demos gegen das Agrarpaket der Bundesregierung, die am Dienstag in ganz Deutschland stattfinden. Rund 80 Schlepper aus Werne, Herbern, Ascheberg, Nord- und Südkirchen sowie Capelle starteten am Morgen in Begleitung der Polizei nach Münster.

Zehn Werner Landwirte sammelten sich am Morgen auf dem Hof Schulze Froning, dann ging es weiter Richtung Herbern. Am Ende seien rund 80 bis 90 Schlepper in Begleitung der Polizei nach Münster gefahren. „Man kriegt schon Gänsehaut, wenn man sieht, wie viele von uns hier sind“, beschrieb Glitz seine Gefühlslage vor Ort. 

Und die hiesigen Landwirte sind gewiss nicht die einzigen in Münster: Über 900 Schlepper aus dem ganzen Münsterland hatten sich am Dienstagmorgen zu dem Korso angemeldet. „Es ist beeindruckend“, sagte Glitz. „Einige Autofahrer sind genervt, aber viele zeigen uns auch den Daumen nach oben.“ 

„Wir haben Zukunftsängste"

Der Grund für die Teilnahme für die Werner Landwirte an der Demo: „Es ist aller höchste Zeit, der Gesellschaft und Politik zu zeigen, dass nicht wir die Sündenböcke für alles sind“, erklärte Robert Schulze-Kalthoff, Sprecher der Werner Landwirte. Das geplante Agrarpaket der Regierung sei „über die Köpfe der Landwirte und auch der Wissenschaft hinweg“ entschieden worden.

 „Das geht so nicht weiter“, so Schulze-Kalthoff. Die Bundesregierung hat mit dem neuen Agrarpaket Auflagen und Vorgaben für die Landwirte deutlich verschärft und die Bürokratie weiter gesteigert. Die Landwirtsfamilien fühlen sich in ihren Existenzen bedroht und möchten mit ihrem Protest deutschlandweit darauf hinweisen. 

„Wir haben Zukunftsängste, wenn wir uns nicht auf die Politik verlassen können. Es werden Gesetze erlassen, wir richten uns danach, bauen und handeln entsprechend, und kurz darauf wird wieder alles umgeworfen“, sagte Glitz. Als ein Beispiel nannten die Werner Landwirte in einer Pressemitteilung, dass die Verschärfung der Düngeverordnung zu Unterdünung führe. „In den sogenannten roten Gebieten schadet das dem Boden und dem Wasser mehr, als es nützt“, heißt es in dem Schreiben. 

Der Meinung der Werner Landwirte schließt sich auch Gerhard Reimann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Herbern, an. „Die Landwirtschaft, um die es geht und die die Gesetze letztendlich ja auch umsetzen muss, findet kein Gehör. Wir haben den Eindruck, dass niemand vorher mit uns gesprochen hat“, erklärte Reimann im WA-Gespräch. 

Nach Angaben der Polizei Münster sei es durch den Traktorkonvoi in Münster zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen. „Lasst das Auto stehen und habt bitte Verständnis“, vermeldete die Polizei auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die Hauptdemo am Dienstag fand in Bonn statt.Dort versammelten sich unter anderem Landwirte aus Hamm.

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