Schenkung ans Stadtmuseum

Repke-Bild von 1943 wieder in Werne

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Dr. Heinz Hermann Middelhoff (88) und Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer bei der Übergabe des Gemäldes in Düsseldorf. Entstanden ist das Bild 1943.

Werne – Das Werner Stadtmuseum hat ein Ölbild des heimischen Kunstmalers Heinrich Repke geschenkt bekommen. Es zeigt die Gedembergmühle, eine der ältesten Wassermühlen der Stadt. Das Werk entstand 1943, wenig später sei es in den Besitz seiner Familie gekommen, vermutet Dr. Heinz Hermann Middelhof.

Middelhof trennte sich jetzt von dem Gemälde. Aufgehängt werden soll es in der Westfälischen Stube des Museums. Dessen Leiterin Dr. Constanze Döhrer nahm das Bild in Düsseldorf entgegen, wo sich das Ehepaar Middelhoff auf einen Umzug vorbereitet. „Wir ziehen in eine kleinere Wohnung und können es nicht mehr aufhängen“, begründet Edeltraud Middelhoff die Schenkung. „Das Bild gehört nach Werne. Mein Mann hatte die Idee, es zurück in seine Heimatstadt zu geben.“

Fürs  NRW-Innenministerium tätig

Heinz Hermann Middelhoff wuchs mit drei Brüdern an der Steinstraße auf, seine Eltern führten einen Großhandel für landwirtschaftliche Produkte. Er selbst war nach dem Abitur und einem Studium als Jurist tätig, zuletzt bis zum Ruhestand im NRW-Innenministerium.

Middelhoff hatte Werne bereits 1959 Richtung Rheinland verlassen. An eine Zeit ohne die in Öl gemalte Gedembergmühle könne er sich nicht erinnern, sagt der 88-Jährige. Seine Mutter, von der er das Gemälde erbte, habe einst vom Schwimmen nahe der Mühle in ihrer Kindheit erzählt. „Es ist ein schönes, wertvolles Bild, ich schätze es sehr. Wir freuen uns, dass es in gute Hände kommt und angesehen wird.“ Aufzeichnungen zufolge soll die Gedembergmühle am Lippewehr Schlagt schon 1690 errichtet worden sein, heißt es beim Stadtmuseum. Sie sei zunächst vom Kloster Cappenberg betrieben worden und habe 1947 den Interessen der Zeche weichen müssen. Das Repke-Gemälde entstand damit vier Jahre vor dem Abbruch.

Freude über „so ein schönes Stück“

„Heinrich Repke ist einer der bedeutendsten Söhne unserer Stadt“, sagt Constanze Döhrer. „Sein Wirken ist hier sowohl in den Kirchen als auch in den Privatwohnungen vielgestaltig zu bewundern. Ich freue mich sehr, die eigene bescheidene Sammlung um so ein schönes Stück erweitern zu dürfen.“

Heinrich Repke (1877-1962)

Der Maler Heinrich Repke wurde 1877 in Werne geboren und starb 1962 in Wiedenbrück. Er zählt zu den führenden Künstlern der Wiedenbrücker Schule (Historismus). Im Ostwestfälischen erlernte er 1891 bis 1895 im renommierten Atelier Goldkuhle den Beruf des Dekorations- und Bildnismalers. Nach kurzem Studium in Düsseldorf führte er zunächst die Werkstatt Goldkuhle weiter, eröffnete nach Militärdienst und Studienreisen aber 1907 in Wiedenbrück einen eigenen Betrieb. Im Ersten Weltkrieg malte Repke fürs Militär, danach widmete er sich wieder der kirchlichen Kunst, auch im europäischen Ausland und in Übersee. In Werne führte er 1924 eine komplette Ausmalung der St. Christophorus-Kirche aus. Auch die Kreuzweg-Bilder im Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum und eine Chorbogen-Dekoration in der Kapuzinerkirche sind Repke-Werke. Das Wandgemälde in St. Christophorus gilt als ein Hauptwerk von besonderem Rang, typisch für die westfälische Kirchenmalerei der 1920er- und 1930er-Jahre. Weil davon viel verloren gegangen ist, spricht das Westfälische Amt für Denkmalpflege dem hier erhaltenen Werk Seltenheitswert zu. Sowohl in Werne wie in Wiedenbrück sind Straßen nach dem Kunstmaler Heinrich Repke benannt.

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