Schausteller klagen über Umsatzeinbußen

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Bewahren sich trotz Umsatzrückgangs das Lachen: Großvater Valentin Mikli mit Enkel Valentin Mikli. ▪

WERNE ▪ Ludwig Leidgen hat es gut getroffen. Der gebürtige Recklinghäuser, der mit seinem Bratwurststand seit 40 Jahren sowohl zur Mai-Kirmes als auch zu Sim-Jü in Werne zu Gast ist, zählt eindeutig zu den Gewinnern des Frühlings-Rummels am Hagen. „Für mich lief es besser als in den Vorjahren“, sagt der Schausteller über die Kirmes, die am Montagabend zu Ende geht. Er hatte mit seinem Bratwurststand einen Platz nahe des Solebad-Eingangs, „und viele haben sich nach dem Besuch im Bad eine Bratwurst gegönnt“, sagt Leidgen erfreut.

Eine Freude, die das Gros seiner Schausteller-Kollegen nicht teilen kann. Pitti Petter spricht gar von „dem schlechtesten Jahr überhaupt“. Die Umsätze an seinem Autoscooter seien so schlecht gewesen wie noch nie. Petter kommt seit 60 Jahren nach Werne. Für den Umsatzeinbruch macht er aber nicht ausschließlich die Verlegung der Kirmes auf den Solebad-Parkplatz verantwortlich.

„Es sind viele Faktoren, die da zusammen kommen“, sagt der Schausteller. Das gute Wetter habe viele von einem Besuch abgehalten, zudem gebe es grundsätzlich zu viele Veranstaltungen, wie Stadtfeste und Kneipen-Aktionen. „Das Geld kann aber nur einmal ausgegeben werden“, so Petter.

Über Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent klagt Dieter Wiegand, Inhaber vom „Brezel Toni“. „Vor allem der Sonntag war extrem schlecht“, so Wiegand. Neben der fehlenden Laufkundschaft aufgrund des Platzes sei es aber vor allem das Wetter gewesen, das für weniger Umsatz gesorgt habe. Und nicht einmal die Eiscreme von Virginia Frensch hat reißenden Absatz gefunden. „Es war insgesamt sehr wenig los“, so die Schaustellerin. Am Sonntagabend habe sie die letzten zwei Stunden nur noch rumgestanden, und auch im Spielzeugland Mikli blieben viele Stofftiere und Ballone unangetastet. „Ich glaube, dass es am Wetter lag und nicht so sehr am Platz“, sagt Valentin Mikli. Am Freitag und Samstag sei das Geschäft noch ganz passabel gewesen, „am Sonntag war aber sehr wenig los“, so Mikli.

Zumindest in organisatorischer Hinsicht aber zog Marktmeister Jürgen Menke eine positive Bilanz. „Wir haben die Mai-Kirmes erstmals so gebaut und es hat gut geklappt“, so Menke. Wo die Stände im kommenden Jahr stehen werden, soll gemeinsam mit den Schaustellern entschieden werden. Denn nach dem Umbau der Innenstadt sei es ohnehin notwendig, die Buden neu anzuordnen. „Wie genau das am Ende aussehen wird, entscheiden wir dann gemeinsam.“ ▪ oel

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