Sanierung nach Wasserschäden: Kolleg-Halle erst im Januar fertig

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Das Wasser ist teils schon die Wände hochgezogen. Die Folge: Schimmelbildung.

Werne - Die neu errichtete Zweifach-Turnhalle am Freiherr-vom-Stein-Kolleg kann erst im Laufe des Januars ihrer Bestimmung übergeben werden. Die beiden Wasserschäden zum Ende der Bauphase machen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Bis zur Inbetriebnahme hält die Stadt, die die Sportstätte des Kreises mitfinanziert hat, die Fürstenhof-Turnhalle länger geöffnet. Diese soll mit Schaffung der neuen Kapazitäten geschlossen werden; über einen möglichen Abriss diskutiert die Politik im Zuge des Sportstättenkonzepts, das momentan erstellt wird.

Montag laufen Arbeiten an

Die Kolleg-Halle sollte, nach einer ersten kleineren Bauverzögerung, eigentlich nach den Herbstferien in Betrieb gehen. Jetzt die beiden Wasserschäden, die Mitte September entdeckt und in der vergangenen Woche öffentlich wurden. Nächsten Montag würden die Sanierungsarbeiten anlaufen, die drei bis vier Wochen dauerten, hieß es am Donnerstag bei einer Planungsbesprechung von Bauherrn und Mitnutzer. Und wie teuer diese werden? Dazu wollte niemand eine Einschätzung abgeben. Ein Gutachten kläre diese Frage binnen zwei bis drei Wochen.

Kleine Ursache, große Wirkung – das trifft auf beide Wasserschäden zu:

- Schaden Nr. 1: Der resultiert daraus, dass in Umkleide 2 eine Schraube in einen WC-Spülkasten hinein- und wieder herausgeschraubt wurde. Über Wochen blieb unbemerkt, dass der Kasten undicht war, sich immer wieder neu befüllte und leerte. Das ausgelaufene Wasser verteilte sich unter dem Estrich und stieg Wände hoch, in Teilen hat sich bereits Schimmel gebildet. Jetzt wird zunächst großflächig über Löcher im Estrich heiße Luft in den Boden geblasen und wieder abgesaugt, um den Bau trocken zu legen.

- Schaden Nr. 2: Weil eine Gummidichtung an einem Fallrohr falsch eingesetzt wurde oder sich verschoben hatte, floss Regenwasser in den Dachaufbau des Umkleidetrakts und eine Wand hinunter. Auch hier werden vermutlich Löcher zur Trocknung gebohrt; bis zu 50.

„Hatten noch Glück im Unglück“

Für den Kreis Unna, die Stadt Werne und das Kolleg sind die Schäden ärgerlich, aber zu verschmerzen. Eine Versicherung kümmert sich um die Regulierung und um die Suche nach möglichen Verursachern.

Laut Detlef Schroeder, Leiter des Fachbereichs Bauen beim Kreis, und Sachgebietsleiterin Corinna Stork hat der Kreis trotz der Schäden noch „Glück im Unglück“. So sei Schaden Nr. 1 überhaupt nur aufgefallen, weil der Hallenboden noch nicht verlegt worden sei. Und: Wäre besagte Schraube in Umkleide 2 nicht wieder herausgedreht worden, hätte sich nach deren Korrosion in wenigen Jahren Wasser im kompletten Gebäude verteilen können. „Das wäre dann wohl erst aufgefallen, wenn alles verschimmelt gewesen wäre“, unterstrich Stork.

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