Rosenmontag: Keine 1:1-Übertragung des Alkoholverbots wie zu Sim-Jü

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Der Rosenmontagsumzug 2018 verlief aus Sicht der Polizei noch ruhig. Am Abend aber kam’s zu Schlägereien.

Werne - Die Stadt Werne überlegt nach wie vor, welche Konsequenzen aus den Schlägereien im Anschluss an den Rosenmontagszug 2018 für die Neuauflage der Veranstaltung im kommenden Jahr zu ziehen sind. Fakt ist: Eine 1:1-Übertragung des Alkohol-Mitbringverbots, das erstmals zur Sim-Jü galt, wird’s nicht geben.

Und: Am 4. März 2019 haben alle Schulen unterrichtsfrei – obwohl es sich die Stadt anders gewünscht hätte. 

Bei den Schlägereien auf dem Markt und anderen Plätzen in der Innenstadt waren drei Menschen verletzt worden. Die Polizei forderte eine Hundertschaft an, um der Situation Herr zu werden. Acht Festnahmen gab’s. Die Betroffenen waren allesamt im Alter zwischen 16 und 21 Jahren – und stark angetrunken.

Übermäßiger Alkoholkonsum – beginnend mit dem so genannten Vorglühen weit vor Beginn der Veranstaltung – gilt auch heute noch als Hauptursache für die handgreiflichen Auseinandersetzungen. Ein Vorglühen könne zumindest hinausgeschoben werden, wenn am Morgen ganz normal Unterricht stattfindet, lautete das Kalkül der Stadt.

Schulamtsleiterin Liane Jäger bestätigt im WA-Gespräch, dass man in der regelmäßigen Schulleiterbesprechung angeregt habe, an Rosenmontag 2019 auf einen beweglichen Ferientag zu verzichten. Mit Stand heute aber hätten alle Schüler unterrichtsfrei – und das mit Ausnahme der Wiehagen-Grundschüler auch noch an dem Dienstag drauf.

Lage an Karneval anders als an Sim-Jü

Über die Festsetzung beweglicher Ferientag entscheidet die jeweilige Schulkonferenz. Jäger geht davon aus, dass es auch Wunsch vieler Elternhäuser ist, dass der Nachwuchs zum Höhepunkt des Straßenkarnevals frei hat.

Um die Verletzungsgefahr der Feiernden zu minimieren, gilt an Rosenmontagen in der Werner Innenstadt bereits seit Jahren ein Glasverbot. Das Alkohol-Mitbringverbot an Sim-Jü hatte zum Ziel, dass sich keine Gruppen von Trinkenden bilden und dadurch Rettungswege blockiert werden. „Das hat auch funktioniert“, resümiert die Leiterin des Ordnungsamts, Kordula Mertens. Die Lage an Karneval sei aber eine ganz andere und das Instrument schon dadurch nicht so einfach übertragbar.

Erste Überlegungen: Dunkle Ecken beleuchten

Laut Mertens wollen Stadt, Sicherheits- und Rettungskräfte sowie die IWK als Veranstalterin des Umzugs im Januar konkrete Vorbereitungen für den 4. März treffen. Das Thema Alkoholverbot kommt dabei ebenso zur Sprache wie der zeitliche Ablauf und die Idee, dunkle Ecken etwa durch Absperrungen, Ausleuchtungen oder auch das Umstellen der Bühne zu vermeiden. Erste Überlegungen hatte es dazu schon bei der Nachbesprechung Anfang März gegeben.

Stephanie Müller, die neue Leiterin der Werner Polizeiwache, sagte am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Ordnung, man dürfe den Rosenmontag 2018 auch nicht überbewerten. Und: „Wir werden uns gut vorbereiten, dass es diesmal besser läuft.“

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