Rosenmontag: Jugendamt verstärkt Prävention zum Thema Alkoholkonsum durch Jugendliche

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In Plastikflaschen mitgebrachter Alkohol gehört für die meisten Jugendlichen dazu, wenn sie in der Innenstadt den Rosenmontag feiern. Nicht selten endet das feucht-fröhliche Gelage auch im Krankenhaus. Das Jugendamt verstärkt deshalb seine Präventionsarbeit.

Werne - Das Jugendamt der Stadt Werne hat nach handfesten Auseinandersetzungen auf dem Marktplatz während des Rosenmontagszugs 2018 seine Präventionsarbeit verstärkt. Ein Arbeitskreis wurde gegründet, der sich mit dem Thema Alkoholkonsum durch Jugendliche beschäftigt.

Alkohol und fröhliches Feiern gehören für viele Besucher des Rosenmontagszuges zusammen. Nicht nur für Erwachsene, denn an diesem Tag verwandelt sich die Werner Innenstadt auch zur großen Partymeile für Jugendliche. Vorglühen, auf dem Marktplatz mit mitgebrachtem Alkohol abfeiern – und anschließend gibt es nicht selten ein böses Erwachen. Der Ärger mit den Eltern ist da noch das kleinere Übel, der ein oder andere landet auch im Krankenhaus.

Die Streetworker Katrin Schnieders und Michael Knäpper sind am Rosenmontag im Einsatz.

Das Jugendamt der Stadt Werne versucht bereits seit Jahren, durch Präventionsmaßnahmen und durch Jugendschutzkontrollen das Problem am Rosenmontag in den Griff zu bekommen. Nach den Vorfällen im vergangenen Jahr, als es auf dem Marktplatz zu einer handfesten Auseinandersetzung unter Jugendlichen kam, soll noch eine Schüppe draufgelegt werden, um derartige Entgleisungen in Zukunft möglichst zu vermeiden. Wie gewohnt arbeiten alle Behörden Hand in Hand.

„Nach der Schlägerei im Vorjahr hat sich ein Arbeitskreis gegründet“, berichtet Jugendamtsleiter Maik Rolefs. Die Streetworker, das Jugendamt, das Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Unna und die Suchthilfe des Kreises Unna sind in diesem Gremium vertreten und haben gemeinsam ein Konzept entwickelt. So wird erstmals in diesem Jahr das Theaterstück „Alkohölle“ im Werner Kolpingsaal für alle Achtklässler der weiterführenden Schulen aufgeführt.

Sicherheit an Rosenmontag im Blick: Ordnungsamt, Polizei und IWK justieren nach

 „Das Stück beschäftigt sich mit dem Alkoholkonsum von Jugendlichen“, berichtet Maik Rolefs. Für den diesjährigen Karneval kommt es allerdings zu spät, denn die Aufführung steht erst am 24. Mai im Tourneeplan des Ensembles. Rosenmontag ist am 4. März. 

Neben dem jugendgerechten Theaterstück setzt die Präventionsarbeit des Arbeitskreises auch auf die Zielgruppen-Fortbildung. „Wir bilden im Jugendzentrum Jugendliche aus, die auf ihre Freunde einwirken“, sagt Rolefs. Eine erste Infoveranstaltung über das Projekt habe noch wenig Interesse gefunden, aber das Team bleibe am Ball, verspricht der Jugendamtsleiter. 

Penibler Blick aufs Glasverbot

Der Rosenmontag ist ein Fall für die Profis. Wie in den Vorjahren sind die Mitarbeiter des Jugendamtes gemeinsam mit den Kollegen des Ordnungsamtes und Polizeibeamten im Stadtgebiet unterwegs und sprechen Jugendliche an, die Alkohol dabei haben. Sind sie unter 18 Jahre alt, müssen sie ihren Schnaps oder die Mixgetränke abgeben, die meistens in Plastikflaschen mitgeführt werden. Das Ordnungsamt achtet zudem penibel auf die Einhaltung des Glasverbotes in der Innenstadt. Hat ein Jugendlicher zu tief ins Glas geschaut, werden die Eltern informiert, die ihn aus der Obhut der Jugendschützer abholen müssen. 

Einige Tage vor dem Rosenmontagszug informiert das Jugendamt alle Geschäftsinhaber und Betreiber von Kiosken über die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, damit nichts Hochprozentiges an Minderjährige verkauft wird. „Wir verteilen Plakate mit dem Gesetz“, so Rolefs. Bewährt habe sich in den vergangenen Jahren das „Stopp & Go-Zelt“ der beiden Streetworker Michael Knäpper und Katrin Schnieders auf dem Kirchplatz, in dem jüngeren Jecken eine Auszeit nehmen und sich mit einem belegten Brötchen und einem Getränk stärken können. Es wird auch in diesem Jahr wieder aufgebaut.

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