„Schlager lügen nicht“

Hunderte Bühnen-Besucher huldigen den 1970er-Jahren

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„Schlager lügen nicht“: Nach vier Aufführungen im vergangenen Jahr war das 70er-Jahre-Stück jetzt zwei weitere Male in der Freilichtbühne zu sehen – Partystimmung inklusive.

Werne - Die Stimmung kochte, als die Mitglieder der Freilichtbühne mit der Revue „Schlager lügen nicht“ rund 900 Besucher zum Lachen und Mitsingen brachten. Mit fetzigen Tanzszenen und den schrillen Outfits im Stil der 1970er-Jahre ging es zum letzten Mal auf Zeitreise.

„Da ist man schon ein bisschen wehmütig“, erzählt Maximilian Falkenberg, der in dem Stück den treuherzigen Freund Jürgen verkörpert. Er zeigte sich trotz des eher durchwachsenen Wetters sehr zufrieden mit der Stimmung der Besucher am Freitagabend. Auch bei der zweiten Aufführung am Samstag sprang der Funke schnell auf das begeisterte Publikum über. Die Besucher sangen jedes Lied mit.

Schlager lügen nicht:  das Musik-Theater der Freilichtbühne

„Schlager lügen nicht“ aus der Feder von Thomas Schiffmann ist kein gewöhnliches Theaterstück, sondern ein mitreißendes Spektakel voller Ohrwürmer. „Es war das erste Mal, dass wir so ein Musik-Theater gespielt haben“, sagt Falkenberg. Die vier Veranstaltungen im vergangenen Jahr seien so gut angekommen, dass man die Schlager-Revue noch zwei weitere Male aufführen wollte – anlässlich des 60. Geburtstags der Freilichtbühne.

Schlager-Allergie und Happy End

Mit bunten Hawaiihemden, Schlaghosen und Plateauschuhen wurde am Samstag zum letzten Mal des Revival der schrillen 70er gefeiert. Die Theater-Zeitreise erzählt die Geschichte der Familie Spengler. In einer Fernsehsendung werden Eintrittskarten für das Zehnjährige der beliebten Schlagerparade verlost. Die Familie nimmt daran teil und gewinnt zwei Tickets. Tochter Doro hofft, mit ihrem Freund verreisen zu können. „Er gehört zu mir, wie mein Name an der Tür“, bettelt sie ihren Vater an. Dieser kontert: „Und ich weiß, der bleibt hier!“

Publikum schlägt La-Ola-Wellen

Die Hits von damals sind so geschickt in die Handlung verwoben, dass der Eindruck entsteht, sie seien für dieses Musical geschrieben worden: „Tränen lügen nicht“ von Michael Holm etwa, „Fiesta Mexicana“ von Rex Guildo oder auch „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ von Rudi Carrell. Mit La-Ola-Wellen wurde „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“ begrüßt.

Hilfsbereitschaft wird zum Verhängnis

Jürgen, Doros Freund, leidet derweil an einer schlimm juckenden Schlager-Allergie. Mutter und Tochter fliegen schließlich ohne ihre Männer nach Mallorca, wo die Schlagerparade ausgestrahlt werden soll. Plötzlich torkelt Schlagersänger Dieter Kern in die Bar. Mutter Spengler hilft dem Trunkenbold auf den Stuhl. Ihre Hilfsbereitschaft wird zum Verhängnis, denn ein Presseteam dichtet diese Aktion in eine Affäre um. Alle Missverständnisse werden aber schließlich aufgeklärt, sodass einem echten Happy End nichts mehr im Wege steht.

Schlagernacht am Freitag, 31. Mai

Stehende Ovationen und Jubelschreie gab es für die tolle Leistung des Ensembles. Zwei Zugaben später hatte das Publikum noch immer nicht genug. „Mir hat es sehr gut gefallen“, sagte eine Besucherin. Von einer Schlager-Allergie jedenfalls war bei den vielen Zuschauern nichts zu spüren. „Schlager lügen nicht“ – und die Stimmung eben auch nicht.

Die gute Nachricht für Schlagerfans: Am Freitag, 31. Mai, steigt ab 20 Uhr unter dem Motto „Aber bitte mit Schlager“ noch eine Schlagernacht in der Freilichtbühne. Eintrittskarten sind für 19 Euro in der Bühne oder online unter www.freilichtbuehne-werne.de erhältlich.

Text: Sarah Hanke

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