Renovierung des Dachreiters auf der Klosterkirche schreitet voran

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Der Dachreiter auf der Klosterkirche wird saniert.

Werne - Das Türmchen auf dem Klosterdach war in die Jahre gekommen. Nun wird es fachgerecht wieder instandgesetzt. Es ist nicht die erste Reparatur des Dachreiters, das zeigt ein Blick in die Chronik des Klosters. Die umfangreichen Arbeiten sollen schon Ende August beendet sein.

Es war buchstäblich höchste Zeit für das Türmchen, das nun schon seit Jahrhunderten zur charakteristischen Silhouette des Kapuzinerklosters gehört. Aktuell legen die Handwerker Hand an und retten das Bauwerk. Benedikt Fleer, Dachdeckermeister der ausführenden Firma Friedrichs aus Steinfurt, ist zuversichtlich, dass die Arbeiten Ende August abgeschlossen sind.

„Es wurde höchste Zeit“, sagt der Fachmann, der schon in der Ausbildung sein Herz für denkmalgeschützte Dächer entdeckt hat. Die letzte Renovierung des Dachreiters – es handelt sich dabei aus gutem Grund ja nicht um einen Turm (siehe Sonderseite) – liegt über 50 Jahre zurück. Die Bleiummantelung, die das Bauwerk zum Schutz vor den Unbilden des Wetters damals erhalten hatte, wies Risse auf. „Dadurch konnte Wasser eindringen und das würde im Laufe der Zeit zu Schäden an der darunter liegenden Holzkonstruktion führen“, zeichnet Fleer das mögliche Szenario.

Material hielt Witterung nicht stand

1963 wurde das Türmchen mit Bleiplatten versehen, die dem damaligen Standard entsprechend miteinander verschweißt wurden. „Blei reagiert extrem auf Wetterschwankungen. Bei Hitze dehnt es sich aus, bei Kälte zieht es sich zusammen. Das hat das Material auf Dauer nicht unbeschadet überstanden“, erläutert Fleer.

Dachdeckermeister Benedikt Fleer (un. re.) leitet das Restaurierungsprojekt am Kapuzinerkloster. Er zeigt ein Täfelchen mit einer alten Inschrift.

Besonders betroffen war das sogenannte Lampenloch, das sich unterhalb der Holzbögen befindet. Es schirmt die darunter liegenden Glocken ab. „Dort waren die Risse besonders gefährlich“, sagt der Fachmann, der eng mit der zuständigen Denkmalbehörde zusammenarbeitet.

Traditionell ziert das Kloster ein Zwiebeltürmchen. Und ebenso traditionell sei auch die Verkleidung solcher Bauwerke mit Blei, so der Dachdeckermeister. Die Technik wurde schon im 17. Jahrhundert genutzt. Aus diesen Zeiten gebe es noch funktionierende Dächer.

Um für das Kloster einen langlebigen Bleischutz zu erstellen, sei die Stärke von 2 auf 2,5 Millimeter angehoben worden, so Fleer. Außerdem würden kleinere Platten verwandt, die mit einer Falznaht verbunden werden. „Dadurch erhält das Blei mehr Stabilität, kann aber durch den Falz besser auf unterschiedliche Temperaturen reagieren“, erklärt der Fachmann. Die Bleiverkleidung am Kloster alleine bringe eine Tonne auf die Waage. Es werde aber durch Verschnitt mehr Material benötigt.

Arbeiten sollen Ende August beendet sein

Mitte Juli hatten die Gerüstbauer damit begonnen, den Dachreiter für die anstehende Renovierung einzurüsten. Diese Maßnahme alleine koste 30.000 Euro. Das hatte Guardian Romuald der Gemeinde mitgeteilt. Die weiteren Kosten der Maßnahme würden sich ebenfalls im fünfstelligen Bereich befinden, sagte der Vorsitzende des Freundeskreises des Kapuzinerklosters, Gregor Zumholz. Er selber verfolgt mit Interesse die Arbeiten.

Der Freundeskreis trägt dazu bei, dass das Kloster verschönert und wie aktuell vor Schaden bewahrt werden kann. Alle Aktionen, wie das Plätzerfest, das schon bald stattfindende Oktoberfest, Konzerte und Lesungen kommen dem Kloster zugute.

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