Weniger Andrang als erwartet

Regen, Regeln, leere Plätze: Werner Trödelmarkt sorgt für Gesprächsstoff

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Erfolgreicher Trödler: Bastian Ophaus freute sich an seinem Stand vor der St. Christophorus-Kirche über guten Absatz.

Werne – Der Werner Flohmarkt war auch am Samstag wieder ein Besuchermagnet, aber mit weniger Anziehungskraft als in vergangenen Jahren. Ob das an der miesen Wetterprognose oder den aus mancher Sicht schwierigeren Rahmenbedingungen lag, darüber gingen die Meinungen auseinander.

Mit bis zu 400 Händlern hatte das Stadtmarketing-Team im Vorfeld für den Flohmarkt gerechnet. Es waren dann doch weit weniger. Besonders deutlich machte sich die geringere Resonanz auf Marktplatz, Kirchhof, Moormannplatz und dem Parkplatz am Griesetorn bemerkbar. Viele Standplätze blieben frei.

Dass die Wetterdienste für Samstag teils kräftigen Regen vorhergesagt hatten und es pünktlich zum nächtlichen Aufbau auch ordentlich nass wurde, hielt sicherlich den einen oder anderen Unentschlossenen ab. Manche Werner, die selbst mit einem Stand mitmachen wollten, entschieden sich kurzfristig um – sie blieben lieber zuhause oder kamen nur als Besucher auf den Flohmarkt. Der eine oder andere verließ den Ort des Geschehens sogar noch während des Aufbaus wieder.

Höhere Sicherheitsvorkehrungen sorgten teils für Unmut

Die meisten ließen sich vom Wetter allerdings nicht die Laune verderben. Wer seine Sachen unter einem Pavillon anbot, durfte sich ohnehin bestens vorbereitet auf gute Geschäfte freuen. Es gab jedoch auch kritische Stimmen (sowohl vor Ort als auch auf Facebook) bezüglich der höheren Vorkehrungen für Sicherheit und Anwohnerlärmschutz durch den Veranstalter. Einige Werner sahen darin den Hauptgrund für die gesunkene Teilnehmerzahl.

Flohmarkt in Werne 

So regelte das 20-köpfige Team aus Feuerwehrleuten, Sicherheitsdienst und Ordnungsamt den Aufbau diesmal, wie angekündigt, strenger. Das Freihalten von Rettungsgassen wurde verstärkt eingefordert und die Zufahrten in die Innenstadt für den Standaufbau wurden erst ab zwei Uhr nachts freigegeben, wie David Ruschenbaum vom Werner Stadtmarketing am Samstag bestätigte. Auch darauf, dass die Blindenleitspur nicht von den Ständen überdeckt wurde, achteten die Ordnungshüter intensiver.

Am Seitenflügel der St. Christophorus-Kirche gab es zudem eine Neuerung, die zwar für die Anzahl der Stände nicht förderlich war, aber durchaus ihre Berechtigung hatte. Dort war erstmals ein behindertengerechtes WC eingerichtet.

"Weniger los als im letzten Jahr"

„Es ist weniger los als im letzten Jahr“ – dieser Satz war am Samstag immer wieder zu hören. Sowohl von Händlern, die sich von Spielzeug, Büchern, Kleidung, Porzellan und ausrangierten Sammelstücken trennen wollten, als auch von den kauffreudigen Besuchern, die nach spannenden Raritäten – und vor allem nach Schnäppchen rund ums Kind – Ausschau hielten.

Geschätzt 200 Trödler hatten sich bis zum offiziellen Verkaufsstart um 7.30 Uhr in der Innenstadt ihren Platz gesichert. Wenn schon vor dem offiziellen Verkaufsstart nächtliche Deals zustande kamen, habe man, so Ruschenbaum, ein Auge zugedrückt. Nachtkäufe sind unter „Profi-Trödlern“ gang und gäbe. Bastian Ophaus etwa verkaufte mit seiner Mutter Bärbel schon um 3 Uhr zehn „Siku“-Spielzeugtrecker auf einmal. Ob tatsächlich Platzverbote wegen eines etwaig zu frühen Verkaufsstarts ausgesprochen wurden, wie eine Handvoll Hobbytrödler am Samstagnachmittag im Gespräch mit dem WA berichtete, dazu mochte David Ruschenbaum am Sonntag noch keinen Kommentar abgeben.

„Es war mal lockerer“, gaben die langjährigen Verkäuferinnen Ina und Christina Süß aus Bergkamen und Selm ihren Eindruck wieder. Sie spielten damit auf die Einlasskontrollen zum Marktgelände an. Bärbel Ophaus, seit ihrer Kindheit auf Trödelmärkten unterwegs, betonte dagegen das gute Händler-Miteinander: „Die Nachbar-Händler helfen sich hier gegenseitig!“ 

Erfolgreiche Schnäppchenjagd in gemütlicher Atmosphäre

Britta und Frank Hellmich aus Hamm suchen seit fast 30 Jahren nach Flohmarktschnäppchen und sind, wie sie selbst sagen, „trödelmarktgeschädigt“. Am Werner Flohmarkt schätzten sie das private Flair, das sie auch am Samstag wieder erlebt hätten: „Das hier ist wenigstens noch ein richtiger Trödelmarkt“, waren sich die beiden einig.

Mechthild Berger war mit Enkel Thilo auf Schnäppchenjagd. Vor allem auf Spielsachen hatte es das Duo abgesehen. „Eine Großmutter muss ja schließlich was zum Spielen parat haben, wenn der Enkel zu Besuch kommt“, sagte die gut gelaunte Oma lachend.

Hubertus Waterhues, Inhaber von Bücher Beckmann, mischte sich wie schon oft wieder unter die Trödler. Vor seinem Geschäft bot er ausgediente Bücher zum kleinen Preis in Pappkartons an – gegen den Regenguss zwischendurch (der mittags einmal kurz einsetzte) schützte er seine Ware mit einer leichten Plane.

Die Innenstadt war unterm Strich wieder gut gefüllt, auch wenn nicht so ein großer Andrang herrschte wie in vergangenen Jahren. Das hatte für manche Trödelfreunde aber auch sein Gutes. „So kann man sich entspannter umschauen, es herrscht nicht so großes Gedränge und Geschiebe beim Stöbern“, befand ein Paar aus Werne, das auf beiden Seiten aktiv war: als Verkäufer und als Schnäppchenjäger. „Die Stimmung war wieder super.“ Nächstes Mal wollen die beiden wieder mitmachen: wie jedes Jahr.

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