Brief mit weißem Pulver ging nach Werne, Unna und Fröndenberg

ABC-Großeinsatz am Rathaus in Werne: Das steckte in den verdächtigen Briefen

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Das Rathaus in Werne ist für Besucher gesperrt. Die Mitarbeiter dürfen das Gebäude aktuell nicht verlassen.

[Update, 18.52 Uhr] Werne - Großeinsatz für die Feuerwehr am Rathaus in Werne. Mitarbeiter hatten ein verdächtiges, weißes Pulver entdeckt. Am Mittag gab es Entwarnung - eine Gefahr bestand nicht. Das steckte in den Kuverts.

Drei Fälle, drei Orte: Am Stadthaus in Werne, am Katharinen-Hospital in Unna und im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg waren Briefe eingegangen. Ihr Inhalt: ein weißes Pulver von unbekanntem Ursprung. Es stellte sich später als harmloses Backpulver heraus.

Die Anschreiben waren allesamt gleich aufgesetzt. Es könnte sich also um einen üblen Scherz einer Person handeln.

Das ist der Stand der Ermittlungen:

18.51 Uhr: Mittlerweile steht fest, dass in allen Kuverts die selbe Substanz war: Backpulver. Das hat die Dortmunder ATF, die Analytische Taskforce, in ihrem mobilen Labor überprüft. Das teilte die Feuerwehr Unna auf Anfrage mit.

17.55 Uhr: Nicht nur in Werne und Unna, sondern auch in Fröndenberg am Justizvollzugskrankenhaus war ein Brief mit unbekannter Substanz eingegangen. Die Analyseergebnisse der analytischen Taskforce haben ergeben, dass es sich bei der unbekannten Substanz um Backpulver handelt. Das bestätigte Jörg Sommer, Leiter der Feuerwehr Fröndenberg, gegenüber unserer Redaktion. Ob es sich in Werne und Unna ebenfalls um Backpulver handelt, steht noch nicht fest. 

Ebenfalls unklar ist, ob es sich bei allen drei Briefen um den selben Täter handelt. "Wir starten jetzt erst unsere Ermittlungen", sagte die Pressesprecherin der Kreispolizei, Vera Howanietz.

Bürgermeister meldet sich besorgt zu Wort

Bürgermeister Lothar Christ zeigte sich in einer Mitteilung besorgt und sagte: "Solche Angriffe auf öffentliche Einrichtungen sind unverantwortlich und verursachen neben der Verunsicherung der Betroffenen sowie einer enormen Beanspruchung der Einsatzkräfte erheblichen finanziellen Schaden.“ Er sei froh, dass niemand zu Schaden gekommen sei.

13.30 Uhr: Auch in Unna ist der Einsatz der Feuerwehr beendet. Wie in Werne geht von dem gefundenen Pulver keine Gefahr aus.

12.27 Uhr: Die Feuerwehr hat Entwarnung gegeben. Von der gefundenen Substanz gehe keine Gefahr aus, sagt Einsatzleiter Thomas Temmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Sperrung des Rathauses wird damit aufgehoben, der Einsatz der Feuerwehr beendet. Die Mitarbeiter können das Rathaus wieder verlassen.

Nun liegt der Ball bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Informationen zum Absender des Briefes gibt es noch nicht.

Großeinsatz am Rathaus in Werne ABC-Alarm ausgelöst

12.15 Uhr:  Die Einsatzkräfte warten auf das Ergebnis der Untersuchungen. Davon hängt auch ab, wie parallel beim Einsatz im Unnaer Katharinen-Hospital verfahren wird.

Zum letzten Einsatz dieser Art im Kreis Unna kam es im September 2017. Damals musste das Jocenter in Unna gesperrt werden. Ein 36-Jähriger hatte dort Kochsalz verstreut und damit einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Der Mann aus Holzwickede stellte sich anschließend der Polizei.

Lesen Sie hierzu auch: Weißes Pulver in Jobcenter verstreut: 36-Jähriger stellt sich

11.30 Uhr: Das Rathaus wurde abgesperrt, die Feuerwehr ist mit zahlreichen Kräften vor Ort. Unter anderem wurde ein Messwagen aus Lünen angefordert, außerdem eine Analyse-Task-Force aus Dortmund. Die Experten untersuchen das Pulver zur Stunde.

Man gehe nicht von einer Gefahr aus, gab Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Temmann unserer Redaktion eine erste Einschätzung. Trotzdem müsse man das für solche Fälle vorgeschriebene Vorgehen einhalten.

Das Pulver war einem Mitarbeiter der Poststelle aufgefallen. Es befand sich in einer Tüte in einem Brief. Der Mitarbeiter, der den Umschlag geöffnet hat, beklagt nach ersten Informationen keine gesundheitlichen Probleme. Die vierte Etage des Rathauses, in dem sich die Poststelle befindet, wurde vorsorglich evakuiert. Die Mitarbeiter auf den anderen Etagen blieben an ihren Arbeitsplätzen und dürfen das Gebäude vorerst nicht verlassen.

Der Parkplatz vor dem Stadthaus sowie die Einfahrt zur Straße Heckgeist sind gesperrt. Der Verkehr über den Konrad-Adenauer-Platz läuft wie gewohnt. Auch der Busverkehr am benachbarten Busbahnhof ist nicht gestört, die Einfahrt zum Einkaufszentrum ist ebenfalls frei.

Spezialisten der Feuerwehren aus Lünen und Dortmund wurden angefordert. Sie untersuchen das weiße Pulver.

Feuerwehr-Einsatz auch am Katharinen-Hospital in Unna

Ein ähnlicher Einsatz läuft am Montagmorgen am Katharinen-Hospital in Unna. Auch dort haben Mitarbeiter ein verdächtiges, weißes Pulver entdeckt. Wie der Hellweger Anzeiger berichtet, war auch hier das Pulver in einem Umschlag entdeckt worden. Auch in Unna wurde die Poststelle evakuiert, der Krankenhaus-Betrieb läuft normal weiter.

In beiden Fällen steht fest: Aufgrund der anstehenden Untersuchungen des Pulvers wird der Einsatz der Feuerwehr wohl bis in die Mittagszeit andauern.

Wir berichten weiter.

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