Wo Radfahrer Vorfahrt haben: Rote Markierung neben dem Zebrastreifen

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Die Situation ist eindeutig: Der farblich abgesetzte Weg und die Beschilderung gewähren dem Radfahrer beim Überqueren der Straße vor dem Stadthaus Vorfahrt. Trotzdem sollten die Radfahrer vorsichtig sein, raten die Experten.

Werne - Die rechtliche Situation ist eindeutig, dennoch verwirren die roten Markierungen für Radfahrer neben zwei Zebrastreifen am Stadthaus und am Bült viele Autofahrer. In Kombination mit einem Verkehrsschild haben hier die Radfahrer Vorfahrt. Wernes Verkehrsexperten empfehlen Autofahrern und Radlern, gegenseitig Rücksicht zu nehmen, damit nichts passiert.

Der innerstädtische Radring soll Werne als Fahrradstadt attraktiver und damit vielen Autofahrern den Umstieg auf zwei Räder schmackhafter machen. Er erfordert aber auch ein Umdenken bei den Verkehrsteilnehmern, denn an zwei Stellen hat der Radfahrer Vorfahrt: An den Überwegen am Bült und an der Konrad-Adenauer-Straße vor dem Stadthaus wurden neben den Zebrastreifen rote Radwege angelegt.

Markierung alleine gewährt keinen Vorrang

Die farbliche Markierung allein gewährt den Radlern noch keinen Vorrang, doch in Kombination mit den ebenfalls aufgestellten Verkehrszeichen „Radfahrer Vorfahrt gewähren“ vor den Überwegen ist die Situation rechtlich eindeutig. Der Autofahrer muss den Radler queren lassen. 

Doch nicht alle Pkw-Fahrer wissen das auch, meint eine WA-Leserin, die sich in der Redaktion meldete. Sie sprach von gefährlichen Situationen und sie habe sich schon mehrfach beschimpfen lassen müssen, wenn sie ihr Vorfahrtsrecht am Bült in Anspruch nahm.

„Augen auf und Rücksicht nehmen.“

Ein Thema, das auch die Unfallkommission des Kreises Unna schon aufgenommen hat. Sie befasst sich mit den Überwegen, auch wenn es hier noch nicht zu Unfällen gekommen ist. Für Thomas Röwekamp, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, gilt an diesen Stellen die gleiche Regel wie überall im Straßenverkehr. Und die lautet: „Augen auf und Rücksicht nehmen.“ Autofahrer müssten ebenso auf die Radfahrer achten wie auch die Radler die Überwege mit Vorsicht nutzen und die Straße nicht queren sollten, ohne sich zu vergewissern, dass die Autos anhalten. 

„Radfahrer sind schneller unterwegs als Fußgänger. Sie können leicht übersehen werden“, sagte auch Wernes Tiefbauamtschef Gisbert Bensch, der den Radring durch die Innenstadt entwickelt hat. Wichtig sei, dass Radfahrer nicht auf ihrem Vorfahrtsrecht bestehen und erst einmal vorsichtig abwarten, wenn die Situation nicht eindeutig ist. „Wenn alle aufeinander achten, ist es sicher auf unseren Straßen“, so Bensch.

Sicherheit für Radler

Diese Empfehlung gibt auch Dr. Peter Böhm vom ADFC, der sich selbst an diesen Stellen sehr defensiv verhält. „Es sind schließlich meine Knochen, der Autofahrer hat anschließend nur etwas Blut auf der Motorhaube“, sagte Böhm. Der ADFC begrüße die farblich markierten Radwege neben den Zebrastreifen ausdrücklich, weil sie erheblich zur Sicherheit der Radfahrer beitrügen, so Böhm.

Dass aber nicht nur Autofahrer rücksichtslos sein können, lässt sich täglich in der Fußgängerzone erleben – insbesondere in den insgesamt drei Teilstücken, die im Rahmen des Fahrradrings für Radfahrer freigegeben sind. Hier sind häufig Radler mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs, die Fußgänger – insbesondere kleine Kinder und Senioren – gefährden. Auch hier appelliert Gisbert Bensch an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer.

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