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Radfahrer gestürzt: Streit zwischen zwei Wernern eskaliert

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Von: Sylvia Mönnig

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Ein Radfahrer aus Werne stürzte im August 2021. Er behauptet, geschubst worden zu sein.
Ein Radfahrer aus Werne stürzte im August 2021. Er behauptet, geschubst worden zu sein (Symbolbild). © dpa

Im August 2021 stürzte ein Werner Radfahrer. Er behauptet, von einem anderen Werner geschubst worden zu sein. Dieser bestreitet das. Jetzt wurde der Fall vor Gericht verhandelt.

Werne - Ein Disput zwischen einem Radfahrer und einem Passanten eskalierte im Sommer 2021 in Werne. Nun musste sich der Fußgänger wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Lünen verantworten. Der 34-Jährige berief sich auf Notwehr.

Die zufällige Begegnung im Bereich Ostmauer am späten Mittag des 5. August gipfelte im wortwörtlichen Sinne in einem handfesten Streit und sorgte für Aufsehen. Der Mann auf dem Rad fuhr an einigen Passanten vorbei, kam einem von ihnen vielleicht zu nahe oder berührte ihn auch. Der reagierte verärgert und rief dem Radfahrer hinterher, ob er keine Klingel besitze.

Das gab Zoff. Später warf der Besitzer des Drahtesels dem Fußgänger vor, ihm grundlos einen Stoß versetzt und damit zu Fall gebracht zu haben. Wobei zwischendurch sogar die Rede von einem Schlag mit der Faust war, der den Sturz verursacht habe.

„Habe mich nur gewehrt, ihn nur von mir weggehalten“

Nun saß der Passant in Lünen auf der Anklagebank – und wusch seine Hände in Unschuld. Der Andere habe ihn fast angefahren, deshalb habe er nach der Klingel gefragt. Die Folge: Der Fremde habe ihn verfolgt, habe fünf Euro für eine Klingel verlangt und habe ihn vor das Knie getreten. Da habe er ihn geschubst.

„Ich habe mich nur gewehrt, ich habe ihn nur von mir weggehalten.“ Danach sei er gegangen. „Die Sache war mir einfach ein bisschen zu blöd“, betonte der 34-Jährige aus Werne. Zumal der Gegner noch angekündigt habe, Schmerzensgeld haben zu wollen. „Ich wollte ihm nicht wehtun. Ich wollte nur weg“, beteuerte er zuletzt.

Der Radfahrer wurde gehört. Er, ein 31-jähriger Werner, stellte den Angeklagten als alleinigen, sehr respektlosen Aggressor dar. Der Mann habe dumme Sprüche gemacht, habe ihn letztlich gestoßen, aber nicht mit der Faust zugeschlagen – wie er offenbar zunächst der Polizei gegenüber behauptete. Er sei schockiert gewesen, habe sich beleidigt gefühlt.

Aussage gegen Aussage

Durch den Stoß habe er Schmerzen erlitten, habe eine Rötung am Hals und einige Kratzer davongetragen. Aber nichts, wofür er zum Arzt hätte gehen müssen. Und von Schmerzensgeld sei nie die Rede gewesen. Das wolle er auch gar nicht haben.

Es stand Aussage gegen Aussage und auch die Angaben von zwei Zeugen konnte kein Licht ins Dunkel bringen. Doch, aus Sicht des Gerichts gab es ohnehin keine Körperverletzung im Sinne des Gesetzes, da die Erheblichkeitsschwelle in dem Fall nicht erreicht war. Auch kam in Betracht, dass der angeklagte Werner aus einer Notwehrlage heraus handelte, als er dem Radler den Stoß versetzte.

Er wurde freigesprochen. Allerdings gab ihm die Richterin einen Rat: „Bisschen besonnener mit den Dingen umgehen, ist manchmal ratsam. Dann stehen Sie vielleicht auch nicht so oft vor Gericht.“

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