Noch kein Corona-Fall in Werne

Stadt Werne informiert: Absagen und Vorkehrungen wegen Corona 

+
Eine Einschätzung über die Situation in Werne vor dem Hintergrund des sich ausbreitenden Coronavirus gaben am Freitagmorgen Vertreter von Stadt, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei.

Werne – Ruhe bewahren, Umsicht zeigen - das war der Tenor bei der Pressekonferenz des Bürgermeisters Lothar Christ sowie Vertretern von Stadt, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Vor dem Hintergrund des sich ausbreitenden Coronavirus gaben sie am Freitagmorgen eine Einschätzung zu der aktuellen Situation in Werne.

Im Zuge dessen teilte Bürgermeister Lothar Christ mit, dass die Meldung über einen Infizierten in Werne am Donnerstagnachmittag falsch war. Stand Freitag gibt es entsprechend noch keinen Corona-Fall in Werne.

Der Kreis Unna räumte diesbezüglich inzwischen auch einen Kommunikationsfehler ein. Der aktuelle Stand im Überblick:

Städtische Veranstaltungen bis Ostern abgesagt

„Die Situation hat sich dramatisch entwickelt“, leitete Bürgermeister Lothar Christ ein. Die Stadtverwaltung müsse nun deutlich restriktiver handeln, um eine weitere Ausbreitung zu verzögern. 

„Wir haben uns entschlossen, alle städtischen Veranstaltungen bis Ostern abzusagen“, so Christ. Das betreffe Kulturveranstaltung, aber auch die Aktion „Werne putzt sich raus“ am 21. März und den Auto- und Modefrühling mit verkaufsoffenem Sonntag am 4. und 5. April.

Vertreter der Stadtverwaltung und Bürgermeister Lothar Christ (rechts) berichteten über den Stand der Dinge in Sachen Coronavirus in Werne.

Bei den Privatveranstaltungen sei die Stadtverwaltung aktuell in Gesprächen mit den Verantwortlichen. Verwaltungsdezernent Frank Gründken berichtete, dass sich der „Stab außergewöhnliche Ereignisse“ intensiv mit dem Veranstaltungserlass des Landes auseinandergesetzt habe. Daraus hervorgegangen seien Indikatoren, womit man kleinere Veranstaltungen aktuell auf ihre Durchführbarkeit prüft: Art, Ort und Teilnehmerzusammensetzung der Events.

24 Veranstaltungen seien bislang geprüft und 15 Absagen erteilt worden (Stand Freitagmorgen). „Wir stoßen auf großes Verständnis und dafür bin ich höchst dankbar“, so Grümdken. „Alle hanen eine Absage bereits erwartet oder sie selbst erteilt.“ Zunächst wolle man über die nächsten 14 Tage entscheiden.

Eine Übersicht über bislang abgesagte Veranstaltungen im Kreis Unna finden Sie hier.

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei müssen einsatzbereit bleiben

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei betonten ausdrücklich, dass die Einsatzkräfte gut vorbereitet und sensibilisiert seien. „Wir müssen einsatzbereit bleiben. Für uns wäre der schlimmste Fall, wenn Einsatzkräfte in Quarantäne müssten“, sagte Wehrführer Thomas Temmann. 

Daher seien vorerst der Übungsbetrieb und der Empfang von Besuchergruppen eingestellt worden. „Uns steht selbstverständlich auch Schutzausrüstung zur Verfügung“, verwies Temmann auf Anzüge und Masken für die Wehrleute. Wichtige Besprechungen würden in kleiner Runde oder gar per Telefon abgehalten.

Thomas Temmann, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Werne, teilte mit, dass den Einsatzkräften Schutzausrüstung zur Verfügung stehen würde.

So verfährt auch der Rettungsdienst Werne. Hartmut Kröger, Leiter der Rettungswache: „Treffen unter Kollegen werden auf ein Minimum reduziert, Fortbildungen und Schulbesuche fallen aus.“ Zudem habe die Rettungswache drei staatlich geprüfte Desinfektoren und man sei stets auf Infektionsfälle vorbereitet.

Seitens der Polizei machte Stephanie Müller, Leiterin der Wache in Werne, deutlich, dass die öffentliche Sicherheit selbstverständlich bestehen bleibe. „Trotzdem ist es für uns wichtig, so wenig Bürgerkontakt wie möglich zu haben. Daher der Hinweis: Anzeigen können auch online erstattet werden.“

Für die Polizei sprach Stephanie Müller, Leiterin der Polizeiwache Werne.

Stadtverwaltung trifft Vorkehrungen

Auch die Stadt selbst hat laut Gründken bereits Vorkehrungen getroffen. So arbeiten die Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) nur noch in Zweier-Teams ohne Kontakt zueinander, „um zu gewährleisten, dass immer jemand rausfahren kann“, so Gründken. So wolle man womöglich auch beim Bürgerbüro verfahren. Für den Ernstfall sei dann das Bürgerbüro in Stockum die Ausweichstelle.

Verwaltungsdezernent Frank Gründken informierte über Schutzvorkehrungen bei der Stadtverwaltung.

Im Zuge dessen ergriff Bürgermeister Lothar Christ noch einmal das Wort: „Jeder ist für sich gefragt: Muss ich den Behördengang antreten?“ Die Arbeitsfähigkeit der Stadtverwaltung müsse gewährleistet werden.

Bürgermeister richtet Appell an die Bürger

Christ bat alle von den Vorkehrungen Betroffenen um Verständnis. „Wir müssen einen Blick dafür haben, dass es Menschen gibt, die vorbelastet oder geschwächt sind. Wir sollten in diesen Zeiten Solidarität zeigen. Wir brauchen viel Verständnis füreinander“, sagte Christ. Sollten Personen bei sich Symptome feststellen, sei die erste Maßnahme, zu Hause zu bleiben und den Hausarzt telefonisch zu kontaktieren. 

Vor dem Hintergrund der überlasteten Hausärzte und der Flut an Anrufen bei dem Infoteleon des Kreises Unna, sagte der Bürgermeister aber auch: „Schnupfen ist kein Alarmzeichen für Corona!“ Ruhe bewahren und umsichtig Handeln sei das Gebot der Stunde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare