Premiere in der Freilichtbühne

„Die Schatzinsel“ liefert Spannung für Jung und Alt

+
Effekte und Kampfszenen: Die Besucher der Freilichtbühne bekamen beim Stück „Die Schatzinsel“ ein spannendes Abenteuer geboten.

Werne - Gefährliche Seemänner stürmten am Sonntag die Freilichtbühne Werne: „Die Schatzinsel“ bediente mit Piratenthematik und bekannter Geschichte sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen, die die Buchfassung wohl noch aus der Kindheit kennen.

Die Bühnenadaption von Robert Louis Stevensons Schatzinsel kommt nicht zu kurz – auch einzelne Details des Buches wurden von den Regisseuren Marius Przybilla und Holger Schulte auf der Bühne übernommen. Ergeben hat sich eine Stimmung, als wäre der Zuschauer auf der Hispaniola auf hoher See, mit einer kollektiven Seemannsbande, auf der Flucht vor bösen Piraten.

Die Schatzinsel feiert Premiere auf der Freilichtbühne Werne

Die Atmosphäre zu Zeiten des schottischen Schriftstellers ist in Musik und Kostümen perfekt eingefangen. Im Hintergrund rauscht das Meer, dörfliche Seemannsmusik ertönt und die Piraten singen mit tiefer, grölender Stimme „15 Mann auf des toten Manns Kiste“. In alten Gewändern und weiten Hemden springen sie an Deck, der verräterische John Silver erscheint in dunkler Kleidung, statt einem Bein hat er ein Holzstück. „Ich glaub', der hat wirklich ein Holzbein“, sagt ein Junge im Publikum entsetzt. 

Beeindruckend ernsthaft und rührend naiv

Mit beeindruckender Ernsthaftigkeit nehmen die rund 30 Schauspieler ihre Rolle wahr. Siegfried Kaul als Bill Bones betritt mit Narben übersät die Bühne, mit rauer Stimme erzählt er von Seemannskollegen, die „über die Planke gingen“. Benedikt Stoltefuß kann man die Wut und die Rachelust John Silvers geradezu im Gesicht ablesen. Und daneben wirken die verlorenen Blicke und die rührende Naivität Jan Fomraths als Jim Hawkins noch tiefer.

Genauso stimmig geht es auch weiter, wenn die Seemannsleute zu Tisch gehen und den Rum ausschenken. Frühstücks-Rum gehört zum Tagesordnungspunkt, sogar die gefangene Piratenbande erhält eine Flasche, „um nicht zu verdursten“. Schließlich ist ein Mann über Bord, der zu tief ins Glas geschaut hat. „Wie viel Bier und Rum trinkt der denn bitte“, sagt eine Kinderstimme zwischen den Sitzreihen, „so viel darf man gar nicht“.

Kampf- und Fechtszenen als Höhepunkt

Obwohl die Pausen zwischen den Szenen ein wenig zu lang sind, zieht das allgemeine See-Ambiente immer wieder zurück in die Geschichte. Die eigentliche Spannung geschieht am Ende, wenn die Kampf- und Fechtszenen einsetzen. Diese sind so dynamisch, dass Käpt‘n Smollet im Kampf seine weiß-gelockten Haare verliert. „Er hatte die ganze Zeit ne Perücke auf“, sagt ein entsetztes Kind im Publikum.

Sogar bei der großen Verbeugung am Ende des Stückes bleiben die Schauspieler in ihrer Rolle. Die Piratencrew rennt mit Gebrüll und erhobenen Fäusten auf die Bühne. Und auch der Applaus der vollen Freilichtbühne bleibt nicht ohne Standing Ovations.

Text: Alexandra Prokofev

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare