Landeskirche nominiert Pfarrerin Knoll für die Hein-Nachfolge 

+
Pfarrerin Carolyne Knoll ist für die Besetzung der dritten Pfarrstelle in Werne nominiert und als Ehefrau von Pfarrer Alexander Meese auf der zweiten Pfarrstelle seit gut zehn Jahren eine bekannte Größe in der Gemeinde.

Werne/Herbern - Die Mitglieder der Ev. Gemeinde sind eingeladen, sich am Sonntag ein Bild von einer Bekannten zu machen:

Pfarrerin Carolyne Knoll, Ehefrau von Pfarrer Alexander Meese und seit Jahren in der Gemeinde tätig, wird sich im Gottesdienst um 18 Uhr in der Herberner Auferstehungskirche als Bewerberin auf die Nachfolge von Pfarrer Thomas Hein vorstellen und ihre Probepredigt halten. So verlangen es die Vorschriften auch bei bekannten Gesichtern. 

Entscheidung steht Anfang Februar

Am Mittwoch darauf ist die daher ebenfalls unerlässliche Unterrichtsprobe (Katechese) angesetzt. Bevor sich die Gemeinde dann sonntags wieder in den Kirchen versammelt, soll das Presbyterium entschieden haben, ob Knoll auf dieser 50-Prozent-Stelle für den dritten Pfarrbezirk (Stockum, Herbern) ihren festen Platz im Seelsorgeteam bekommen/behalten soll. Im Falle der (anzunehmenden) Zustimmung bestünde hier nach Ablauf der Einspruchsfrist am 3. Februar Klarheit. 

Landeskirche favorisiert bekannte Größe

Vorgänger Thomas Hein ging im April ‘19, um nach längerer Krankheit im Raum Bielefeld neu anzufangen. Das Presbyterium der seit dem Frühjahr 2017 von Personalmangel gebeutelten Gemeinschaft entschied sich für ein verkürztes Bewerbungsverfahren, bei dem die Landeskirche einen Kandidaten ohne Ausschreibung vorschlagen darf. In Abstimmung mit der Gemeindeleitung fiel die Wahl auf Carolyne Knoll.

Luther-Kirche: Suche geht weiter

Es wird aber nach wie vor gesucht: Ein Bewerber für die Pfarrstelle im ersten Bezirk an der Martin-Luther-Kirche. Dort hat sich im Frühjahr 2017 Pfarrer Kai-Uwe Schroeter auf eine neue Stelle in Warburg verabschiedet. Eine Nachfolgerin schien etwa ein Jahr darauf favorisiert, doch die Wahl der öffentlich schon benannten Bewerberin scheiterte. Das Verfahren wurde mangels Erfolgsaussichten ausgesetzt, als Pfarrer im Übergangsdienst kam im Sommer 2018 Dr. Hans Lohmann, um Meese und Knoll zu entlasten und die Besinnung der Gemeinde auf neue Strukturen zu begleiten.

Pilotprojekt: Multiprofessionelles Team  

Das trägt Früchte. Wie berichtet, stellt der Kirchenkreis Hamm den Werner Pfarrern in einem Pilotprojekt einen Diakon zur Seite. Mit einem „multiprofessionellen Team“ sucht die Amtskirche selbst nach Lösungen für den wachsenden Personalmangel. Es gibt kaum Nachwuchs, immer mehr Pfarrer erreichen die Altersgrenze.  Gleichwohl geht Meese davon aus, dass die Stellenbesetzung in der Stadtmitte bald fortgesetzt wird: „Die Ausschreibung ist weiter offen, die Landeskirche hat ein Auge darauf, wer als Bewerber mit dem hier gesetzten Schwerpunkt in der Erwachsenenarbeit in Frage kommt“, sagte der Pfarrer, der als Vorsitzender auch für das Presbyterium spricht. 

Arbeitsteilung über die Bezirksgrenzen

Hintergrund ist, dass die Zuordnung der Geistlichen zu einem Bezirk nur noch formal besteht, das Team sich nach Aufgaben organisiert und jeder sein Gebiet in der gesamten Gemeinde beackert. „Ein ,weiter so’ kann es in der Gemeinde nicht geben, das haben wir gelernt“, sagte Meese. Jetzt werde „zu Ende gedacht“ und vollzogen, was schon Gemeindekonzeption sein sollte: Die Seelsorger nach ihren Talenten schwerpunktmäßig einzusetzen. „Dabei müssen wir uns nicht selber Konkurrenz machen“, lautet eine Erkenntnis. So werde sich Diakon Michael Reckmann schwerpunktmäßig der Öffentlichkeitsarbeit widmen, die Arbeit mit älteren Jugendlichen übernehmen und im neuen Aufgabenfeld „Social Media“ neue Projekte starten. Meeses Schwerpunkt bleiben Konfirmandenarbeit und Kita-Betreuung, Carolyne Knoll soll im Falle ihrer Wahl an den Grundschulen und in der Frauenarbeit Akzente setzen und der ausstehende Kollege  neben dem Alltagsgeschäft die Erwachsenenarbeit forcieren. „So arbeiten wir dann Hand in Hand.“

Kirchenkreis unterstützt neues Modell

Die Kapazitäten der Theologen dafür sinken gleichwohl. Mit 8 000 Mitgliedern liegt die Gemeinde nach dem Schlüssel für Pfarrstellen (2 750/Pfarrer) nicht mehr bei den vormals drei vollen Stellen. Der dritte Bezirk war schon bei einer Dreiviertel-Stelle. Der Deal mit der Landeskirche und dem Kirchenkreis ist, mit dem 25-Prozent-Anteil die Gemeindepädagogische Arbeit des Diakon mitzufinanzieren. Den Rest steuert im Pilotprojekt der Kirchenkreis bei. Wenn die Rechnung aufgeht, soll das Modell Schule machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare