Neustart in Bielefeld

Pfarrer Thomas Hein verlässt die Evangelische Kirchengemeinde Werne

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Pfarrer Thomas Hein, hier bei einem Familiengottesdienst in der evangelischen Kirche in Herbern, verlässt die Evangelische Kirchengemeinde Werne.

Werne/Herbern – Nach über 20 Jahren Kirchenarbeit in Werne zieht Pfarrer Thomas Hein beruflich weiter. Zuletzt war er krankheitsbedingt bereits lange Zeit ausgefallen. Seit Montag ist er offiziell für den Kirchenkreis Bielefeld im Einsatz – erst einmal „nur“ vertretungsweise.

„Pfarrer Hein hat klar geäußert, dass er sich einen Neuanfang wünscht: Und den bekommt er in Werne scheinbar nicht“, kommentierte der Werner Pfarrer Alexander Meese den plötzlichen Abschied. Über alle weiteren Beweggründe seines ehemaligen Kollegen könne er nur spekulieren. „Aber weder das Presbyterium noch ich als Vorsitzender desselben wollten ihm da irgendwelche Steine in den Weg legen.“ Ähnlich formuliert es Kirchenkreis-Sprecher Dr. Tilman Walther-Sollich: „Es war keine Strafversetzung – ganz im Gegenteil.“

Im September 1998 war Thomas Hein in die Werner Pfarrstelle gewählt worden. Zuletzt arbeitete er unter anderem im dritten Pfarrbezirk (Herbern/Stockum) sowie als Religionslehrer an der Konrad-Adenauer-Realschule in Werne – bis zu deren Schließung 2017. Auch als Notfallseelsorger im Kreis Unna hatte Hein stets ein offenes Ohr für seine Mitmenschen.

Personell könne die Gemeinde Heins Weggang auffangen, bilanzierte Meese auf WA-Anfrage. Nachdem Hein im vergangenen Mai ohnehin längerfristig ausgefallen war, habe sich die Gemeinde bereits von Grund auf neu sortieren müssen. „Wir haben unseren Gottesdienstplan an die Personallage angepasst, die Konfirmandenarbeit zusammengelegt und die feste Zuteilung der Pfarrer zu den einzelnen Pfarrbezirken aufgebrochen“, erläuterte der Geistliche konkret.

Unterstützung erhält Meese zurzeit von Pfarrerin Carolyne Knoll, die von einer halben auf eine dreiviertel Stelle aufgestockt hat, sowie von Pfarrer Dr. Hans Lohmann. Das Problem: Lohmann ist eigentlich auch nur als Vertretung da – und zwar bis Ende Juni diesen Jahres. „Er hat aber schon einen Antrag auf Verlängerung gestellt“, verriet Meese, „also hoffen wir momentan darauf, ihn noch ein weiteres Jahr lang hier behalten zu dürfen.“

Nach einem Ersatz für Hein werde vorerst nicht gesucht. Meese: „Wir sind mit Kirchenkreis und Landeskirche im Gespräch, aber die Tendenz geht gerade eher dorthin, Pfarrstellen einzusparen.“ Er selbst sei zuversichtlich: „Zu dritt können wir das in Werne schaffen.“ Personelle Vakanzen in der Kirchengemeinde machten ihm keine Sorgenfalten mehr. Erst vor kurzem sei beispielsweise Sven Limbach zum Presbyterium hinzu gestoßen. Die letzte freie Presbyter-Stelle in Herbern könne sicher bei den Wahlen im März 2020 neu besetzt werden.

Ob und in welchem Rahmen es einen Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Hein geben werde, sei derzeit unklar. „Das muss er entscheiden“, so Meese. 

Hein selbst war für unsere Redaktion noch nicht erreichbar.

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