Pfarrer Meese informiert über Umgang mit personellen Engpässen in ev. Kirchengemeinde

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Im Gemeindezentrum in Stockum fand am Sonntagabend die Bezirksversammlung statt.

Stockum - Enger zusammenrücken und trotzdem vor Ort präsent bleiben: So plant die ev. Kirchengemeinde, zukünftig mit ihren personellen Engpässen umzugehen. Bei einer Bezirksversammlung für den dritten Pfarrbezirk stellte sich Pfarrer Alexander Meese am Wochenende den Fragen interessierter Gemeindemitglieder aus Stockum und Herbern.

Für Unruhe unter den Anwesenden sorgte vor allem die lange Krankheit von Pfarrer Thomas Hein, der eigentlich für den dritten Pfarrbezirk zuständig ist und nun seit mittlerweile einem Dreivierteljahr ohne Vertretung ausfällt. „Wie lange das noch so bleibt, ist momentan nicht abzusehen“, räumte Pfarrer Meese offen ein. 

Hinzu kommt, dass auch in den anderen Pfarrbezirken gleich mehrere Stellen vakant sind. Pfarrer Lohmann, der zurzeit den ersten Pfarrbezirk versieht, wird Werne spätestens im kommenden Sommer wieder verlassen – und eine Ausschreibung für eventuelle Nachfolger gibt es noch nicht. „Gut ist, dass die Stelle bereits freigegeben ist. Wir könnten sie also schon morgen neu besetzen“, beschwichtigte Meese und betonte: „Dieses Mal wollen wir gezielt nach einem Kollegen suchen, der sein eigenes Steckenpferd in die Gemeinde mitbringt und uns bestmöglich ergänzt.“ 

Pfarrer Alexander Meese stand den Gemeindemitgliedern zur aktuellen Personalsituation Rede und Antwort.

Unbesetzt sind außerdem beide Küsterstellen in Stockum und Herbern, die immerhin je elf Stunden pro Woche ausmachen. Wie also sollen die verbliebenen Verantwortlichen den Personalmangel auffangen? Pfarrer Meese meint: „Wir bemühen uns, die Gottesdienste gerecht auf die einzelnen Standorte zu verteilen und insbesondere Herbern neu zu beleben.“ 

Neue Abendgottesdienste

Ein Mittel sollen regelmäßige Abendgottesdienste sein – abwechselnd im Bonhoeffer-Zentrum, im Stockumer Gemeindezentrum und in der Herberner Auferstehungskirche. „Diese Gottesdienste sollen zudem ein wenig experimenteller sein als bisher: neuere Lieder, mehr Raum für Beteiligung und moderne Elemente wie Filme oder Gastmusiker“, erläuterte der Geistliche. Auch E-Gitarren und Schlagzeuge wolle er nicht per se aus seiner Kirche verbannen. „Wenn jemand Linkin Park auf der Orgel spielen kann, soll er das von mir aus gern tun. Vielleicht lässt sich das Image der Kirche so etwas entstauben.“ 

Einen Anfang machten Alexander Meese und seine Konfirmanden am Sonntag mit dem ersten Abendgottesdienst in Stockum zum Thema „Feuerwerk“. Dort präsentierten die Jugendlichen einen selbst gemachten Film, in dem sie das Gleichnis vom Festmahl mit Playmobil-Figuren nacherzählten.

Mit seiner Strategie, die Gemeindemitglieder aus Stockum und Herbern frühzeitig über die Entwicklungen in ihren Stadtteilen auf dem Laufenden zu halten und sich ihre Sorgen anzuhören, stieß Pfarrer Meese auf gänzlich positive Resonanz. „Wir treffen als Presbyterium keine Entscheidung, ohne Sie vorher zu informieren und Ihre Meinung einzuholen“, versprach er. Fest stehe: „Wir gehen weder aus Stockum noch aus Herbern weg.“

Gottesdienstplan rund um Ostern

Einen ersten Vorgeschmack auf die neue Gemeindestruktur gab Meese den Anwesenden, indem er ihnen einen Einblick in den Gottesdienstplan rund um das Osterfest ermöglichte. Am Ostersonntag sei in Stockum zum Beispiel ein Osterfrühstück mit anschließendem Familiengottesdienst gemeinsam mit der Kita Jona geplant. Parallel laufe im Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum ein Gottesdienst mit den Werner Kitas. „Und in Herbern wollen wir das Osterfest am Montag ausklingen lassen: mit einem Gottesdienst um 18 Uhr“, so Meese. Danach gebe es zum „Osterfeuer mal anders“ Stockbrot aus der Feuerschale und Bratwürstchen. 

Bei aller Unsicherheit zur Zukunft ist sich Pfarrer Meese sicher: „Wir werden das gemeinsam stemmen.“ Die Konfirmanden aus Stockum und Herbern werde er vorerst weiter als Ansprechpartner betreuen. Und sobald es Neuigkeiten gebe, werde er zur nächsten Bezirksversammlung einladen.

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