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Pastoralreferentin aus Werne startet mit 56 Jahren noch mal neu

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Die ersten Abschiedsgeschenke hat Maria Thiemann, hier mit Pfarrdechant Jürgen Schäfer, schon bekommen. Sie hört Ende Juni in der Christophorus-Gemeinde auf.
Die ersten Abschiedsgeschenke hat Maria Thiemann, hier mit Pfarrdechant Jürgen Schäfer, schon bekommen. Sie hört Ende Juni in der Christophorus-Gemeinde auf. © Jörg Heckenkamp

Fast 23 Jahre war Maria Thiemann im Seelsorgeteam der katholischen Gemeinde tätig. Jetzt orientiert sich die 56-Jährige neu. Sie bleibt in der Nähe und tritt einen neuen Job in Lünen an.

Werne - Zum 1. Januar 2000 trat Maria Thiemann als Pastoralreferentin ihren Dienst in der katholischen Gemeinde St. Christophorus Werne an. Nun sei es Zeit für eine berufliche Neuorientierung, sagt die 56-Jährige. Ihr Wechsel führt sie nicht weit von Werne weg: Als Nachfolgerin von Dorothee Hassels übernimmt Thiemann die katholische Seelsorge am St. Marien-Hospital in Lünen.

Start für den neuen Job ist der 1. Dezember 2022. Ihre Arbeit in Werne ist Ende Juni getan. Was macht sie in der Zwischenzeit? Sie nimmt sich eine Sabbat-Auszeit. „Für Urlaub, Dinge, die ich erledigen will und vor allem für eine Pilgerstrecke auf dem Jakobsweg.“ Das hat sie in der Vergangenheit bereits zwei Mal mit Gruppen aus Werne gemacht und war davon schwer begeistert.

Maria Thiemann arbeitet mit einer guten halben Stelle als Pastoralreferentin im Seelsorgeteam von St. Christophorus. Zusätzlich ist sie mit acht Wochenstunden in der Ehe-, Lebens- und Familienberatung tätig. „Dafür habe ich von 2008 bis 2012 einen Master-Studiengang absolviert“, sagt Thiemann. Die acht Beratungsstunden wird sie weiter leisten, ihre anderen 24 Wochenstunden ab Dezember dann der Krankenhaus-Seelsorge in Lünen widmen.

Die Nachfolge ist bereits geregelt. „Wir bekommen ab 1. Oktober 2022 mit Martin Grünert einen neuen Pastoralreferenten“, sagt Pfarrdechant Jürgen Schäfer. Überraschenderweise sogar mit einer vollen Stelle. Dennoch ist Schäfer nicht ganz glücklich mit der Wahl. Nicht wegen der Person Grünerts, sondern „weil ich gerne wieder eine Frau im Seelsorgeteam gehabt hätte“.

Mehr Frauen in der katholischen Kirche

Mit dieser Einstellung rennt er bei Maria Thiemann offene Türen ein. Denn zum Abschied kritisiert sie die mangelnde Reform-Geschwindigkeit der katholischen Kirche. Insbesondere, was die Stellung der Frau angeht. Ob sie sich Priesterinnen in der katholischen Kirche vorstellen könne? „Für mich selbst käme das nicht infrage, aber generell, ja, das könnte ich mir gut vorstellen.“

Sie verweist auf das Erzbistum Essen, „wo Pastoralreferentinnen das Sakrament der Taufe spenden dürfen. Das ist ein weiterer Schritt auf einem richtigen Weg. Das könnte ich mir auch für unsere Gemeinde vorstellen.“ Doch ab Juli hat sie mit diesen Themen nur noch wenig zu tun. Erst einige Sabbat-Monate, und dann startet die 56-jährige Maria Thiemann in ihrer neuen Aufgabe als Krankenhaus-Seelsorgerin in Lünen. - von Jörg Heckenkamp

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