Orgel zieht um: Von St. Konrad in die Kirche Maria Frieden

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Stellten die Pläne vor: (v.l.) Organist Günter Herrmann, Kantor Hans-Joachim Wensing, Günter Schlicker und Verwaltungsreferentin Michaela Schulte von der Projektgruppe „Neuausrichtung St. Konrad“ sowie Pfarrdechant Jürgen Schäfer.

Werne - Die Orgel von St. Konrad erklingt ab Christi Himmelfahrt (10. Mai) in Maria Frieden. Sie wird in der einen Kirche ab- und in der anderen wieder aufgebaut. Das Bistum Münster habe Mitte der Woche die Finanzierungszusage für die Pläne gegeben, berichtete Pfarrdechant Jürgen Schäfer am Freitag. Kostenpunkt: 80 000 Euro.

Bei der Entscheidung, die Orgel umzusetzen, spielten für die Gemeinde St. Christophorus mehrere Aspekte eine Rolle. Zum einen entsteht auf der Fläche des Kirchenschiffs St. Konrad bekanntlich ein Neubau für die Zentralrendantur, wobei im neu geplanten Gebetsraum, der im Turm entstehen soll, nicht ausreichend Platz für das große Instrument wäre. 

Zum anderen wäre die notwendige Sanierung der Orgel in Maria Frieden, die aus den 30er-Jahren stammt, nicht wirtschaftlich. Überdies ist die Qualität der beiden Klangkörper höchst unterschiedlich: Der mechanische in St. Konrad schlage den elektropneumatischen im Werner Westen um Längen, hieß es. 

Die Orgel in St. Konrad

Erst 2003 war er von der Firma Stockmann in Werl gebaut worden. Hans-Joachim Wensing nennt es einen Glücksfall, dass die Orgel überhaupt umgesetzt werden kann: „Eigentlich werden solche Instrumente individuell für einen Raum geschaffen“, sagt der Kantor und zieht den Vergleich mit einer Zahnprothese. Weil die beiden Kirchenbauten sich ähnelten und die Statik es ermögliche, könne das „Schmuckstück“ nun 1:1 erhalten werden. Zwischendurch war daran gedacht worden, es für den späteren Turmraum von 19 auf zwölf Register zu verkleinern. 

Auch finanziell fährt die Gemeinde mit der jetzigen Lösung am besten. 210.000 Euro hatte sie 2003 für den Neubau bezahlt, für den bei Verkauf aber nur noch knapp 60.000 Euro erzielt werden könnten. Eine neue Orgel für Maria Frieden koste heute wohl zwischen 300.000 bis 400.000 Euro, hieß es. Unverhältnismäßig wären mit bis zu 150.000 Euro die Reparaturkosten. „Tut Euch das nicht an“, habe auch der Sachverständige geraten. 

Erste Arbeiten ab dem 8. Januar 

Obendrauf kommt, dass das 30er-Jahre-Instrument noch über einen Gebraucht-Händler verkauft werden konnte: an eine Gemeinde in der Nähe von Barcelona. Für 9 500 Euro. Dieses Geld decke fast den Eigenanteil für das Versetzen der Konrad-Orgel, verdeutlichte Schäfer. Im Rahmen des Bauprojekts auf dem Kirchberg werde nun noch eine Lösung für den Turmraum gefunden. 

Nun geht’s schnell: Die Orgel in Maria Frieden wird laut Schäfer schon ab dem 8. Januar abgebaut; das habe der Käufer so gewollt und wegen der Kürze der Zeit habe er die Nachricht nicht in einer Gemeindeversammlung vermelden können. Die „neue“ Orgel erklingt in St. Konrad letztmalig am ersten Fastensonntag, 18. Februar. 

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