Neues Bauland: Eikawäldchen im Zieleinlauf – Horst am Start

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In der nächsten Sitzung des Stadtrats soll Baurecht in Sachen „Wohnquartier am Eikawäldchen“ (vormals „Schürmanns Wiese“) geschaffen werden.

Stockum – Bauland für Stockum: In dieser beinahe unendlichen Geschichte um ein Quartier am Eikawäldchen scheint planungsrechtlich das letzte Kapitel aufgeschlagen, wie sich im Bezirksausschuss zeigte. Vor der Umsetzung ist aber noch eine Kanalbaumaßnahme fällig. Damit es in der Bauerschaft Horst neue Bauplätze gibt, hat das Gremium die von der CDU geforderte Überprüfung von Flächen eingeleitet.

Eikawäldchen: Mit Beschluss des Bebauungsplanes und des Städtebauvertrages mit dem Entwickler soll der Stadtrat in der Sitzung am Mittwoch, 18. März, Baurecht in Sachen „Wohnquartier am Eikawäldchen“ (vormals „Schürmanns Wiese“) schaffen. Mit der erneuten Offenlegung sind alle Hindernisse ausgeräumt. 

Obwohl in der Sache ohne Kompetenz und über die Fraktionen im zuständigen Fachausschuss eingebunden, hatte der Bezirksausschuss in zur jüngsten Sitzung Abteilungsleiterin Gabriele Stolbrink einbestellt, damit die noch einmal berichtet, was bekannt sein sollte – und im Planungsausschuss bereits unter Mitwirkung einiger Bezirksausschussmitglieder erledigt wurde. 

Erst Kanalbau fällig

Dabei kam die Frage auf, wie es sich bei der Erschließung mit dem Kanalbau verhält. Da musste die Verwaltung passen, die Antwort darauf gab es nun im zuständigen Kommunalbetriebsausschuss: Die zunächst ins Auge gefasste Kanalsanierung im angrenzenden Bereich Hugenpoth, Homanshof und Bodelschwinghstraße werde in diesem Zuge noch nicht vorgenommen, berichtete KBW-Leiter Frank Adamietz. Hier käme auf die Anlieger wohl eine Kostenbeteiligung zu. 

Bis auf 50 Meter im Hugenpoth werde im Bestand für den Bau des Hauptsammlers zum Neubaugebiet nichts angefasst. Die Ausschreibung solle im Mai erfolgen, die Arbeiten dürften bis zum Winter dauern. Denn nach Einschätzung der Verwaltung können die ersten Häuslebauer nicht vor Frühjahr ‘21 loslegen. 

Bauland in Horst: Für neues Bauland in Horst hatte die CDU einen Antrag vorgelegt, aber sich über die Präsentation offenbar nicht abgestimmt. Auf Geheiß der Fraktionskollegin im Ausschussvorsitz, Annegret Lohmann, musste der etwas verdatterte Michael Höcker ran. Wie berichtet, soll die Verwaltung prüfen, inwiefern für Baulandnachfrage aus dem Dorf ein Angebot eröffnet werden kann. 

Die Kollegen hatten sich dazu schon mehr Gedanken gemacht. Das sei vom Grundsatz her gut, befand Dörthe Oesterschulze (SPD). „Da sollte aber auch die Festlegung des Planungsausschusses zum Tragen kommen, 30 Prozent der Wohneinheiten als Sozialwohnung zu errichten.“ Außerdem soll auf ihr Betreiben bilanziert werden, inwiefern beim vorherigen Baugebiet Waterfohr überhaupt Ortsansässige zum Zuge gekommen sind. Diese Vorgabe wurde dem Vernehmen nach arg unterlaufen. 

Vorgaben gegen eine Zersiedelung der Landschaft

Die Krux besteht hier darin, dass eine Baulandausweisung nur schwer mit den regionalplanerischen Vorgaben gegen eine Zersiedelung der Landschaft in Einklang zu bringen ist. Das erfordert unter anderem die Beschränkung auf Ortsansässige. Michael Peters (UWW) sprach daher von einem „Dejavu“, weil sich das an der Waterfohr schon als heikel erwiesen habe. 

Geschätzt seien nur 40 Prozent der Parzellen an Horster Bürger gegangen. Artur Reichert (FDP) wohnt selbst dort und zweifelt nicht an dem Bedarf. „Es darf aber nicht wieder so lange dauern, wie an der Waterfohr, weil sich die Familien dann wieder umorientieren“, mahnte er. 

Außerdem solle das Vorhaben unabhängig von der möglichen Umgehungsstraße geprüft werden, die von der CDU immer wieder gegen Widerstände der Planer bei Stadt und Kreis propagiert wird. In dieser Kombination sah der Liberale keine so großen Erfolgsaussichten für ein Baugebiet. Josef Börste (Grüne) hatte aufgrund eines Pressezitats des CDU-Fraktionsvorsitzenden Willi Jasperneite den Eindruck, dass die Union die Suche beschleunigen kann. 

Jasperneite hatte in dem Bericht sinngemäß damit kokettiert, die CDU habe in Horst schon Flächen im Blick, wolle aber erst einmal sehen, auf welche Ideen die Planungsabteilung kommt. „Um welche Standorte handelt es sich denn?“, fragte Börste, erntete auf der Unionsbank aber nur achselzuckendes Schweigen. „Das ist merkwürdig“, schüttelte Börste über das Gebaren den Kopf. „Wenn Sie doch schon Vorstellungen haben, sollten Sie das auch konkret machen. Das könnte die Angelegenheit beschleunigen.“

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