Neuer Investor

Stadt geht Rücknahme der Burgstraße 13 an

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Als Folienpalast und Brutstätte wilder Tauben präsentiert sich seit Jahren das Denkmal Burgstraße 13 – immerhin eines der ältesten Fachwerkhäuser in Werne. Die Stadt will ihren früheren Besitz zurücknehmen und einem neuen Investor übertragen.

WERNE -  Nach Jahren des Stillstands sind die Verantwortlichen im Stadthaus nun doch gewillt, den Verkauf des verrottenden Denkmals Burgstraße 13 rückgängig zu machen, wie es der Vertrag bei Nichterfüllung der Sanierungsauflagen vorsieht – weil es einen neuen Interessenten gibt.

Da die Stadt Werne gerade mit der Gründungsinitiative für die „Freunde der historischen Altstadt Werne“ mehr ehrenamtliches Engagement für den Erhalt der Denkmäler mobilisieren will, steht ihr kaum gut zu Gesicht, wenn zugleich das vormals städtische Denkmal Burgstraße 13 weiter zum Mahnmal der Untätigkeit verkommt.

Mit der Kaufanfrage eines neuen Investors kommt wieder Bewegung in die Angelegenheit. Das hat Baudezernent Ralf Bülte auf Anfrage des WA bestätigt

Schon zwei Mal hat die Stadt das Fachwerkhaus – mit Ursprüngen aus dem 16. Jahrhundert eines der ältesten in Werne – mit der Maßgabe einer denkmalgerechten Sanierung an einen Investor verkauft. Der erste ließ es 2001 entkernen, um danach die Denkmalwürdigkeit in Frage zu stellen und einen Abriss genehmigt zu bekommen. Per Ordnungsverfügung setzte die Stadt 2003 die provisorische Sicherung durch und machte den Verkauf rückgängig.

Fünf Jahre später der zweite Anlauf: Der Werner Architekt Heinz Schlierkamp kaufte das mit Folie vernagelte Gebälk samt Grund für 20 000 Euro. Doch trotz vom Land geförderter Ausbauplanung für eine Hebammenpraxis samt Wohnung sah er keine wirtschaftliche Basis für die aufwändige Sanierung.

Dass er damals die Pläne nicht umgesetzt hat, liegt nach Schlierkamps Angaben daran, dass Förderzusagen von Land (125 000 Euro) und Stadt (25 000 Euro) nicht eingehalten worden seien. Die Stadt bestreitet, dass es die in belastbarer Form jemals gab.

Zutreffend ist aber wohl die Feststellung des (Noch-)Eigentümers, dass schon bald das Interesse der Stadt an der Sanierung des Schandflecks, und erst Recht an der Rücknahmeoption, erloschen ist. Aber das hat sich geändert. Wie Bülte berichtete, ist der Lünener Unternehmer Ilir Krasniqi an dem Objekt interessiert. Ihn persönlich konnte die Redaktion dazu gestern nicht erreichen.

Eine Visitenkarte hat Krasniqi gerade mit dem Neubau Burgstraße 5 in der teils geschützten Häuserzeile abgegeben. Und er hat laut Verwaltung nach einer Besichtigung der Burgstraße 13 die denkmalgerechte Sanierung des Schandflecks in Aussicht gestellt.

Immerhin so konkret, dass noch vor dem Jahreswechsel Vertragsentwürfe verfasst wurden, die nun mit der vorgesetzten Denkmalbehörde in Münster bezüglich der genauen Sanierungsauflagen abgestimmt werden.

Heinz Schlierkamp hat damit abgeschlossen, wie der dem WA sagte, und will sich einer Rückabwicklung des Vertrages nicht verwehren – wenn die Konditionen stimmen: „Ich will es nicht mehr haben. Soll es ein anderer Investor versuchen, wenn er es sich leisten kann. Nur mit dem damaligen Kaufpreis ist es nicht getan. Ich habe schließlich einigen Aufwand für das Projekt betrieben.“

Also bestimmt erneut das Verhandlungsgeschick, ob das Denkmal Burgstraße 13 eine Zukunft hat oder besser Mahnmal heißen sollte. - bkr

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