Zum 1. Mai

Neuer Betreiber für Friedhofskapelle am Südring - Modernisierung geplant

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Die Friedhofskapelle am Südring hat einen neuen Pächter: das Werner Bestattungshaus Lünebrink. Geschäftsinhaber Torsten Lünebrink will das Gebäude im Laufe der nächsten Jahre modernisieren.

Werne - Betrieb und Unterhaltung der Friedhofskapelle am Südring gehen zum 1. Mai in private Hände. Der Werner Bestatter Torsten Lünebrink plant eine sukzessive Modernisierung des 1963 errichteten Gebäudes. Für die Angehörigen ändere sich zunächst aber nichts, wie es heißt.

Die Friedhofskapelle gehört der Kirchengemeinde St. Christophorus und wurde bis dato von der Stadt Werne verwaltet. Die Pläne zum Betreiberwechsel waren Mitte März bekannt geworden. Mit seinem Okay zum Vorhaben hatte der Stadtrat jüngst den Weg für vertragliche Vereinbarungen zwischen der Gemeinde und dem hiesigen Bestattungshaus freigemacht. „Wir sind froh und glücklich, dass wir jetzt Vollzug melden können“, betonte Lünebrink am Dienstag.

Laut dem Pfarrdechanten Jürgen Schäfer gibt es seit Jahren die Entwicklung, dass Trauerhallen privat betrieben werden. Für die Gemeinde sei dies von Vorteil. „Wir versprechen uns einen umfassenden Service, wie ihn öffentliche oder kirchliche Stellen einfach nicht bieten können“, sagt der Geistliche auch mit Blick auf die Vielzahl der heutigen Bestattungsformen. Überdies gehe man davon aus, dass – wie man selbst – auch Private ein großes Interesse daran hätten, ansprechende Räumlichkeiten zur Verabschiedung Verstorbener vorzuhalten.

Langfristiger Pachtvertrag geschlossen

Lünebrink und die Kirchengemeinde haben einen langfristigen Pachtvertrag geschlossen. Darin hat sich der Bestatter zu Modernisierungsmaßnahmen verpflichtet. „Wir werden unter anderem die Türen erneuern, die Toilettenanlage und den Vorplatz“, kündigte Lünebrink an. Zudem würden die insgesamt 17 Bänke mit Polster ausgestattet, das Licht verbessert und die Aufbahrungsräume umgestaltet.

Die Kosten für die ersten Maßnahmen, zu der auch eine neue Schließanlage zählt, bezifferte Lünebrink mit 50 000 bis 70 000 Euro. „Ich gehe aber davon aus, dass ich über drei bis fünf Jahre das Doppelte in das Gebäude hineinstecken werde.“

Freuen sich über die gefundene Lösung: Bestatter Torsten Lünebrink (links) und Pfarrdechant Jürgen Schäfer.

Nicht zuletzt wegen des nicht unerheblichen Renovierungsbedarfs hatte die Stadt einem Betreiberwechsel zugestimmt. Gleichzeitig war die Sorge aufgekommen, dass die Kosten für Hinterbliebene stark steigen könnten. Dieser Befürchtung trat Lünebrink am Dienstag entgegen. So seien die bisherigen „krummen“ Beträge nur auf- beziehungsweise abgerundet worden. Mit Fortgang der Gebäudemodernisierung sei aber mit höheren Entgelten zu rechnen.

Preise deutlich unter denen andernorts in der Region

Die Nutzung eines Aufbahrungsraums kostet ab Mai 75 Euro statt bisher 75,77 Euro pro Bestattung. Für die Trauerhalle werden 150 statt 140,71 Euro fällig. Damit liege man deutlich unter den 200 bis 250 Euro, die andernorts in der Region gefordert würden, meinte Lünebrink. Und: Würde er die Preise deutlich anheben, müsste er unter anderem damit rechnen, dass Trauerfeiern direkt am Grab vollzogen würden.

Laut Lünebrink wird die Trauerhalle, wie in der Branche üblich, zu gleichen Konditionen auch anderen Bestattungsunternehmen zugänglich sein. Die klassischen Zeiten einer Bestattung seien werktags von 9 bis 15 Uhr. Der Samstag werde einbezogen, wenn es in der Woche einen Feiertag gab.

Bestatter in fünfter Generation

„Mit den Kirchenvertretern und der Stadt Werne arbeiten wir schon seit vielen Jahrzehnten sehr eng und vertrauensvoll zusammen. Jetzt freuen wir uns auf viele weitere unkomplizierte Jahre“, sagte Torsten Lünebrink. Der 45-Jährige führt das gleichnamige Bestattungshaus bereits in fünfter Generation. Zu den fünf Mitarbeitern zählt auch Zlat Lünebrink, der die Familientradition fortsetzen will. „Alles soll ein bisschen frischer und zeitgemäßer werden“, wird dieser in einer Pressemitteilung zitiert.

Bei den Plänen zur Modernisierung der Friedhofskapelle ist laut Torsten Lünebrink auch der Bau eines Vordachs geprüft worden, damit Trauernde bei größeren Feiern nicht vom Regen nass werden können. Darauf allerdings werde verzichtet. So sei der Platz in der Halle bei den allermeisten Bestattungen ausreichend. Schäfer ergänzte, dass Hinterbliebene die Trauerfeiern teils bewusst von draußen verfolgten.

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