Neuer ABC-Zug übt den Ernstfall in Werne

+
Die Übung fand in Schutzkleidung statt.

Werne - Kommt es zu Unfällen mit atomaren, biologischen oder chemischen Stoffen, rücken in NRW neuerdings spezielle ABC-Züge aus. In Werne ist für diese Sondereinheit gerade ein Einsatzfahrzeug an der Feuerwache in Dienst gestellt worden. Die Mannschaft dafür stellen Feuerwehrkräfte aus Werne, Bergkamen und Selm. Damit die im Ernstfall Hand in Hand arbeiten, obwohl sie aus unterschiedlichen Einheiten stammen, wurde das am Samstag bei einer Übung am Gerätehaus in der Stadtmitte trainiert.

Die „ABC-Züge NRW“ fallen unter das präventive Katastrophenschutzkonzept des Landes. Der Zug im Kreis Unna vereint Feuerwehrkräfte aus Selm, Bergkamen und Werne und steht für Einsätze im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg bereit. Näher kennengelernt haben sich die Freiwilligen aus den drei Städten bei ihrer ersten Übung im November 2017. 60 Aktive aus drei Einheiten koordiniert Zum zweiten Termin am Samstag ging es nunmehr zur Sache: 60 Aktive (34 aus den Werner Einheiten Stadtmitte, Stockum, Langern und Holthausen) probten an mehreren Stationen den Ernstfall auf abgesperrtem Gelände. „Wir sind stolz, solche Übungen machen zu können“, sagte Oberbrandmeisterin Bele Pohlmann. 

Doch die Realität lässt sich trotz aufwändiger Inszenierung nur in Grenzen abbilden: Kommt es hart auf hart, sind etwa 100 Kräfte in viel weitläufigerem Gebiet im Einsatz. Dennoch ließen sich wichtige Situationen gut simulieren: Unter anderem galt es, einen leck geschlagenen Tank abzudichten, darauf haben sich die Werner innerhalb des Zuges spezialisiert.

 Für das Szenario stellten die Selmer Kameraden ein selbstgebautes Übungsgerät zur Verfügung. Sie ließen aus einem Kesselwagen Wasser strömen, um einen Unfall mit Salpetersäure zu simulieren. Besonders wichtig also, sich an die Ausrüstung zu gewöhnen. Chemieschutzanzüge (CSA) und Spezialhandschuhe gibt es nur in Universalgrößen, das schränkt die Feinmotorik der Einsatzkräfte ein. Die Kameraden müssen im Training daher ein sicheres Gefühl für kleinteilige Arbeiten entwickeln. Darum hieß es zur Eingewöhnung: Kanister schleppen im sperrigen Ganzkörperanzug. 

Im Ernstfall rückt der ABC-Zug unter anderem mit dem neuen vom Bund finanzierten „Löschgruppenfahrzeug 20 Katastrophenschutz“ aus, das vergangenen Mittwoch übergeben wurde. Es bietet Technik, mit der Gefahrstoffe gemessen werden können. In diesem Zusammenhang erläuterte ein Lkw-Fahrer, Bruder eines Freiwilligen, auf welche Verkehrslagen sich die Retter im Zusammenhang mit Gefahrguttransporten einstellen müssen. Das ist im Kreis Unna mit den Autobahnen als Unfallschwerpunkt von Belang. Ist die Gefahr gebannt, folgt ein ebenso wichtiger Schritt: die Dekontamination der Einsatzkräfte. Hier kann ein falscher Handgriff fatale Folgen haben. „Wir wollen, dass alle heil nach Hause kommen und für die Umwelt kein Schaden entsteht“, betonte Pohlmann. Daher übten die Feuerwehrleute detailliert die Abläufe an den Duschen und das Ablegen von Atemschutz und Schutzanzügen. 

Der für die Öffentlichkeit zugänglichen Freiluftübung war die Ernennung der ABC-Zugleitung durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister Heinz-Jörg Sommer vorausgegangen. Marc Knehans (Oberbrandmeister in Bergkamen) übernahm die Führung, Sven Schubert (Werne) und Bernhard Droste (Selm) sind seine Stellvertreter. Die Sonderheinheit trifft sich nun mindestens viermal im Jahr zu solchen Übungen. Die nächste richtet am 30. Juni die Wehr in Bergkamen aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare