Volles Haus bei der Weiberfastnacht

Närrische Mädels rocken den Kolpingsaal

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Die Polonaise der Weiber zog durch den Kolpingsaal.

Werne - „Wir Mädels rocken heute den Laden“, rief Stadtprinzessin Bente I. in den fast ausverkauften Kolpingsaal. Sie ließ als Zeichen des Weiberregiments das Zepter über ihrem Kopf kreisen. Die jecken Frauen stimmten mit Helau in die Ansage ein. Den Herren der IWK blieb nichts anderes übrig, als unter Buh-Rufen den Saal zu verlassen. Die Weiberfastnacht gehörte den Frauen.

So ergriff Sitzungspräsidentin Sabine Ibrahim die Gelegenheit, über die männliche Spezies zu räsonieren. Der Baumarkt sei das Hauptquartier dieser Gattung. „Er kennt sich dort aus, wo der Besen steht, weiß er nicht zuhaus“, reimte Ibrahim. Das Geschirr ließen Männer grundsätzlich liegen, „als könnte es Füße kriegen“. Ob der männliche Sinne für Unordnung ein Gendefekt oder schlicht der Dummheit geschuldet sei, ließ sie am Ende offen. Immerhin müsste der letzte Satz ihrer Gardinenpredigt den ausgesperrten Herren in den Ohren geklingelt haben: „Wir lieben sie doch.“ 

Wernes wilde Weiber feiern im Kolpingsaal

Wie Anja Hagenkötter, Geschäftsführerin der IWK, verriet, führte Sabine Ibrahim am Donnerstag zum elften Mal durch das Programm der Weiberfastnacht. Ein krumme Zahl, aber für Karnevalisten ein kleines Jubiläum. Als Elferrat hatte die Sitzungspräsidentin einige Frauen der Freilichtbühne an ihrer Seite. Als zweite Vorsitzende und Regisseurin der Bühne nutzte Ibrahim die Fastnacht, um den jecken Weibern einen Vorgeschmack auf die anstehende Freilichtbühnen-Saison zu geben. Die präsentiert in diesem Jahr erstmals drei Stücke, darunter eine Schlager-Revue der 1970er-Jahre. In diesem Kleidungsstil hatte sich der Elferrat ausstaffiert und sang ein Medley aus Songs wie „Im Wagen vor mir“ oder „Ich war noch niemals in New York“. Natürlich waren die Damen im Saal aufgefordert, mitzusingen und mitzutanzen. Dem kamen die meisten ausgelassen nach. 

Der Prinz brachte den Saal zum Kochen.

Mit Gelächter antworteten die Weiber auf die Gags des Bauchredners Tim Becker. Der unterhielt sich mit einem Doughnut, der Donald Trump für seinesgleichen hielt: „Außen fettig und innen hohl - so, wie ein Doughnu(l)t sein muss.“ Dem Gebäckstück folgte ein lila Pony mit einer Vorliebe für schlüpfrige Witze und ein aggressives weißes Kaninchen, das Becker aus dem sprichwörtlichen Hut hervorholte. 

Männerballett war der Renner

Ein Renner des Programms war das Männerballett aus Beckum. Seit Jahren sind sie ein Garant für fetzige Auftritte und wurden dementsprechend begeistert von den Frauen empfangen. In Fliegermontur flogen sie über die Bühne – was angesichts von einigen akrobatischen Einlagen durchaus wörtlich verstanden werden dar. Einige Programmpunkte wurden jedoch mit verhaltener Stimmung aufgenommen. „Manches ist zu sehr in die Länge gezogen“, monierte eine Besucherin. Die Folge: Zwischendurch verkrümelten sich einige Cliquen aus dem Saal in andere Regionen des Kolpinghauses, um dort zu quatschen. 

Pierrot das beste Einzelkostüm

Spätestens bei der Polonäse zur Kostümprämierung waren aber alle wieder im Saal. Yvonne Thiel freute sich anschließend über den Sieg in der Kategorie „Bestes Einzelkostüm“. Sie hatte sich in einen bunten Pierrot verwandelt. Ihren Platz als bestes Paar-Kostüm konnten die Vorjahressieger Nicole Pollack und Carmen Töller behaupten. Dieses Mal hatten sie sich als Popcorn ausstaffiert. Nicht leicht wurde der Jury die Entscheidung in der Kategorie „Bestes Gruppenkostüm“. Schließlich ging die Auszeichnung an eine Faschingsgruppe, die sich als Kartenspiel verkleidet hatte. 

Hofstaat außer Konkurrenz

Außer Konkurrenz zog der Hofstaat der Prinzessin durch den Saal – als Löwen, Tiger und Zebras, deren Hälse in Holzrahmen steckten, was sie als Trophäen eines Großwildjägers auswies. „Super“, befand Ibrahim. „Nur leider seid ihr Gastgeber und damit eben nicht in der Wertung.“ Das Lob freute die Trophäen trotzdem.

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