Stellenabbau am Werner Standort

Nach schlimmer Nachricht bei AB Elektronik: Erste Reaktion der IG Metall

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Beim Werner Automobilzulieferer AB Elektronik wurde am Freitag – von außen betrachtet – ganz normal gearbeitet.

Werne – Ein Drittel der 360 Beschäftigten der AB Elektronik GmbH droht der Verlust des Jobs. Auf diesen Paukenschlag in der Betriebsversammlung am Donnerstag folgte am Freitag erst einmal viel Stille. Eine erste Reaktion der IG Metall gab es allerdings im WA-Gespräch.

Die Geschäftsführung hatte in ihrer Mitteilung über den Stellenabbau und den Einstieg ins Sozialplanverfahren sogleich angekündigt, wegen der anstehenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat vorerst keine Nachfragen zu beantworten. Und auch der Vorsitzende der Arbeitnehmervertretung, Thomas van Aart, hielt es auf WA-Anfrage für klüger, sich zunächst nicht öffentlich zu äußern. 

„Ich bitte um Verständnis, dass würde im Moment nur schaden, wir müssen uns in der Sache erst einmal aufstellen“, sagte van Aart, der in diesem Punkt so seine Erfahrung hat: 

An der Seite des vorherigen BR-Vorsitzenden Rainer Kottmeyer und dem damaligen Bezirkschef der IG Metall, Alfons Eilers, hatte er seinen Anteil daran, dass in dem langen Arbeitskampf 2013/14 aus dem von der vorherigen britischen Holding „tt electronics“ geplanten Kahlschlag mit massiver Produktionsverlagerung nach Rumänien am Ende ein Sanierungstarifvertrag hervorging, der dem Standort eine vielversprechendere Perspektive eröffnete, als die beabsichtigte Konzentration auf ein Entwicklungszentrum für Sensoren der Automotive-Branche. Doch setzt die wirtschaftliche Abwärtsentwicklung – nach wie vor in großer Abhängigkeit zum Wohl und Wehe der Automobil-Hersteller – dem Betrieb wohl auch unter dem Dach des neuen US-amerikanischen Eigentümers AVX zu. 

Wenig Verständnis bei der IG Metall

So wie zuvor schon in der Wirtschaftskrise 2008/09, als AB erstmals im großen Stil, aber durch eine Auffanggesellschaft begleitet, Mitarbeiter entließ. Auch die aktuelle Krise erklärte Geschäftsführer Thomas Rinschede in der Mitteilung von Donnerstag mit dem Abschwung in der Autoindustrie. 

Wenig Verständnis hat Britta Peter, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Hamm-Lippstadt, für den angekündigten Stellenabbau. Sie bezeichnete die Kunde aus Werne als „Horrornachricht“. Konkrete Konzepte konnte die Mitarbeiterin der Einzelgewerkschaft am Freitag noch nicht benennen, weil erst Freitag die Unterlagen der Arbeitgeber in Hamm eingetroffen sind. „Wir werden eine Gegenposition erarbeiten, denn unserer Meinung nach ist der Betrieb nicht zukunftsfähig, wenn so viele Arbeitsplätze abgebaut werden“, lautete ihre erste Einschätzung der Situation. 

Sie unterstrich zudem die Bedeutung des Standorts, an dem „sehr wohl zukunftsweisende Produkte“ hergestellt würden. Auch im Werner Stadthaus hat der WA gefragt, wie die Situation in dem Betrieb dort betrachtet wird. Aber Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht weilt im Urlaub und Bürgermeister Lothar Christ, der in der Krise vor fünf Jahren einen runden Tisch für Gespräche angeboten hatte, ist erst am Montag wieder erreichbar.

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