Keine offenkundige Ursache im Fachwerk

Nach Dacheinsturz ist Bauernhaus unbewohnbar

+
Diese Aufnahme der Feuerwehr Werne mit der Drohne zeigt das Ausmaß der Schäden. Das Haus ist unbewohnbar, nachdem der Tennengiebel nach innen kippte, das Dach verschob und samt dem zweiten Giebel überm Wohntrakt einstürzen ließ.

Werne - „Glück im Unglück“ hieß es nach dem Einsturz des Dachstuhls über dem alten Hof am Knappweg am Montagabend. Menschen wurden nicht unmittelbar verletzt. Das mehr als 200 Jahre alte Fachwerkhaus ist aber so massiv beschädigt, dass es für das betagte Paar auf dem Altenteil wohl kein zurück in ihr Zuhause gibt.

Die ganze Tragweite des Unglücks trat am Dienstag zutage. Wie berichtet, war am Montagabend gegen 20.33 Uhr plötzlich der vordere Giebel des Tennenteils nach innen eingebrochen, hatte den Dachstuhl auch über dem Wohntrakt zusammenbrechen lassen und den hinteren Giebel umgeworfen. Die beiden Senioren im Erdgeschoss erlitten einen Schock, blieben aber unverletzt und kamen bei der Tochter unter. 

Hofhund weiter verschwunden

Als Glück im Unglück erwies sich wohl, dass der mit im Haus lebende Sohn und Eigentümer sich just an diesem Tag zu einer Behandlung ins Krankenhaus begeben hatte, wie am Einsatz Beteiligte berichten. Er bewohnte das Obergeschoss, auf das Dachstuhl und Pfannen urplötzlich krachten und wäre womöglich unter die Trümmer geraten. Der erste Verdacht auf mögliche Verschüttete war bei dem Einsatz der etwa 50 Feuerwehrkräfte aber schnell ausgeräumt. Einzig vom Hofhund fehlte auch am Dienstag jede Spur. Eine Suche in der Ruine scheidet aus Sicherheitsgründen aus. 

Mit Flatterband hatte die Feuerwehr die Gefahrenstelle noch am Montagabend abgesperrt. Das Bauamt hat die Sperrung wegen Baufälligkeit bekräftigt, der Zugang soll noch massiver gegen unbefugtes Betreten gesichert werden.

Zumal sich bestätigte, dass selbst die Sicherung der verbliebenen Habe schwierig ist. „Das Haus ist einsturzgefährdet und kann nicht betreten werden“, berichtete Raimund Fischer vom Bauordnungsamt. Er hatte sich am Morgen mit dem Statikkollegen ein Bild gemacht – aus Sicherheitsgründen von einem Hubsteiger aus, den die Familie besorgt hatte. Der Eindruck stimmte skeptisch: „Das Gebäude bleibt gesperrt, wir haben darauf hingewiesen, dass eine Absperrung etwa mit einem Bauzaun erfolgen muss“, so Fischer. Das sei weiter zu kontrollieren. 

Wiederaufbau erscheint schwierig

Die Inspektion hat das eingangs beschriebene Szenario für den Fachmann bestätigt. Es zeige sich keine offenkundige Ursache. Das Dach sei wohl vor Jahren neu gedeckt worden, auf jeden Fall nicht so alt wie der Fachwerkbau, der zwar mehr als 200 Jahre alt, aber kein Denkmal sei. Ob an der Stelle Neues entsteht, bleibe abzuwarten. Ein Wiederaufbau erscheine auf den ersten Blick schwierig. Mit einem möglichen Abriss falle auch der Bestandsschutz. Ein Neubau an gleicher Stelle sei wegen der Beschränkungen im Außenbereich an spezielle Bedingungen geknüpft.

Lesen Sie auch

Plötzlicher Dachstuhleinsturz auf dem Knappweg: Nur Sachschäden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.