Jahrelang zwei Frauen zum Anschaffen in Bordells geschickt

Zuhälterprozess: Angeklagter räumt Vorwürfe der Zwangsprostitution ein

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Werne/Dortmund – Mit geständigen Angaben wurde vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen mutmaßlichen Zuhälter aus Werne fortgesetzt. 

Der 32-jährige Kosovare räumte über seine Verteidiger wesentliche Anklagevorwürfe als richtig ein. So gestand der berufslose Mann, dass er jahrelang zwei Frauen zum Anschaffen in verschiedene Bordells geschickt und den Großteil ihrer Freierlöhne kassiert habe. 

An genaue Zahlen könne er sich nicht mehr erinnern, er schätze aber, von ihnen im Laufe der Jahre mindestens 175.000 Euro erhalten zu haben. 

Hinzu addieren sich wohl mindestens weitere 60.000 Euro. Dieses Geld hatte eine der Frauen nach und nach von einem mitleidigen Freier erhalten, dem sie unter Druck des Zuhälters abenteuerliche Geschichten erzählt hatte. So machte sie dem Freier etwa weis, das Geld für eine Prüfung oder eine Kreditrückzahlung zu brauchen. 

Mit dem Gürtel geschlagen

Um sich die beiden Frauen gefügig zu machen, hatte sie der Angeklagte zunächst mit Liebesschwüren umgarnt und ihnen eine gemeinsame Zukunft vorgegaukelt. 

Als jedoch ihr Widerstand gegen die Arbeit in wechselnden Bordellen zunahm und sie versuchten, sich zu verweigern, zeigte er seine brutale Seite. Nach eigenem Geständnis schlug er seine Opfer regelmäßig und malträtierte sie brutal mit Gürtelhieben. 

Gequält und ausgebeutet: Massive Vorwürfe gegen Angeklagten aus Werne

Mit dem Geständnis folgt der Angeklagte den Vereinbarungen eines Rechtsgesprächs vom ersten Verhandlungstag. Diese besagt, dass ihm bei einem glaubhaften Geständnis eine Gefängnisstrafe von maximal fünf Jahren droht. So konnte den Frauen eine belastende Zeugenaussage gegen ihren Peiniger erspart bleiben. Der Prozess wird am 28. Mai fortgesetzt.

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