"Up Rutt"  kommt aus Ostfriesland

Museumsprojekt: Plattdeutscher Titel sorgt für Gesprächsstoff

Werne - Das Museumsprojekt „Werne up Rutt“ zum Thema Mobilität nimmt am morgigen Samstag Fahrt auf, wenn die Projektleiterinnen Interessierte einladen, sich zu informieren. In der Zwischenzeit hat der Projekttitel „Werne up Rutt“ für Gesprächsstoff gesorgt.

Die Projektleiterinnen Dr. Katharina Hülscher und Christina Steuer vom Büro „Geschichtsmanufaktur“ laden zu einer Auftaktveranstaltung ein. Wie berichtet, soll das aus dem Programm „Stadtgefährten“ mit 133.000 Euro finanzierte Projekt mit einem sogenannten „Parking Day“ beginnen. Ort des Geschehens ist eine Parklücke an der Südmauer, die am Samstag in der Zeit von 10 bis 16 Uhr gesperrt wird. Auf dieser Fläche wollen die Koordinatorinnen den Bürgern vorstellen, was sie in dem auf zwei Jahre angelegten Projekt vorhaben, auf welche Weise das Thema Mobilität umgesetzt wird und wie das Stadtmuseum in Zukunft aussehen könnte.

Kein Münsterländer Platt

Erklärungsbedarf gibt es auch beim Namen, denn der Titel „Werne up Rutt“ löste in dieser Woche Diskussionen aus und erzielte damit schon einmal einen positiven Effekt: Das Projekt ist im Gespräch. Allen voran meldeten sich die Plattdeutsch-Freunde, die den Ausdruck „up Rutt“ im Wörterbuch für Münsterländer Platt nicht finden können. „Diesen Ausdruck gibt es nicht“, versicherte Friedrich Brinkbeumer vom plattdeutschen Kreis des Heimatvereins.

Das ist durchaus richtig, denn der Titel für das im westfälischen Werne geplante Projekt stammt aus dem ostfriesischen Platt. „Up Rutt“ bedeutet soviel wie „unterwegs sein“, kann aber auch für „ein unsolides Leben führen“ oder „sich herumtreiben“ stehen. Die Macherinnen des Museumsprojektes haben selbstverständlich die erste Erklärung gewählt und „Werne unterwegs“ auf Flyern und Plakaten noch mit dem englischen „Werne on the road“ geschmückt.

Ostfriesische Variante

Die Intention ist klar, bei der Umsetzung hat´s gehakt. „Wir wollten mit „Werne up Rutt“ die enge Verbundenheit der Werner zur plattdeutschen Sprache verdeutlichen, mit „Werne on the road“ die jüngeren Menschen ansprechen“, sagte Liane Jäger vom Kulturamt. Leider sei bei der Recherche im Internet nach dem plattdeutschen Ausdruck die ostfriesische Variante statt des münsterländischen „Werne up´n Patt“ ausgewählt worden.

Dass der Name schon für Gesprächsstoff sorgt, wertet Liane Jäger aber durchaus positiv: „Das zeigt, dass sich die Bürger mit dem Museum identifizieren.“ Den Projektverantwortlichen sei es wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen, und deshalb sei der plattdeutsche Name nicht in Stein gemeißelt. Sollte es gewünscht werden, könne aus „Werne up Rutt“ gerne auch „Werne up´n Patt werden“. Nicht verhandelbar sei aber „Werne on the road“, sagte Jäger.

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