Museumsausstellung erinnert an auslaufende Wienbredeschule

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Die 21 letzten Wienbredeschüler hatten eine aktive Rolle und sangen noch einmal „Unsere Schule hat keine Segel“.

Werne - Mit der Ausstellung „Wienbredeschule adé“ setzen die auslaufenden Schule und die Stadt den Schlusspunkt hinter 108 Jahre Schulgeschichte und erinnern an die Rolle der ehemaligen Volks- und späteren Grundschule in der Stadtgeschichte.

Mit dem Abschied von der Schule enden dieser Tage etliche erste Kapitel in jungen Leben – begleitet von der Freude auf das nächste. Aber mit der Entlassung an der Wienbredeschule ist nach 108 Jahren dort auch das letzte Kapitel dieser Schule geschrieben. Damit sie ihren Platz in der Stadtgeschichte bewahrt, versammelten sich Schüler, Eltern, Lehrer und Wegbegleiter der Gemeinschaftsgrundschule im Museum zur Eröffnung der Ausstellung „Wienbredeschule adé“.

„Die Wienbredeschule ist ein Stück Stadtgeschichte“, sagte Rektorin Klaudia Funk-Bögershausen, die seit 2015 neben der Wiehagenschule kommissarisch auch die Wienbredeschule führte, nachdem Marion Trübiger ging. „Das sieht man daran, dass viele Menschen daran Anteil nehmen.“ So begrüßte die Leiterin neben der Schulgemeinde im Dachgeschoss des Museums eine Schar „von Menschen, die sich mit der Schule verbunden fühlen“, darunter eine Reihe ehemaliger Schüler und Lehrkräfte.

Ausstellung im Museum :Wienbredeschule adé

Es habe sich bis zuletzt alles darum gedreht, auch den letzten Schützlingen „ein gutes Ende ihrer Grundschulzeit zu gewährleisten. Doch es ist auch eine gehörige Portion Wehmut im Spiel“, sagte Funk-Bögershausen. Zumal sich Schüler und Lehrer für die Ausstellung noch einmal intensiv mit dem Schulleben auseinandergesetzt haben. Von der Perspektive der Kinder zeugen dabei Bilder, die sie vom Gebäude und verlassenen Orten gemalt haben. Fotos, Chroniken, Bücher und Spiele ergänzen das Bild einer Schule im Wandel. Mit Einbruch der Anmeldezahlen ist sie nach der Weihbachschule die zweite von vormals fünf Grundschulen, die Werne schließen muss.

Lieder und persönliche Sätze zum Abschied

Mit Liedern und persönlichen Sätzen zum Abschied hatten die Schüler ihren Anteil an der Vernissage. Ein letztes Mal sangen sie unter anderem das Wienbrede-Lied „Unsere Schule hat keine Segel“, mit dem das Sinnbild des Schiffes im Schullogo mit Bedeutung aufgeladen wird. „Wenn die Wienbredeschule Segel hätte, würde sie diese heute einziehen“, sagte Bürgermeister Lothar Christ in Anlehnung an dieses Symbol.

Er sprach von „Stolz und Dankbarkeit für die geleistete Arbeit“, würdigte, „dass hier bis zum Schluss mit Herzblut gearbeitet worden ist“, obwohl dies mit auslaufender Schule eine besondere Herausforderung gewesen sei. Christ mahnte aber auch, beim wehmütigen Blick zurück den nach vorn nicht zu vergessen, weil es den Kindern in der „Meisterklasse der Wienbredeschule“ gebühre. Um den Schülern und Gästen den Abschied zu versüßen, spendierte der Bürgermeister einen Kuchen mit dem Bild der Schule darauf.

Symbolträchtig Sonnenblume

Von Schulrätin Bettina Riskop gab’s für die Kinder eine Einladung zum Eis und fürs Team zu den Dankesworten symbolträchtig eine Sonnenblume, „weil die Wienbredeschule über den heutigen Tag hinaus strahlt.“ Besonderer Dank galt Birgitta Nowack, die sich besonders um das jahrgangsübergreifende Konzept verdient gemacht und erklärtermaßen die letzten Schüler bis zum Schluss begleitet hat, obwohl ihr Dienstherr sich ihr Talent schon gern woanders zu Nutze gemacht hätte. 

Die 18 Viertklässler unter den letzten Wienbredeschülern wechseln zur weiterführenden Schule, drei Drittklässler zu einer anderen Grundschule. „Dank auch allen Eltern“, so Schulrätin Riskop, „die bis zuletzt zur Wienbredeschule gestanden haben.“

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