Müllentsorgung wird billiger 

+
In der MVA Hamm wird der Restmüll aus dem Kreis Unna in die Öfen gehievt. Die Verbrennung wird 2018 billiger.

Werne/Unna - Gute Nachricht für die etwa 12.000 Haushalte in Werne: Erste Berechnungsgrundlagen für die Kalkulation der Müllabfuhr lassen erwarten, dass die Gebühr mindestens für die graue Tonne im kommenden Jahr sinken wird.

Bei den Entsorgungskosten, die in etwa die Hälfte des Aufwandes ausmachen, zeichnet sich auf Seiten des Kreises Unna eine deutliche Entlastung um gut 12 Prozent ab. Wie viel davon bei Wernes Bürgern ankommt, hängt davon ab, wie sich die Logistikkosten in der Verantwortung der Stadt entwickeln. 

Die Kreisverwaltung wird ihrem Umweltausschuss am 28. November für die Festlegung ihrer Abrechnungssätze eine Rechnung vorlegen, die um rund 2,3 Millionen Euro geringer ausfällt als zuletzt. Der Aufwand sinkt von 20,9 auf 18,6 Millionen Euro insgesamt. Das hat Dezernent Dr. Timpe bei der SPD-Kreistagsfraktion angekündigt. 

Wesentlicher Grund sei die Neuverhandlung der Verträge für die Müllverbrennungsanlage in Hamm. Die Anlage wird mittlerweile in kommunaler Hand von den Städten Hamm und Dortmund mit dem Kreis Unna sowie den Kreisen Warendorf und Soest als kleineren Partnern betrieben. Dazu kommt ein Plus aus dem Altpapierverkauf von gut 200 000 Euro, wie Ludwig Holzbeck, Leiter des Kreis-Umweltamtes, sagte. 

Grundgebühr für alle Städte im Kreis ist vom Tisch 

Vom Tisch ist – vorbehaltlich der Beratung am 28. November – wohl vorläufig die Idee, in der Entsorgungsrechnung des Kreises ein System von Leistungs- und Grundgebühr einzuführen, um mit letzterer den Kostenanteil für die Infrastruktur wie Sortieranlagen oder den „Umweltbrummi“ unabhängig von den Abfallmengen auf die Städte umzulegen. „Das ist in der Dienstbesprechung mit den Städten auf wenig Gegenliebe gestoßen und in der Bürgermeisterkonferenz verhalten aufgenommen worden“, so Holzbeck. Er rechne für 2018 nicht mehr damit. 

Wie sich die Kosten der Müllabfuhr auf Seiten der Stadt Werne entwickeln, ließ sich dort gestern nicht in Erfahrung bringen. Die Kalkulation der Sätze ist in Arbeit, sie werden am 6. Dezember dem Finanzausschuss vorgelegt. Worüber in diesem Kontext zu reden sein wird, ist die Anzahl sogenannter „Fehlwürfe“. So heißt das, wenn sich Bürger ihres Unrats einfach in Tonnen entledigen, die dafür nicht bestimmt sind, etwa Restmüll in die Bio-Tonne werfen. 

Ganze Chargen sind dann für die Verwertung unbrauchbar und müssen mit Mehrkosten entsorgt werden. Gemäß NRW-Abfallplan strebt der Kreis hier an, Menge und Qualität der Recycling-Stoffe zu erhöhen. 90 Kilo Grünzeugs pro Kopf werden derzeit erfasst, der NRW-Plan weist 130 Kilo aus. Daher soll die Anschluss-Quote der Bio-Tonne gesteigert und die Befreiung zur Eigenkompostierung geprüft werden. 

Zumal der Kreis Unna hier mit dem Remondis-Konzern in einer gemeinsamen Gesellschaft neue Wege geht und im kommenden Jahr am Lippewerk in Lünen eine Vergärungsanlage für Grünabfälle bauen will, die ab 2019 das Kompostwerk in Fröndenberg ersetzt. Das verspricht bei einem Aufkommen um 35 000 Tonnen jährlich eine Kostenersparnis um zehn Euro pro Tonne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare