Müll im Wahrbrink: Stadt sucht Gespräch mit Amazon

Werne - Groß war der Ärger, als es im Gewerbegebiet Wahrbrink im Zuge des Weihnachtsgeschäfts von Amazon regelmäßig zum Verkehrschaos kam. Diese Zeiten gehören weitgehend der Vergangenheit an. Geblieben ist allerdings ein anderes Problem: das mit Abfall an den Straßenrändern.

Woher dieser stammt, lässt sich nicht immer genau sagen. Gleichwohl kann davon ausgegangen werden, dass der Unrat (auch) von Lastwagenfahrer achtlos weggeworfen wird. „Wir haben das Thema auf der Agenda“, sagt Wernes Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht. 

Das Müllproblem gab es schon, als Amazon noch in den alten Ikea-Hallen agierte – und es hat sich mit Umzug des Online-Versenders in den Neubau auf der westlichen Seite der L 518 nach Wahrbrink-West ausgeweitet. Auch dort liegen leere Flaschen herum, Plastikfolien oder auch Blechdosen von Fertiggerichten. Amazon generiert mit Abstand den meisten Verkehr im Gewerbegebiet. Wöchentlich steuern Hunderte Lastwagen das Logistikzentrum an.

Für die Stadt eine „Gemeinschaftsaufgabe“

Brautlecht spricht von einer „Gemeinschaftsaufgabe“ und will Amazon mit ins Boot holen. „Wir sind mit dem Unternehmen regelmäßig im Austausch und werden das Thema im Januar ansprechen“, kündigt sie an. Auch am alten Standort habe sich Amazon für Sauberkeit eingesetzt und immer wieder Mitarbeiter mit Aufräumarbeiten in der Umgebung beauftragt. 

Im Zuge des aktuellen Weihnachtsgeschäfts landet offenbar vermehrt Unrat im Grünen. Eine WA-Leserin hat Fotos vom Wahrbrink in die Redaktion geschickt und spricht von „unhaltbaren Zuständen“. Scheinbar interessiere sich niemand dafür, wie die Stadt langsam aber sicher vermülle.

Reinigungsaktion im Januar geplant

Laut Philipp Cramer, ebenfalls von der Wirtschaftsförderung, will der Bauhof im Januar neben den regelmäßigen Routine-Einsätzen eine größere Reinigungsaktion im Gewerbegebiet durchführen. Auch hier weiß man: Wenn schon Müll herumliegt, sinkt die Hemmschwelle der Menschen, an dieser Stelle weiteren Unrat zu entsorgen. Mehr beziehungsweise größere Abfalleimer könnten eine Maßnahme sein, dem Unwesen zu begegnen, erläutert Cramer. Entschieden sei in diesem Punkt aber noch nichts. 

Dass das Verkehrschaos mit dem Pre-Check-in am neuen Amazon-Standort ein Ende hat, freut die Wirtschaftsförderung. „Wir hatten zwei, drei Tage, an denen es etwas voller und kritisch wurde, aber insgesamt ist die Situation ganz zufriedenstellend“, sagt Brautlecht.

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