Modellprojekt "Kinderladen" am Neutor nimmt Form an

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Die Handwerker haben mit der Renovierung der 400 Quadratmeter großen Räume begonnen. 

Werne - In den Räumen der früheren Videothek am Neutor haben die Umbauarbeiten für ein zunächst auf zwei Jahre angelegtes Modellprojekt begonnen, mit dem die Stadt Werne einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten möchte.

In den Räumen entsteht auf einer Fläche von 400 Quadratmetern ein Kinderladen, der Treffpunkt für Flüchtlingsfamilien und deutsche Bürger werden soll. In Betrieb gehen soll die Einrichtung bereits am 13. Juni, eine offizielle Einweihung ist am 24. Juni geplant, berichtete die kommissarische Jugenddezernentin Liane Jäger auf Anfrage. 

„Kinderladen“ ist zunächst nur der Arbeitstitel für den neuen Treffpunkt, der von der Jugendhilfe Werne in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge betrieben wird. „Wir werden in Kürze den richtigen Namen bekanntgegeben“, kündigte Jäger an. 

Entwickelt hat das Modellprojekt die frühere Jugenddezernentin Elke Kappen, die für Personalkosten Mittel des Integrations- und des Familienministeriums locker gemacht hat. Der Lionsclub Werne in Westfalen, die Sparkassenstiftung und Werner Firmen leisten einen Beitrag zur Anschaffung der Ausstattung. 

Das Konzept sieht zwei Ziele vor: Am Vormittag steht der Kinderladen Kindern von 0 bis 6 Jahren und ihren Eltern zur Verfügung, wo sie miteinander reden und spielen können. Dabei stehen die Flüchtlingskinder im Mittelpunkt, die unter Anleitung von Erzieherinnen, Honorarkräften und ehrenamtlichen Mitarbeitern die deutsche Sprache lernen und sich an die Strukturen einer Kindertagesstätte gewöhnen sollen. 

In den Nachmittagsstunden ist der Treffpunkt offen für die Betreuung von Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren. Eltern, die in der Stadt Besorgungen machen möchten, können ihre Kinder gegen einen Beitrag von zwei Euro pro Stunde abgeben – ähnlich dem Vorbild Bällebad im Möbelhaus Ikea. Durch das Zusammentreffen von Flüchtlingen und deutschen Kindern wird eine offene Begegnung unterschiedlicher Kulturen gefördert. 

Die frühere Jugenddezernentin hat besonders der zentrale Standort in der Werner Innenstadt fasziniert. Er liegt in unmittelbarer Nähe der Fußgängerzone, und im Umfeld befinden sich zwei Kinderspielplätze. Vor der Tür gibt es eine Bushaltestelle. Außerdem nutzt die Jugendhilfe Werne bereits Wohnungen in den Obergeschossen für ihre Wohngruppen. 

An den Wochenenden sollen die Räumlichkeiten den Kooperationspartnern des Familiennetzes für Veranstaltungen zur Verfügung stehen, sie können aber auch von Privatleuten angemietet werden, zum Beispiel für Kindergeburtstage.

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