Lage hat sich preislich verschärft

Mietpreise steigen: So viel kostet das Wohnen in Werne

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Werne - In Werne zur Miete wohnen ist vergleichsweise günstig. Das belegen Mietspiegelvergleiche und Datenauswertungen unserer Redaktion. Trotzdem: Auch hier steigen die Mietpreise seit Jahren kontinuierlich.

Der Wohnungsmarkt ist ein Haifischbecken. Da ist Werne keine Ausnahme. Wer dieserorts mieten oder gar kaufen möchte, kann sich – je nach Anspruch – auf eine längere Suche gefasst machen. Insbesondere preislich hat sich die Lage in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft. 

So ist die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter im Kreis Unna seit 2014 um 14,1 Prozent auf 6 Euro gestiegen (Quelle: empirica regio). Dabei liegt der Werner Mietspiegel mit Blick auf die umliegenden Städte, Gemeinden und Kreise noch vergleichsweise niedrig. 

Seit dem 1. Juli 2013 zahlt man hier für nicht preisgebundene Wohnungen ab dem Baujahr 2000 laut offiziellem Mietspiegel höchstens 6,05 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche – vorausgesetzt, es gibt Bad und Heizung. Ist das Mietobjekt älter, sinken die Quadratmeterpreise. 

Zuschläge sind etwa für ein zweites Bad (zwei Prozent), Balkon oder Terrasse ab vier Quadratmetern (drei Prozent) sowie eine ruhige Wohnlage (drei Prozent) denkbar; Abschläge wiederum für Wohnungen mit WC außerhalb des Hauses (mindestens 30 Prozent) oder ohne Kellerraum (5 Prozent). 

4,77 Euro pro Quadratmeter beim Bauverein

Immobilienanbieter wie der Werner Bauverein orientieren sich regelmäßig an diesen Richtlinien – was nicht heißt, dass kein Spielraum nach unten besteht. „Unsere Objekte werden Stand Dezember 2018 für durchschnittlich 4,77 Euro pro Quadratmeter vermietet – allerdings nur an Genossenschaftsmitglieder“, sagt die Buchhaltungsbeauftragte des Bauvereins, Nadine Ruck. 

Doch auch der Bauverein Werne müsse seine Mietpreise regelmäßig erhöhen, oftmals aufgrund von Wohnwertverbesserungen. Ruck: „Den generellen bundesweiten Trend, dass die Mietpreise immer weiter steigen, merken natürlich auch wir. Wobei unsere Region vergleichsweise noch wenig betroffen ist.“ Insgesamt verfügt der Bauverein Werne über 1386 Wohneinheiten (davon 384 Wohnungen und zwei gewerbliche Objekte). Vakant sei keine einzige Einheit, so Ruck. „Man kann von einer Vollvermietung sprechen.“ 

Auch der Kaufpreis steigt

Interessant ist auch ein Blick über Wernes Tellerrand hinaus – insbesondere, wenn es nicht um den Miet-, sondern um den Kaufpreis von Immobilien geht. Daten der Immobilienplattform immowelt zufolge lag der Kaufpreis von Immobilien (Eigentumswohnungen inbegriffen) pro Quadratmeter im Landkreis Unna 2015 noch bei 1350 Euro. 

Hammer müssen für Häuser immer mehr bezahlen

Drei Jahre später (2018) waren es schon 1 640 Euro, also rund 300 Euro mehr. Datenbasis für diese Kaufpreisberechnung sind auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Kaufpreise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. 

Im Vergleich mit umliegenden, größeren Städten schlägt sich Werne aus Mietersicht übrigens noch wacker. In Münster zahlt man im Schnitt 10 Euro pro Quadratmeter (Anstieg von 12,7 Prozent seit 2014). In Dortmund liegt die Durchschnittskaltmiete zwar „nur“ bei 7 Euro pro Quadratmeter, dafür ist der Anstieg hier umso rasanter: 19 Prozent seit 2014. 

Mietwohnungen im Süden teuer, in NRW und Osten günstiger

Hammer Mieter zahlen im Schnitt genauso viel wie die in Werne (6 Euro), mit einem Plus von 14,5 Prozent innerhalb eines Erhebungszeitraumes von 5 Jahren). Am günsitigsten ist Wohnen in Nordrhein-Westfalen in Höxter (4,90 Euro pro Quadratmeter), am teuersten ist es in Köln (11 Euro pro Quadratmeter bei einem Preisanstieg von 14,5 Prozent in den vergangenen 5 Jahren).

Orientierungshilfe

Der Mietspiegel ist in Deutschland eine gesetzlich vorgeschriebene Möglichkeit zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete im Sinne des § 558 BGB im frei finanzierten Wohnungsbau. Er ist Begründungsbasis für Mieterhöhungen und wird von Städten in Zusammenarbeit mit einschlägigen Interessengruppen (Mieter- und Vermieterverbände) aufgestellt. 

Unterschieden wird zwischen einfachem und qualifiziertem – also einem nach wissenschaftlichen Standards in zweijährigem Turnus erarbeiteten – Mietspiegel. Die nächste Aktualisierung im Kreis Unna ist für Ende 2019 angekündigt. Der aktuelle Mietspiegel für Werne ist auch online unter www.werne.de (Suchwort: „Mietspiegel“) einsehbar.

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