Michael Flossbach bringt den Stein für den Frieden ins Rollen

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Der Mühlstein mit Symbolcharakter, erschaffen von Künstler Michael Flossbach, rollt mit Hilfe engagierter Menschen durch die Lande.

Werne - Wenn jemand etwas in Bewegung setzt, dann bringt er laut Sprichwort „einen Stein ins Rollen“. Diese Redewendung hat der Künstler Michael Flossbach aus Kürten als Anlass für sein Friedensprojekt „Stoning Roll“ genommen. Seit Ostermontag schiebt er mit einem Team von Helfern einen Mühlenstein von Ort zu Ort. Der Stein steht symbolisch für Versöhnung und einen friedvollen Umgang.

Während seiner Reise rollt die Gruppe den Stein am Dienstag auch durch Werne und sucht dort nach einem Unterstellplatz. Das große Ziel Flossbachs ist, dass der Stein von seiner Heimatstadt Kürten bis zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, nach Berlin zum Brandenburger Tor geschoben wird. 128 Kilogramm ist der Mühlenstein aus Basalt-Lava schwer. Auf der einen Seite stehen die Symbole der acht Weltreligionen, auf der anderen ist das Wort Frieden in 44 Sprachen eingraviert. Mit dem symbolischen Rollen des Steines will Flossbach das Verhalten der Menschen verändern. „Die Menschen sind alle unterschiedlich und haben doch etwas gemeinsam, sie wollen Frieden“, sagt der Pressesprecher des Projektes, Michael Weinmann. Doch nicht jeder tue etwas dafür und das müsse sich ändern. 

55 Zentimeter Durchmesser

Der „Stoning Roll“ misst 55 Zentimeter im Durchmesser und 21 Zentimeter in der Breite. Doch wer an schweißtreibendes, mühseliges Vorankommen denkt, liegt falsch. „Man spürt den Stein kaum, er rollt wie von selbst“, so Weinmann. Dafür sorgt eine Vorrichtung zum Schieben und Ziehen. „Vorne zieht ein und hinten schieben zwei Helfer. Dadurch laufen wir in ganz normalem Tempo“, sagt Weinmann. Facebook, Instagram, Youtube und eine eigene Website – der Stein ist multimedial unterwegs und jederzeit über das Internet verfolgbar. Wer es nicht schafft, selbst vor Ort zu sein, kann über die Website der Gruppe auf einer Karte verfolgen, wo sich der Mühlstein befindet. Dafür wurde ein GPS-Tracker in den Stein eingebaut. „Wir verbinden alte Tradition mit neuer Technik“, erklärt Weinmann. Diese Sozialen Medien sind wichtig, damit das Projekt funktioniert. Denn das Organisatorenteam rund um den Künstler läuft nicht den gesamten Teil der Strecke mit. „Wir vertrauen den Stein immer wieder Helfern an, die ihn dann von einem Ort zum nächsten schieben“, sagt Weißmann. Die Mitstreiter finden die Künstler über Facebook. Und über mangelnde Unterstützung muss sich die Pilgergruppe nicht beschweren. Während der ersten Tage begleiteten rund 30 Helfer den Stein auf seinem Weg. „Selbst an regnerischen Tagen finden wir immer genug Helfer“, so der Pressebeauftragte. 

Unterstellplatz für den Stein gesucht 

Nach der Amokfahrt in Münster entschied sich Flossbach, mit seinem Team vom 9. bis 13. Mai am dortigen Katholikentag teilzunehmen. Seinen Weg nach Münster erreicht der Stein über Werne. Morgen, am 1. Mai, machen sich die Helfer von Unna auf den Weg. In Werne suchen die Friedenskünstler noch nach einem nächtlichen Unterstellplatz für den Mühlstein. Wer Interesse hat, den Stein für eine Nacht bei sich aufzunehmen, meldet sich bei Michael Weinmann unter Tel. 01 76/63 23 31 00. Wer den Stein auf der Reise begleiten will, kann sich in der Facebook Gruppe „stoning-roll“ melden

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