„Meisterhaft interpretiert“

Wensing WERNE ▪ Zu Gast beim vergangenen Konzert der Gesellschaft der Musikfreunde war das Signum Saxophonquartett. Das mehrfach ausgezeichnete und in doppelter Hinsicht junge Ensemble – es wurde 2006 von Absolventen der Musikhochschulen in Köln und Würzburg gegründet – hatte ein raffiniertes Programm zusammengestellt. Lediglich die beiden zeitgenössischen Werke waren originär für diese Besetzung komponiert, der Hauptteil des Abends bestand aus Transkriptionen. Von Dr. Hans-Joachim

Die vier Musiker präsentierten zu Beginn Edvard Griegs (1843-1907) Holberg-Suite. Die Tanzsätze erhielten in der Bläserfassung einen besonderen Charakter: das perlende Präludium, die stellenweise choralartig anmutende Sarabande, die flotte Gavotte, die ätherische Air und der folkloristisch erscheinende Rigaudon. Das Signum Quartett verfügt über eine weiche Tongebung, die Pianostellen von getragener Intensität ermöglicht und auch in Forte-Passagen nicht abbricht.

Mit Fabien Levys (geb. 1968) Komposition DURCH betrat das Ensemble die Moderne. Die Künstler musizierten dieses herausfordernde Werk mit Verve und Engagement. Freie Tonalität, Polyrhythmik sowie die Einbeziehung von Geräuschen ließen ein faszinierendes Werk entstehen, das vom Ensemble selbst mit den Worten vorgestellt wurde: „Es beginnt mit DUR und endet mich CH“.

Im zweiten Teil des Programms standen zwei weitere suitenartige Kompositionen im Mittelpunkt. Maurice Ravels (1875-1937) „Le Tombeau de Couperin“ greift auch auf die alten Tanzformen zurück, allerdings unter Einbeziehung einer impressionistischen Harmonik. Ihm folgten sechs rumänische Tänze von Bela Bartok (1881-1945), dem ungarischen Nationalkomponisten, dessen Werk eine Synthese von Volks-und Kunstmusik darstellt. Die Miniaturen entwickelten sich zu einem Strauß aus klagenden Weisen, burlesken Szenen und zingareskem Feuer, meisterhaft interpretiert vom Signum-Quartett. Den Abschluss bildete der Tango Virtuoso von Thierry Escaich (geb. 1965). Das Werk ist eine Referenz an Astor Piazolla, den argentinischen Altmeister der Tango-Komposition.

Das Publikum feierte die Künstler mit stehenden Ovationen.

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