Marcus Gäßner folgt Friedhelm Gräve

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Der neue Freilichtbühnen-Vorstand verabschiedete Karin Zurstraßen und Friedhelm Gräve (mit Blumen). ▪

WERNE Der Nachfolger von Friedhelm Gräve ist gefunden. Bei ihrer Jahreshauptversammlung am Samstag wählten die Mitglieder der Freilichtbühne Marcus Gäßner zum neuen Geschäftsführer.

Es war ein emotionaler Moment für alle Anwesenden: Nach mehr als 30 Jahren Vorstandsarbeit gab Friedhelm Gräve die Amtsgeschäfte ab. Die rund 50 Mitglieder dankten dem 67-Jährigen bei seiner Verabschiedung im Bühnenhäuschen mit stehendem Applaus. „Obwohl wir alle wussten, dass der Moment kommen würde, ist es doch schmerzlich. Gemeinsam haben wir so viele Höhen und Tiefen erlebt. Dein ganzes Leben hast du für die Bühne gegeben. Dass du jetzt gehst, berührt einen zutiefst“, sagte der erste Vorsitzende Gottfried Forstmann, der über 30 Jahre lang mit Gräve zusammengearbeitet hat.

Bereits bei der Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr hatte Gräve eigentlich abtreten wollen. Da sich jedoch kein Nachfolger finden ließ, stellte er sich doch noch einmal für ein weiteres Jahr zur Verfügung. Jetzt gehe er mit einem weinenden und einem lachenden Auge, so der 67-Jährige, der die Freilichtbühne als sein „Lebenswerk“ bezeichnete: „All das, was die Bühne heute ist, ist unter der Regie des jetzigen Vorstands entstanden. Es ist aber nun einmal so, dass man irgendwann abtreten muss. Gut gefällt mir dazu folgender Spruch: Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“

So könnte im nächsten Jahr auch die Devise von Gottfried Forstmann lauten. Denn auch er kandidierte zum letzten Mal für das Amt des ersten Vorsitzenden. „Dass ich nicht schon jetzt aufhöre, liegt vor allem daran, dass wir im kommenden Jahr einige große Aufgaben vor uns haben. In der Bühne müssen wir Arbeiten an den Bänken vornehmen, im Kirchhof Mottenheim soll das Büro fertig gestellt werden, und die Bühne soll 2012 schuldenfrei werden. Da ist ein zeitversetztes Ausscheiden besser als ein kompletter Bruch“, erklärte Forstmann.

Neben ihm als ersten Vorsitzenden und Marcus Gäßner als neuen Geschäftsführer votierten die Mitglieder für eine Doppelbesetzung des stellvertretenden Geschäftsführers. Stefan Reineke und Uwe Wittenberg teilen sich diesen Posten. Ebenfalls im Doppel treten Katja Nottebaum und Gisela Dunkel als Kassenprüferinnen an. Zur Kassiererin wurde Marita Gräve gewählt. Sabine Ibrahim bekleidet das Amt der Schriftführerin. Aus der Vorstandsarbeit verabschiedet wurde Karin Zurstraßen, die aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten muss.

Besucherzahl trotz

Regens angestiegen

Beim Jahresrückblick zog Gräve eine positive Bilanz. Trotz des regenreichen Sommers sei die Besucherzahl in der Spielzeit 2011 auf 13 243 Gäste angestiegen. Das entspricht einer Steigerung von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt die Werner Bühne in Sachen Zuschauerzahlen auf Platz vier der Freilichtbühnen in Nordrhein-Westfalen. „Die erfreulichen Zahlen zeigen, dass die Regie eine gute Stückwahl getroffen hat“, so Gräve. Allerdings sollte aufgrund der sinkenden Zahl der Schulkinder in Zukunft auch über Erwachsenenstücke nachgedacht werden.

Ein neues Angebot in diesem Jahr war die Möglichkeit, in der Freilichtbühne zu heiraten. „Drei standesamtliche Trauungen gab es bereits. Alle Gäste waren von der einmaligen Atmosphäre begeistert“, schilderte Gräve.

In der Saison 2012 will die Bühne den positiven Trend mit den Stücken „Das Dschungelbuch“ und „Pinocchio“ fortsetzen. Premiere für „Das Dschungelbuch“ ist am 20. Mai um 16 Uhr. Die erste Vorstellung von „Pinocchio“ wird am 10. Juni um 16 Uhr gezeigt. Genaueres zur Rollenverteilung und Probezeiten gibt es auf der Spielerversammlung am Sonntag, 15. Januar, um 10 Uhr. Anschließend sind alle Mitglieder zum Neujahrsempfang im Bühnenhäuschen eingeladen. cho

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