Maik Mixdorf entwickelt neues Betriebssystem

Computerfreak Maik Mixdorf (8.v.li.) und sein Team stellten im Berufskolleg ihr neues Betriebssystem „Chairs“ vor. ▪

WERNE ▪ Windows oder Mac? Diese Gewissensfrage, die weltweit die Computeranwender spaltet, hat ein 18-jähriger Schüler des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs jetzt beantwortet. Und die Antwort nennt sich „Chairs“. Dahinter verbirgt sich ein völlig neues Betriebssystem, das die Computerwelt revolutionieren könnte. Das glaubt zumindest sein Erfinder Maik Mixdorf.

Was das besondere an „Chairs“ ist und welche vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten das Betriebssystem bietet, erklärte der Computerfreak gestern seinen Mitschülern in einer öffentlichen Präsentation in der Aula des Kollegs: „Chairs vereint Windows, Mac und Linux in einem Betriebssystem.“ Der Nutzer könne über eine Oberfläche auf alle Programme von Windows, Linux und Mac zugreifen, diese zeitgleich öffnen und problemlos nutzen. Ein einheitlich gestaltetes Design erleichtere die Handhabung der Programme. Ob Spiele, Office-Anwendungen oder Internet – „Chairs“ deckt alle Bedürfnisse des Nutzers ab, verspricht der Schüler des Berufsgrundschuljahrs Elektrotechnik. Und dank des selbst entwickelten Programms „sandbox“ sei das neue Betriebssystem auch vor unliebsamen Hacker-Angriffen bestens geschützt.

Seine Geburtsstunde erlebte „Chairs“ bereits vor fast drei Jahren während einer Deutschstunde in der Heinrich-Russmann-Hauptschule in Lünen. Den damals 15-jährigen Maik langweilte der Unterricht und seine Gedanken schweiften wie so oft in die Welt der Bits und Bytes ab. In seine Welt. „WinMacLin“ nannten sich die frühen Anfänge im Oktober 2008. Der Computerfreak bastelte weiter an seiner Idee und infizierte schließlich im Sommer des vergangenen Jahres, nach seinem Wechsel auf das Werner Berufskolleg, seine neuen Mitschüler mit seinen Visionen.

Daraus entwickelte sich ein 13-köpfiges Team, in dem jeder – vom Grafiker über den Marketing-Experten bis hin zum Netzwerk-Spezialisten – seine spezielle Aufgabe hat. Maiks rechte Hand ist Mitschüler Christian Eller. Viele Stunden Arbeit steckten die Jugendlichen in das Projekt, das in den vergangenen Wochen dann auch Thema im Fachunterricht der Berufsgrundschulklasse wurde.

Im Publikum saß gestern fachkundiges Publikum, denn besonders die Schüler des Informatik-Bildungsganges des Berufskollegs interessierten sich für die Arbeit des Teams, das sich in schwarzen T-Shirts mit Chairs-Label präsentierte. Aber auch Fachlehrer Dieter Frönsch und Schulleiter Helmut Gravert nahmen an der professionell gestalteten Vorstellung teil, die der 18-Jährige souverän moderierte. „Das ist schon etwas ganz besonderes, wenn Schüler unserer Schule ein so einmaliges Projekt auf die Beine stellen“, sagte Gravert. Dieter Frönsch ist überzeugt, dass das neue Betriebssystem in der Fachwelt für Aufsehen sorgen wird: „Chairs ist bisher einzigartig“. Er unterstütze Maik Mixdorf auch darin, sich beim Wettbewerb „Jugend forscht“ zu bewerben.

„Ich bin ein absoluter Computerfreak“, begründet der 18-Jährige Lünener seinen Ehrgeiz, in der Welt von Bill Gates und Co. mitzumischen. Selbstverständlich möchte er mit seinem neuen Produkt Aufmerksamkeit erregen und auch Geld verdienen. Offiziell kommt „Chairs“ am 1. Dezember auf den Markt, Interessierte können sich aber eine Beta-Fassung schon ab dem 1. Juni aus dem Internet herunterladen. „Die Installation ist kinderleicht“, verspricht Maik Mixdorf. ▪ kb

Mehr Informationen über „Chairs“ gibt es bei http://www.facebook.de/chairs.os

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare