Spielgeräte unter der Lupe

51 Mängel an Werner Spiel- und Bolzplätzen

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Das Spielgerät auf dem Horster Spielplatz musste abgebaut werden.

Werne – Insgesamt 51 Mängel an den 46 Spiel- und Bolzplätzen im Werner Stadtgebiet fand eine „Qualifizierte Spielplatzprüferin“ bei der Jahreshauptinspektion 2019. 

Dass allein an 15 Holzkombinationen Mängel festgestellt wurden, löste am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss eine Diskussion über die Materialien für die Spielgeräte sowie deren Kosten aus.

Doch der Reihe nach: „Insgesamt sind laut Gutachten 51 Mängel ausgewiesen, die jedoch in der Vielzahl bereits behoben wurden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. 25 davon seien solche, „die bei vorhergehenden Prüfungen bereits festgestellt wurden, bislang aber nicht zur Reparatur geführt haben.“ Die anderen 26 Mängel kamen entsprechend jetzt bei der neuerlichen Jahreshauptinspektion hinzu. Dass es nicht noch mehr waren, lag daran, dass laut Verwaltungsvorlage geringfügige Mängel direkt bei der Kontrolle oder unmittelbar danach beseitigt wurden. 

Turmkombinationen besonders betroffen

Besonders auffällig in der Mängelliste: „Nach wie vor“, so heißt es in der Verwaltungsvorlage, seien „viele Mängel bei den Turmkombinationen festzustellen“. Zwar würden die Reparaturen durch die Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Stadt sowie eine ortsansässigen Schreinerfirma durchgeführt, ein gänzlicher Ersatz der Türme sei derzeit finanziell aber nicht leistbar. Denn: Eine „ansprechende“ Turmkombination koste ab 15 000 Euro aufwärts. 

Wesentlich betroffen seien die Turmkombinationen auf den Spielflächen Rüschkampsweide, Holtkamp, Schwieterstraße und Horst. Wie die Stadtverwaltung in der Vorlage erklärt, habe das Spielgerät an der Rüschkampsweide zwischenzeitlich gesperrt werden müssen, sei mittlerweile aber repariert. Die Türme Holtkamp und Schwieterstraße seien dagegen bis zur Reparatur engmaschig kontrolliert worden, eine Außerbetriebnahme sei deshalb nicht erforderlich gewesen. Anders sah das in Horst aus: Da das Gerät bereits mehrfach repariert wurde, sei eine neuerliche Reparatur nicht wirtschaftlich. „Ein Ersatz in Form einer Turmkombination und Reckanlage soll noch in 2019 in Abstimmung mit dem Kindergarten und dem Vorstand des Dorfgemeinschaftshauses Horst erfolgen“, kündigt die Verwaltung an. Momentan klafft dort nur ein Loch im Sand. 

Das Spielgerät in Horst war aus Holz – und damit aus demselben Material, das auch an anderen Spielplätzen in Werne für Probleme sorgt. „Das zeigt uns, wir sollten bei neuen Spielgeräten nicht nur auf Holz bauen“, erklärte Norbert Lutterbeck, der am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss für die Jugendhilfeverwaltung sprach. Grund dafür sei, dass das verwendete Holz oftmals nicht so langlebig sei, wie andere Materialien. Sieben bis acht Jahre halten die Spielgeräte, sagte Lutterbeck. Er erklärte aber auch, dass man dennoch nicht komplett auf Holz verzichten könne, da Metall nicht überall in die Umgebung hineinpasse. 

Neben dem Material war natürlich auch die Finanzierung ein wichtiges Thema. Denn laut des Ausschussvorsitzenden Rolf Weißner (CDU) seien im Haushalt pro Jahr 25 000 Euro für die Spielplatzgeräte eingestellt. Angesichts dessen, das eine einzelne neue Turmkombination bereits mindestens 15 000 Euro kostet und die Mängelliste lang war, erschien einigen Ausschussmitglieder die Summe viel zu gering. „Die Kinder haben nur diese Möglichkeit sich auszutoben“, gab etwa Annegret Lohmann (CDU) zu bedenken. „Wir müssen schauen, ob die Position im Haushalt erhöht werden kann“, sagte später Dezernent Alexander Ruhe dazu. Angelika Roemer (SPD) plädierte unterdessen dafür, dass die Kinder in die Pläne eingebunden werden sollen, sollte es zum Austausch von Spielgeräten kommt. 

Übrigens: Am Montag schauen sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses die Spielplätze bei einer Begehung an. Die Ergebnisse der Jahreshauptinspektion der Spiel- und Bolzplätze werden außerdem auch im Betriebsausschuss des Kommunalbetriebs Werne, der am Mittwoch, 25. September, um 17.30 Uhr im Lehrerzimmer des Freiherr-vom-Stein Berufskollegs tagt, Thema sein.

Stellen Mängel eine Gefahr dar?

Nein, betont die Stadtverwaltung ganz deutlich. „Die ausgewiesenen Mängel stellen keine akute Gefährdung für den Spielbetrieb dar und sind als üblich einzustufen. Spielflächen komplett mängelfrei zu halten ist nahezu nicht möglich, da die tägliche Inanspruchnahme und die diversen Witterungseinflüsse dieses nicht hergeben“, heißt es in der Verwaltungsvorlage Nr. 0180/2019 wörtlich. Ferner steht dort: „Die notwendigen Arbeiten aus der Jahreshauptinspektion 2019 sind zum Großteil schon abgearbeitet. Die Mängelliste wird darüber hinaus monatlich weiter geführt.“

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