CDU und Grüne schicken Bewerber fürs Bürgermeister-Amt ins Rennen

Kampf ums Stadthaus: Lothar Christ bekommt's mit Gegenkandidaten zu tun

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Werne – Die Versammlungsverbote schränken auch die Arbeit der Parteien ein – aber nicht die Absicht der CDU als stärkste politische Kraft in Werne, Amtsinhaber Lothar Christ bei der Bürgermeisterwahl nach gescheiterten Anläufen 2014 und 2009 diesmal mit einem Gegenkandidaten die Stirn zu bieten.

Das ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben, um die Auskunft des Parteivorsitzenden Willi Jasperneite auf WA-Anfrage mal salopp zu übersetzen. Ein zweiter Bewerber ums Spitzenamt ist ohnehin so gut wie gesetzt: Grünen-Fraktionschef Benedikt Striepens würd‘s wieder tun, wenn seine Partei es will – und danach sieht es gegenwärtig auch aus.

Wer noch nicht bestimmt hat, mit wem er am 13. September antreten will, muss die bisher dafür geplanten Termine verschieben. Der NRW-Erlass für kontaktreduzierende Maßnahmen verordnet eine Pause im politischen Geschäft.

So bleibt weiter spannend, wen die CDU wohl gegen Amtsinhaber Lothar Christ (parteilos) als bislang einzigen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schickt. Die SPD unterstützt ihn, die Linke zeigt Sympathien und die UWW gibt sich neutral. Da bleiben aus dem vertrauten Farbspektrum im Rat noch drei.

Wir haben mal nachgefragt:

CDU: Erst die Ratsmannschaft, dann den Kandidaten

Nach den Worten von CDU-Partei- und Fraktionschef Willi Jasperneite ist nur die geplante Abfolge der Nominierungen in den kommenden Tagen durcheinander geraten, aber sicher damit zu rechnen, dass die Union einen Bewerber gegen Christ ins Rennen schickt. Dabei geht‘s – noch unbestätigterweise – wohl auch um die Frage, ob Kräfte gebündelt werden, indem eine weitere Partei dabei mitzieht. Die FDP vielleicht?

Jasperneite möchte zuerst die neue Ratsmannschaft präsentieren und mit etwas Abstand – und mehr Aufmerksamkeit – den Unionskandidaten für den Chefsessel im Stadthaus.

Das ist gegenwärtig aber auch schon alles, was die Union zu dem Thema nach außen gelangen lässt. Intern wird schon eine Weile intensiv beraten. Das sichtbare Ergebnis: „Wir hatten für den 21. März die Aufstellung der Ratskandidaten angesetzt. Die Mitglieder sind gerade schriftlich darüber informiert worden, dass wir diesen Termin verschieben“, sagte der Unionschef auf Anfrage. Zudem hat auch der Kreisvorsitzende und designierte CDU-Landratskandidat Marco Pufke gerade die Kreisvertreterversammlung zur Bestimmung der Kreistagskandidaten am 27. März abgesagt.

FDP: "Wir haben in der Sache etwas vor"

Untereinander haben die aktiven Liberalen schon geklärt, „dass wir alle 19 Wahlbezirke besetzen können“, wie der Vorsitzende Arthur Reichert mitteilte. Das offizielle Mitgliedervotum darüber und für die Reserveliste soll am 27. April eingeholt werden. „Ich halte im Moment an diesem Termin noch fest“, so Reichert. Er warte noch ab, ob die Versammlungsverbote bis dahin vielleicht soweit gelockert werden, dass die 37 Parteimitglieder zusammenkommen können.

In der Bürgermeisterfrage ließ sich Reichert aber nicht aus der Reserve locken: „Ja es gibt Gespräche und wir haben in der Sache auch etwas vor. Aber dazu kann ich noch nichts sagen und den Vorstandsbeschlüssen auch nicht vorgreifen.“ Da kommt wohl noch etwas. Abgesagt ist dagegen die Klausur, bei der sich die FDP am 28./29. März in Balve auf den Kommunalwahlkampf vorbereiten wollte.

Die Fraktionssitzungen werden derweil mit einem Chat-Tool online abgehalten.

Grünen: „Dauerkandidat“ Striepens wäre bereit

Am kommenden Mittwoch wollten die Grünen die personellen Weichen stellen. Aber daraus wird vorerst nichts: „Was würde das für ein Bild nach sich ziehen, wenn alles stillsteht und wir uns trotzdem versammeln?“, liegt für Ortsverbandssprecher Dr. Eberhard Stroben auf der Hand, dass diese Dinge ruhen müssen.

Nur aufgeschoben ist damit aber wohl, dass „Dauerkandidat“ Benedikt Striepens ein weiteres Mal auf den Schild gehoben wird, damit es auf jeden Fall einen Wettbewerb ums Bürgermeisteramt gibt. „Ich habe eine Woche vor der geplanten Versammlung natürlich schon verlauten lassen, dass ich bereit wäre, wenn meine Partei das befürwortet“, sagte der 56-Jährige.

Sein OV-Sprecher wäre davon angetan: „Ich bin persönlich dafür. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, die Ergebnisse waren für Benedikt Striepens persönlich und auch für die Fraktion in der Kombination stets gut.“ Nach seiner Wahrnehmung gebe es auch an der Grünen-Basis allgemeine Zustimmung. Das Wahlrecht lässt noch bis Mitte Juli Zeit für derlei Entscheidungen.

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