Gastronomen hoffen auf Treue der Kunden

Lieferservice soll Restaurants in der Corona-Krise helfen / Stadt unterstützt mit "Werne bringt's"-Projekt

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Werne – „Irgendwelche Hoffnung muss man ja haben“, sagt Markus Lüdicke von „Müsliria“ am Moormannplatz. Die Hoffnung, von der er spricht, sind seine Stammkunden. Auf die setzen in diesen Zeiten viele Gastronomen in Werne und hoffen, dass über Liefer- und Abholangebote wenigstens ein bisschen was in die Kasse kommt. Dabei gibt es jetzt auch Hilfe von der Stadt.

Denn die möchte Liefer- und Abholangebote von Werner Gastronomen, Einzelhändlern und Dienstleistern nunmehr auf der Internetseite der Stadt bündeln. Das teilte Carolin Brautlecht, Leiterin der Wirtschaftsförderung und Geschäftsführerin der Werne Marketing GmbH, am Montag mit. Das Motto der Aktion: „Werne bringt‘s – Wir sind für Sie da!“.

Online finden Händler und Gastronomen ein Formular

, das ausgefüllt werden kann.

Die Idee sei sicherlich „nur ein kleiner Anfang von weiteren Ideen für Werne“, so Brautlecht. Gefragt sei nun die Kreativität aller Beteiligten. „Lassen Sie uns in Werne gemeinsam stark sein!“

Müsli-Bar setzt auf Lieferdienst

Obwohl die Müsli-Bar „Müsliria“ nicht als Café, sondern als Lebensmittelladen gilt und somit eigentlich geöffnet bleiben könnte, haben sich Inhaber Markus Lüdicke und seine Frau Sandra Kessel dazu entschlossen, ihren Laden zu schließen. „Weil die Umsatzeinbußen so groß waren“, begründet Lüdicke den Entschluss. 

„Wir sind für Euch da“ – das steht in diesen Tagen an vielen Restaurants und Cafés, die geschlossen haben, wie hier bei „Müsliria“.

Jetzt setzt Lüdicke alles in die Lieferung seines Müslis und hofft, dass seine Kunden ihm treu bleiben. „Die meisten wissen, was sie möchten. Sie sagen uns ihre Bestellung, wir mischen es zusammen und bringen es ihnen nach Hause“, erklärt der Inhaber, wie es im besten Fall die nächsten Wochen laufen soll. „Müsli wird bei uns viel gekauft. Ich denke schon, dass der ein oder andere anrufen wird“, sagt Lüdicke ganz hoffnungsvoll.

Der „ein oder andere“ hat auch schon den Lieferservice von Artemis in Anspruch genommen. Auch hier hat sich die Familie Panou dazu entschlossen, aufgrund der Schließung ihres Restaurants einen Lieferservice anzubieten. „Wir hatten am Samstag zehn bis elf Bestellungen. Es ist nicht das gleiche, aber es ist besser als gar nichts“, so Inhaberin Katarina Panou. Die Auslieferung übernehme immer jemand anderes aus der Familie, „so lange wir können und dürfen und gesund bleiben“, hofft Panou.

Angebote zum Abholen sollen helfen

Aber nicht jedes Restaurant in Werne kann so kurzfristig einen Lieferservice aus dem Boden stampfen. In dem Fall hoffen die Gastronomen, dass ihre Gästen (weiterhin) ihre Gerichte abholen. So wie bei La Taverna in Stockum. Inhaberin Ute Pate hat schon immer Bestellungen zum Abholen aufgenommen, hofft jetzt aber natürlich durch den ausbleibenden Restaurantbetrieb auf mehr „Take Away“-Kunden. „Aktuell sind es dieselben, die schon vorher immer ihr Essen abgeholt haben“, so Pate. 

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Sie vermutet, viele Leute seien es schlichtweg nicht gewohnt, sich ihr Essen abzuholen. Außerdem habe sie auch nicht die Mittel, großartig Werbung für ihren Abholservice zu schalten. „Einen Lieferservice kann ich so schnell aber nicht einrichten“, sagt die Inhaberin. Dazu fehlten ihr personelle und finanzielle Mittel.

So sieht es auch Siggi Baumhove. Der Junior-Chef des Restaurants am Markt plant ab Mittwoch zunächst einmal einen Abholservice. „Für einen Lieferservice bräuchte ich einen Mann mehr.“ Mit einer kleinen Karte mit Schnitzel, Burger, Currywurst und einem vegetarischen Gericht möchte Baumhove weiterhin für seine Kunden da sein, selbstverständlich nur zum Abholen. „In meinem Freundeskreis hat bereits der ein oder andere gesagt, dass er das in Anspruch nehmen würde“, zeigt sich Baumhove hoffnungsvoll, aber auch noch ein wenig zurückhaltend über den neuen Geschäftszweig.

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