Zum "Liebe dein Haustier"-Tag

Tierischer Pädagoge: Labrador Gustav unterstützt die Kinder der Kita Arche Noah in Werne 

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Seelenruhig, kinderlieb und kuschelig: Therapiebegleithund Gustav unterstützt die Kinder der Kindertagesstätte Arche Noah nicht nur bei der Sprachbildung, er vermittelt ihnen auch Empathie.

Werne – Der gutmutige Gustav geht bald in den Ruhestand. Der liebenswürdige Therapiebegleithund erlebte viel in der Kindertagesstätte Arche Noah, Seine Besitzerin, Kita-Leitung Ulrike Plutat, bildete den Labrador speziell für die pädagogische Arbeit mit Kindern aus.

Gustav ist schon zehn Jahre alt und geht immer noch in die Kindertagesstätte Arche Noah. Weil er bereits so alt ist, ist er nicht mehr jeden Tag da, sondern nur noch zweimal im Monat. Der Labrador von Kita-Leiterin Ulrike Plutat ist ein Therapiebegleithund. 

Gustav ermöglicht den Kita-Kindern tiergestütztes Lernen. Jetzt hat er Unterstützung bekommen. Von Dackel-Dame Johanna.

Verschmust: Labrador Gustav und Dackel Johanna begeistern nicht nur Frauchen Ulrike Plutat (rechts), sondern auch Kerstin Funhoff, die Leiterin der Kita Lütkeheide.

Johanna ist deutlich jünger als Gustav, ein Jahr ist sie erst alt. Schon jetzt ist sie jeden Tag mit Ulrike Plutat in der Kindertagesstätte, ab März möchte die Kita-Leitung mit ihrer Ausbildung beginnen. 

Hunde speziell für die pädagogische Arbeit ausgebildet

Wie Gustav soll Johanna ein Therapiebegleithund werden, also speziell für die pädagogische Arbeit ausgebildet werden. „Manche Kinder interessieren sich zuerst mehr für Maschinen oder Autos“, sagt die Leiterin. „Aber spätestens beim Hunde-Führerschein habe ich sie alle.“ Denn Johanna und Gustav sind für das tiergestützte Lernen in der Arche Noah.

Therapiebegleithund in der Kita Arche Noah

Mit ihnen lernen die Kinder beispielsweise, Gefühle bei Tier und Mensch zuzuordnen, wie man richtig mit Hunden umgeht oder welche Körperteile es gibt, aber auch Präpositionen. Wenn Gustav unter dem Tisch hindurchläuft, erschließt sich die Wortbedeutung spielerisch leicht.

Gustav und Johanna fördern auch Sprachbildung

Gustav und Johanna fördern die Kinder auf vielen Ebenen. „Gerade für die Sprachbildung sind die Hunde fantastisch“, erklärt Plutat. Die Kinder gäben sich besonders Mühe, ihre Erwartungen an die Hunde zu formulieren, da sie ja einen Erfolg haben wollen würden. 

Sie sprechen mit und über Gustav. Und die Pädagogin kann dabei manchmal unterstützen, indem sie den Tieren die Befehle mit Handzeichen vermittelt.

Auch für die soziale Kompetenz sind die Therapiebegleithunde sehr hilfreich. Die Kinder lernen, empathisch mit den Tieren umzugehen, ihre Gefühle zu erkennen und darauf zu reagieren – und zwar auch im Alltag, wenn sie auf weniger ausgebildete Hunde treffen.

Die Größe des Labradors kann einschüchtern

Die Maxi-Kinder, also alle, die bald zur Schule gehen, stellen sich beim Hunde-Führerschein einer kleinen spielerischen Prüfung zum Umgang mit den Tieren. Und zwar besonders für den Alltag, wenn sie auf Hunde treffen, die nicht so gut erzogen und kinderlieb wie Johanna und Gustav sind. 

Dass ein Dackel wie Johanna die Rolle als Therapiebegleithund übernimmt, ist allerdings ungewöhnlich. „Aber ich liebe Dackel einfach und sie sind so klein“, erklärt Plutat. Die Größe ist ein entscheidender Faktor: Labrador Gustav würde besonders neben den Kindern unter drei Jahren wie „ein Pferdchen“ wirken – und manchen im ersten Augenblick etwas Angst machen. 

Neugierig: Die Kinder lernen beim Hunde-Führerschein auch andere Hunderassen als Dackel kennen.

Plutat ist zuversichtlich, dass Johanna für ihren zukünftigen Job geeignet ist, obwohl die Hündin zu Beginn sehr schreckhaft war. Und auch heute bellt sie noch manchmal, wenn die Kinder sie zu sehr anstarren oder sich zu hektisch nähern. 

Dackel sind ungewöhnlich als Therapiebegleithunde

Aber sie ist deutlich ruhiger geworden, sagt Plutat. „Es ist gut, dass die beiden Hunde so unterschiedliche Charaktere haben“, erklärt sie. „Die Kinder geben sich richtig Mühe, sich Johanna vorsichtig zu nähern, weil sie so scheu ist. Zu Gustav sind sie manchmal zu grob.“ 

Der große braune Labrador sitzt ruhig neben seinem Frauchen. Ihn scheint nichts erschüttern zu können: Selbst als die Kita-Kinder Elaine, Nele, Johanna, Robin und Dimitri sich zum Kuscheln auf ihn legen, zuckt er nicht. „Zuhause ist Gustav ganz Hund, aber wenn er hier seine Weste angelegt hat, weiß er genau, was zu tun ist“, sagt Plutat. 

Seelenruhig, kinderlieb und kuschelig: Therapiebegleithund Gustav unterstützt die Kinder der Kindertagesstätte Arche Noah nicht nur bei der Sprachbildung, er vermittelt ihnen auch Empathie.

Die Kita-Leitung will Johanna mit der Ausbildung soviel Zeit lassen wie die Hunde-Dame benötigt. In die Gruppen geht Plutat nicht mit ihren Hunden: Die Kinder, die Johanna und Gustav besuchen möchten, machen dies mit maximal fünf Teilnehmern in der Turnhalle. 

Kinder sprechen leichter über Gefühle

So kann sich Plutat vollständig auf jedes Kind und die Tiere konzentrieren. Als freigestellte Leitung hat Ulrike Plutat keine eigene Kita-Gruppe. „Mit Gustav und Johanna kann ich eine Beziehung zu den Kindern aufbauen.“ 

Sind die Hunde dabei, dann öffnen sich die Kinder leicht. Sie sprechen über Gefühle, ihre Sorgen und Ängste – und haben vor allem eins: ganz viel Spaß mit den Vierbeinern.

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