Schwimmstätte wird zu einem symbolischen Preis veräußert

Die letzte Chance zum Erhalt: Ein Euro fürs Lehrschwimmbecken?

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Das Stockumer Lehrschwimmbecken kann erhalten bleiben, sofern sich ein externer Betreiber findet. Dafür haben sich die Mitglieder des Bad-Betriebsausschusses am Dienstag einstimmig ausgesprochen.

Stockum - Letzte Chance zum Erhalt des Stockumer Lehrschwimmbeckens: Der Bad-Ausschuss hat am Dienstag entschieden, die Schwimmstätte „zu einem symbolischen Preis“ zu veräußern, falls sich ein externer Betreiber findet. Interessierte können sich bis Ende März 2020 melden.

Wie Mitte September im Stadtrat angekündigt, hatte die FDP ihre Ideefür einen möglichen Fortbestand des Lehrschwimmbeckens in einem Antrag formuliert. Diesem konnten am Ende alle Fraktionen zustimmen. Geeinigt haben sich die Politiker dabei auch darauf, dass der neue Betreiber weder eine Anschubfinanzierung erhält noch einen jährlichen Betriebskostenzuschuss. 

Unterstützung gäbe es indes bei dem potenziellen Ansinnen Dritter, Fördergelder zur Sanierung des Beckens zu beantragen. Konkret geht es um Mittel aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ von Bund und Land. Über eine Beantragung war schon im September im Rat abgestimmt worden – auf Basis eines CDU-Antrags, der letztlich scheiterte. 

Die Christdemokraten hätten es am liebsten gesehen, dass das Lehrschwimmbecken in Eigenregie der Stadt weiterbetrieben wird. Nach der gemeinsamen Entscheidung am Dienstag ist es aber nun explizit ausgeschlossen, dass die Stadt oder eine städtische Tochter das Ruder weiter in den Händen hält. 

Seitdem zu Beginn der Sommerferien das Wasser abgelassen wurde, befindet sich das Lehrschwimmbecken im Stand-by-Modus und kann ohne größeren Aufwand reaktiviert werden. Eine vollständige Instandsetzung der Schwimmstätte kostet nach Berechnungen der Stadtverwaltung mehr als eine Millionen Euro, die Unterhaltungskosten werden mit jährlich zwischen 110.000 bis 120.000 Euro beziffert. 

Politik will keine Kosten haben

Auf das Stockumer Becken kann nach Einschätzung der Ratsmehrheit verzichtet werden, weil genügend Platz und ausreichend Schwimmzeiten im neu eröffneten Solebad zur Verfügung stehen. Im Bad-Ausschuss legten SPD, Grüne und FDP Wert auf klare Formulierungen zum Thema Kosten, damit im Fall einer Veräußerung „durch die Hintertür“ nicht doch noch Zahlungsverpflichtungen auf die Stadt zukommen. 

So wurde auch eine finanzielle Beteiligung bei der Sanierung ausgeschlossen. Jürgen Regener von der CDU meinte, er schätze die Aussichten, dass sich ein externer Betreiber findet, als „mäßig“ ein. Sollte sich aber ein Verein finden, müsste man diesem – wie jedem anderen auch – zumindest im Zuge der Sportförderung finanziell unter die Arme greifen. 

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Darauf konterte Grünen-Ratsherr Benedikt Striepens, dass man auch in der Vergangenheit noch keinen Verein dabei unterstützt habe, Sportstätten zu bauen oder zu unterhalten, wenn es den Bedarf dafür nicht gebe. Für die UWW argumentierte Ratsherr Reinhard Stalz, dass ein externer Betreiber die „letzte Möglichkeit“ darstelle, dass es mit dem Lehrschwimmbecken weitergehe. Die ursprüngliche Intention seiner Partei sei freilich eine andere gewesen. 

Die Frist zur Interessensbekundung Ende März wurde damit erklärt, dass der Stand-by-Modus nur befristet aufrecht erhalten werden kann. Wenn sich ein externer Betreiber findet, soll diesem aber nicht nur beim Förderantrag Hilfe zuteilwerden. Beschlossen wurde auch folgendes: „Bei Bedarf unterstützen kostenlos Fachkräfte der Natur-Solebad GmbH oder der Stadt Werne, zum Beispiel bei der morgendlichen Inbetriebnahme.“

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