Im Lebensmittelgeschäft Overmann hat Regionalvermarktung Tradition

WERNE ▪ Clemens Overmann vermarktet regionale Produkte vor Ort, möglichst viele biologische Produkte aus Werne und seiner unmittelbaren Umgebung. „Der Braeburn-Apfel kommt bei mir nicht aus Südtirol, sondern von einem Hof aus Senden“, sagt er. Das ist die Geschäftsphilosophie des Lebensmittelhändlers, dem eines der ältesten Geschäfte in Werne gehört. Die Anfänge des Betriebs gehen ins 17. Jahrhundert zurück. Damals zog ein Vorfahr der Overmanns von Drensteinfurt nach Werne und gründete dort einen Betrieb, in dem Seilerwaren hergestellt wurden.

In den 1930-er Jahren geriet das Seilerhandwerk in eine Krise – bedingt unter anderem durch die Möglichkeit, Kunststoffseile maschinell herzustellen. Die Familie Overmann hatte sich bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert ein zweites Standbein erschlossen. Sie kaufte ein Grundstück an der Steinstraße und ließ dort ein Mehrfamilienhaus mit einem Ladenlokal für Lebensmittel errichten. Heute ist Overmann das einzige Lebensmittelgeschäft im Bereich der Innenstadt-Fußgängerzone.

Die Nachfrage nach biologischen Produkten hat in letzter Zeit einen Schub erfahren. „Nach dem Dioxin-Skandal und der Katastrophe in Fukushima ist vielen bewusst geworden, dass sie mit bewusstem Einkauf gegensteuern können“, so Overmann. Besonders das Neulandfleisch sei noch stärker gefragt. Das Fleisch werde auch gerne von Kindergärten und Schulen gekauft, die eine Übermittagsbetreuung anbieten. „Eine unbelastete Ernährung ist ja gerade für Kinder wichtig“, so Overmann.

Zu seiner Bio-Produktpalette gehört auch ein breites Angebot an Obst und Gemüse. Gerade jetzt fragen die Kunden wieder nach Spargel aus der Region. Wegen der Baustelle hat Overmann seinen Gemüsestand teilweise vor der Tür ein Stück verlagert, ihn von der Steinstraße auf den Marktplatz verschoben. Mit einem überraschendem Effekt: Die Kunden finden den Stand dort viel schöner als an der alten Stelle. Egal, an welchem Standort – Overmanns Gemüsestand ist ein Ort, wo beim Verkauf kräftig diskutiert wird, über aktuelle Politik wie über die neuesten Fußballergebnisse. „Fußball ist die größte Nebensache der Welt“, meint Overmann und verspricht, zum „Late-Night-Shopping mit BVB-Dekoration“ am 7. Mai nicht nur schwarz-gelb, sondern auch weiß-blau zu dekorieren. Auch das sei eine Vermarktung regionaler Produkte. ▪ asz

Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 7 bis 18.30 Uhr, Sa. von 7 bis 13.30 Uhr.

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