Kyrill in Werne: „Wir hatten wirklich Glück“

Im Stadtwald blies „Kyrill“ etliche Bäume um, die Wege wurden gesperrt. Von Schlimmerem blieb Werne verschont.
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Im Stadtwald blies „Kyrill“ etliche Bäume um, die Wege wurden gesperrt. Von Schlimmerem blieb Werne verschont.

Werne - Vor zehn Jahren, am 18. Januar 2007, fegte „Kyrill“ auch durch Werne. Die Stadt kam im Orkan glimpflich davon, Feuerwehrchef Thomas Temmann wird ihn trotzdem nicht vergessen.

„Wir hatten hier wirklich Glück. Bei uns verlief Kyrill relativ harmlos. Wir hatten nur wenige Einsätze mit Personenschäden“, so der Wehrführer (damals noch Stellvertreter von Wehrführer Bernd Boshammer). Trotzdem hatten er und seine Kameraden alle Hände voll zu tun. Rund 125 Sturmeinsätze fuhr die freiwillige Feuerwehr rund um den 18. Januar. „Wir waren bis zu zwölf Stunden permanent im Einsatz. An dem Donnerstag selbst bis in die frühen Morgenstunden“, so Temmann. Insgesamt waren 100 bis 120 Kameraden noch bis ins Wochenende im Einsatz, um Straßen und Wege von umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Dachziegeln zu befreien. „Ich bin stolz, dass wir als freiwillige Feuerwehr einen Einsatz dieses Ausmaßes geschafft haben. Denn man darf nicht vergessen, wir machen das neben unseren eigentlichen Berufen“, lobt Temmann seine Kameraden.

Zwei Feuerwehrmänner aus NRW starben bei den Sturmeinsätzen. Das führte auch bei der Werner Feuerwehr zum Umdenken. „Der Tenor nach Kyrill war bei allen Feuerwehrmännern, dass wir heute nicht mehr versuchen, während eines Sturms Straßen frei zu machen“, so Temmann, „sondern sie absperren und das nach dem Sturm erledigen. Außer bei Personerettung natürlich. Das eigene Leben hat Vorrang.“

Eine weitere Konsequenz des Sturms sei die Erweiterung der Funkfrequenzen. „Es gab damals nur zwei Funkkanäle für die zehn Gemeinden im Kreis Unna“, erzählt der Feuerwehrmann. „Am Sturmtag brach so natürlich das Netz zusammen, wir mussten uns über unsere Handys verständigen.“ Seitdem stehen den Feuerwehren ein gemeinsamer und je ein örtlicher Funkkanal zur Verfügung.

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Ein Ereignis ist dem Feuerwehrmann besonders im Gedächtnis geblieben. „Ich war zwar selbst nicht dabei, aber das war ein sehr prägendes Ereignis für meine Kollegen. Sie waren zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden in einem Wäldchen in Südkirchen gerufen worden. Eine Person war eingeklemmt. Während der Rettungsarbeiten stürzten direkt vor und hinter ihnen die Bäume um. Ein paar Kameraden beobachteten die Bäume, während die anderen den Einsatz zu Ende führten. Anschließend mussten sie sich den Weg frei schneiden. Zum Glück sind sie heil ‘rausgekommen. Aber noch heute sprechen sie über den ,bösen Wald’ und jeder weiß sofort, was sie meinen.“

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